Signifikante Zunahme der Klagen rund um Dieselfahrzeuge vor hessischen Gerichten

News veröffentlicht am 28. Februar 2019

Bei den hessischen Gerichten gehen immer mehr Klagen rund um Dieselfahrzeuge ein. Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Klagen um circa 650 Prozent gestiegen. Auch im Jahr 2019 scheint sich dieser Trend fortzusetzen. Viele Betroffene setzen auf eine individuelle Klage, die Möglichkeit der Musterfeststellungsklage wird selten genutzt.

Rasanter Anstieg der Verfahren wegen Klagen bezüglich der Dieselfahrzeuge

Die Klagen rund um Dieselfahrzeuge sind in Hessen 218 um etwa 650 Prozent gestiegen.

Die Klagen rund um Dieselfahrzeuge sind in Hessen 218 um etwa 650 Prozent gestiegen.

Bei den Landgerichten in Hessen sind im Jahr 2017 rund 610 Verfahren wegen Dieselfahrzeugen eingegangen. Im Jahr 2018 ist die Zahl dann rasant angestiegen: 4.655 Dieselverfahren wurden nach Angaben vom Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) im vergangenen Jahr geführt.

Zumeist forderten die Kläger eine Rückabwicklung des Kaufvertrages für ihr Auto, da dieses vom Dieselskandal betroffen war und entsprechend nicht die zugesagten Abgaswerte habe. Auch 2019 scheinen die Klagen rund um Dieselfahrzeuge nicht abzureißen. Das behauptet zumindest OLG-Präsident Roman Poseck in einer Mitteilung, welche am Montag veröffentlicht wurde:

Das ist ein Anstieg um ungefähr 650 Prozent. Auch 2019 ist der Trend bisher ungebrochen[.]

Musterfeststellungsklage wird kaum genutzt

Auffällig bei den Klagen wegen Dieselfahrzeugen ist, dass immer noch viele Verbraucher eine individuelle Klage stellen und sich nicht der 2018 neu eingeführten Musterfeststellungsklage anschließen.

Es handelt sich dabei um eine Klage vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen die Volkswagen AG. Dieser Sammelklage können sich Betroffene anschließen, welche ein Fahrzeug mit manipulierten Abgaswerten erworben haben.

Dazu gehören vor allem Käufer von Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit Dieselmotoren des Typs EA189 (Hubraum: 1,2, 1,6, 2,0 Liter). Wurde in diesen Fahrzeugen eine illegale Abschalteinrichtung verwendet und wurde dies durch eine Behörde offiziell festgestellt, können diese sich der Musterfeststellungsklage anschließen.

Übrigens: Neben dem Anstieg der Klagen rund um Dieselfahrzeuge im vergangenen Jahr, gab es vor dem OLG gleichzeitig eine Vervielfachung der Diesel-Berufungsverfahren. Rund 500 solcher Fälle sind beim Gericht eingegangen. 2017 waren es noch 40.

Bildnachweise: fotolia.com/ © aerogondo

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