Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Für die Wiedererlangung eines Führerscheines
kann die Verwaltungsbehörde eine MPU verlangen, das ist eine Untersuchung,
in der festgestellt wird, ob der Betroffene zum Führen eines Fahrzeuges medizinisch
und psychologisch geeignet ist.
Die Durchfallquote liegt ungefähr bei 50 Prozent.
Einige kommen mit einer Nachprüfung davon.

Inhalt dieser Seite:
Antrag auf Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis
Wann wird eine MPU verlangt ?
Woraus besteht eine MPU ?
Warum die hohe Durchfallquote ?
Wie bereite ich mich auf eine MPU vor ?
Was ist wichtig für eine MPU ?


Antrag auf Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis:

Wurde eine Fahrerlaubnis entzogen (nicht zu verwechseln mit einem Fahrverbot!),
kann vor Ablauf der Sperrfrist bei der zuständigen Führerscheinstelle ein Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis gestellt werden. Die Verwaltungsbehörde kann dann eine MPU verlangen.
Der Antrag sollte 8 Wochen vor Ablauf der Sperrfrist gestellt werden, bei erwarteter MPU 3 Monate vorher. Dem Antrag ist ein Lichtbild, ein Sehtest und eine Bescheinigung über Sofortmaßnahmen am Unfallort beizulegen. Es kann nach vielen Jahren eine theoretische und praktische Fahrprüfung verlangt werden.
 

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Wann wird eine MPU verlangt ?

Bei der Wiedererlangung einer Fahrerlaubnis wird eine MPU verlangt, wenn die Behörde der Meinung ist, daß sie die Entscheidung nicht ohne ein entsprechendes Gutachten fällen kann. Steht eine Nichteignung des Antragstellers auch ohne MPU fest, wird auf die MPU und auf die Erteilung einer Fahrerlaubnis verzichtet.
Eine MPU wird fällig, wenn mehrfach gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen wurde, bei erstmals alkoholauffälligen Fahrern mit mehr als 1,6 Promille oder bei wiederholtem Fahren unter Alkoholeinfluß innerhalb von 10 Jahren.
War der erste Verstoß eine Ordnungswidrigkeit (max. 3 Monate Fahrverbot), wird dieser Eintrag in Flensburg gelöscht, sobald eine Lücke von mehr als 2 Jahren entsteht (Abstand Rechtsgültigkeit bis Tattag), während der kein neuer Punkt hinzukommt.
Nach der Löschung ist er nicht mehr verwertbar, eine MPU wegen einer wiederholten Alkoholfahrt wird es dann nicht geben.


 

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Woraus besteht eine MPU ?

Eine MPU besteht aus einer medizinischen und einer psychologischen Überprüfung.
Dazu gehören u.a. das Ausfüllen von Fragebögen (max. ca. 150-250 Fragen zum Ankreuzen), Blutabnahme (z.B. Leberwerte), evtl. Urinprobe, Gleichgewichts- und Koordinierungstests, Hör- und Sehtest, Messung von Größe und Gewicht, Fahrschulfragen, Befragung durch einen Psychologen. Die Dauer der MPU schwankt sehr stark, zwischen 3 Stunden und 1 Tag, evtl. auf 2 halbe Tage verteilt. Sie kostet ca. 300-400 Euro und findet meist beim TÜV oder der DEKRA statt.
 

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Warum die hohe Durchfallquote ?

Die Durchfallquote soll bei ca. 50% liegen, zum Teil werden deutlich höhere Werte genannt.

Die meisten MPU-Kandidaten sind Fahrer, die mehrfach alkoholisiert erwischt wurden und - auch wenn sie sich das nicht eingestehen - Alkoholiker sind. Statistisch gesehen wird nur jede 500ste Alkoholfahrt aktenkundig. Leute aus diesem Personenkreis müssen dem Gutachter also zweifelsfrei klarmachen, daß sie schon ein paar tausend Mal alkoholisiert gefahren sind, dies aber nie wieder machen werden, weil sie jetzt trocken sind und erkannt haben, wie schlimm das frühere Verhalten war. Bezeugungen wie "Ich werde bestimmt nie wieder alkoholisiert fahren" werden von dem Psychologen als zu plakativ und nicht ernst gemeint gewertet, jede einzelne der vielen Untersuchungsabschnitte kann zum Nichtbestehen führen. Es gilt die Devise "Im Zweifel gegen den Angeklagten und für die Allgemeinheit, die vor dem Fahrer geschützt werden muß". Oft hat sich die MPU nach der Analyse der Leberwerte schon erledigt.
 

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Wie bereite ich mich auf eine MPU vor ?

MPU-Gutachten können Sie bei der Jurathek einsehen.

Im MPU-Forum kann man sich sehr gut informieren.
Sehr gute - wenn auch nicht billige - MPU-Vorbereitungen gibt es z.B. bei der IVT-HÖ und der Impuls GmbH.
Wie auch bei WEKO aus Bochum, das Team bietet seit über 19 Jahren bundesweit Hilfe zur MPU an.

Inzwischen ist aber in den meisten Fällen ein Screening-Vertrag (Urin-Kontrollen)
Voraussetzung für die Drogen- und Alkohol-MPUs.

Spätestens bei Alkohol-Tätern ist die Teilnahme an einer Beratungs- oder Selbsthilfegruppe sehr zu empfehlen.
 

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Was ist wichtig ?

Auf eine MPU sollte man sich auf jeden Fall vorbereiten.

Es wird verlangt, daß man sich ernsthaft, ausführlich und selbstkritisch mit den Problemen, also mit dem Alkoholkonsum oder dem eigenen Fahrverhalten auseinandergesetzt hat und sich deshalb in Zukunft besser verhält.
Wenn Alkohol am Steuer vorlag, muß man sich Gedanken darüber gemacht haben, warum man getrunken hat (Problembewältigung/Gewohnheitstrinken).

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