Radkongress Dresden: Neuer Radverkehrsplan mit Folgen für Autofahrer

News veröffentlicht am 16. Mai 2019

Der Radverkehr soll deutlich gestärkt werden – diesen Plan verkündete Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Montag auf dem 6. Nationalen Radkongress in Dresden. Das Vorhaben beinhaltet jedoch nicht nur Änderungen für Radfahrer, auch Autofahrer müssten sich bei einer Umsetzung desselben auf Neuerungen einstellen.

Höhere Bußgelder, mehr rote Ampeln

Auf dem Radkongress in Dresden wurden Ideen zur künftigen Stärkung des Radverkehrs vorgestellt.

Auf dem Radkongress in Dresden wurden Ideen zur künftigen Stärkung des Radverkehrs vorgestellt.

Die Ideen, für die sich Scheuer auf dem Radkongress in Dresden aussprach, sollen das Radfahren attraktiver und sicherer machen. Im Umkehrschluss könnte dies jedoch in manchen Aspekten auch für Autofahrer direkte oder indirekte Konsequenzen haben. Einige Ziele für den neuen Radverkehrsplan, der ab 2021 in Kraft treten soll, lauten wie folgt:

  • Die Bußgelder für das Parken auf Schutzstreifen und in zweiter Reihe könnten deutlich erhöht werden. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt, der Verkehrsminister machte aber deutlich, dass die bisherige Summe von 15 bis 35 Euro nicht ausreichend abschrecke.
  • Die Straßenverkehrs-Ordnung soll überarbeitet werden, sodass auf Schutzstreifen künftig generell ein Halteverbot gilt. Auch hier würden dann neue Bußgelder für Autofahrer entstehen.
  • Auf dem Radkongress in Dresden war zudem die Rede von einem „lückenlosen Radverkehr in Deutschland“. Radwege sollen nicht mehr abrupt an Kreuzungen enden. Stattdessen sei geplant, dass bei der Sanierung einer Straße künftig geprüft werde, ob nicht auch direkt ein Radweg gebaut werden könne.
  • Auch die Ampelschaltung könnte evtl. zugunsten der Radfahrer umgestellt werden. Scheuer spricht von „smarte[n] Lösungen“ in Form von Sendern, die mit Ampeln in Verbindung stehen und auf diese Weise Radfahrern eine „grüne Welle“ bescheren könnten.

Debatte um den neuen Radverkehrsplan ist gestartet

An der Debatte, die auf dem Radkongress in Dresden gestartet wurde, können auch Bürger online teilnehmen.

An der Debatte, die auf dem Radkongress in Dresden gestartet wurde, können auch Bürger online teilnehmen.

Der aktuelle Radverkehrsplan gilt nur noch bis 2020. Mit dem Radkongress in Dresden und den Vorschlägen des Verkehrsministeriums startete nun die Debatte zum neuen Radverkehrsplan.

Ab 2021 soll dieser die Basis für die künftige Bundesförderung darstellen. Auch Bürger und Bürgerinnen haben die Möglichkeit, sich an dieser Debatte zu beteiligen. Eine entsprechende Umfrage wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur online gestellt.

Interessierte haben noch bis zum 30. Juni Zeit, um sich zu registrieren und an der Umfrage teilzunehmen. Sie haben außerdem die Möglichkeit, über wichtige Vorhaben abzustimmen sowie eigene Ideen zu äußern.

Bildnachweise: fotolia.com/zozzzzo, fotolia.com/Rawf8

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