Was ist der Anhalteweg und wie ist er zu berechnen?

Bereits in der Fahrschule machen sich Schüler mit der Berechnung von Bremsweg, Reaktionsweg und Anhalteweg vertraut. Doch in welchem Verhältnis stehen diese Begriffe zueinander? Was ist die Faustregel für den Anhalteweg? Wie berechnen Sie ihn? Was kann den Bremsvorgang verlängern? In diesem Ratgeber finden Sie die Antworten zu diesen Fragen und mehr.

Anhalteweg: Tabelle nach gefahrener Geschwindigkeit

Gefahrene Geschwindig­keit in km/hnormaler Anhalteweg in mAnhalteweg bei Gefahren­bremsung in m
1043,5
20108
301813,5
402820
504027,5
605436
707045,5
808856
9010767,5
10013080
11015493,5
120180108
130208123,5
140238140
150270157,5
160304176
170340195,5
180378216
190418237,5
200460260

FAQ: Anhalteweg

Was genau ist der Anhalteweg?

Der Weg, den ein Fahrzeug benötigt, um zum, Stehen zu kommen, wird als Anhalteweg bezeichnet.

Gibt es eine Methode, den Anhalteweg zu berechnen?

Ja, hierfür werden die Reaktionszeit und der Bremsweg benötigt. Beide Werte addiert ergeben dann den Anhalteweg.

Beeinflusst das Gewicht des Fahrzeugs den Anhalteweg?

Ja, je schwere des Fahrzeug ist, desto länger wird der Bremsweg und so auch der Anhalteweg.

Spezifische Ratgeber zum Anhalteweg

Wie lautet die Anhalteweg-Formel?

Wie lässt sich der Anhalteweg berechnen?
Wie lässt sich der Anhalteweg berechnen?
Gibt es eine Faustformel für den Anhalteweg?
Gibt es eine Faustformel für den Anhalteweg?

Der Anhalteweg wird als der Weg definiert, den das Fahrzeug zurücklegt, bis es zum Stillstand kommt. Er setzt sich aus der Strecke zusammen, welche für die tatsächliche Bremsung benötigt ist, und der Strecke, die der Fahrer braucht, um ein Hindernis wahrzunehmen und die Bremsung zu tätigen.

Der Anhalteweg ist demnach also länger als nur der Bremsweg. Für die Berechnung des Anhaltewegs ist es wichtig, die Faktoren für die Berechnung kennenzulernen.

Neben dem Anhalteweg vermittelt die Fahrschule auch Begriffe wie Bremsweg und Reaktionsweg. Diese drei Bezeichnungen ergeben die Faustformel für den Anhalteweg: Anhalteweg = Bremsweg + Reaktionsweg. Wie wird also der Anhalteweg konkret berechnet? Wie müssen Sie vorgehen?

Wie ist der Anhalteweg zu berechnen?

Für die Berechnung vom Anhalteweg sind die Reaktionszeit und der Bremsweg notwendig. Diese Werte können jedoch nicht abgelesen, sondern müssen erst berechnet werden. Wie wird der Bremsweg berechnet?

Wie bereits thematisiert, handelt es sich beim Bremsweg um die Strecke, die das Auto ab Zeitpunkt der Bremsbetätigung bis zum Stillstand zurücklegt. Um diesen Weg zu berechnen, muss die gefahrene Geschwindigkeit bekannt sein. Es ist auch wichtig zu unterscheiden, ob es sich dabei um eine Vollbremsung bzw. Gefahrenbremsung oder um eine normale Bremsung handelt.

Die Berechnung des Bremsweges ist wie folgt:
Normaler Bremsweg = (Geschwindigkeit / 10) x (Geschwindigkeit / 10)
Gefahrenbremsung = [(Geschwindigkeit / 10) x (Geschwindigkeit / 10)] / 2

Bei der Berechnung des Bremsweges sollte darauf geachtet werden, dass die Formel nur bei idealen Umständen anzuwenden ist. Bei anderen Bedingungen müssen andere Faktoren miteinbezogen werden.

Haben Auto und Motorrad den gleichen Anhalteweg?
Haben Auto und Motorrad den gleichen Anhalteweg?

Ist der Bremsweg ermittelt, muss der Reaktionsweg berechnet werden, um letztendlich zu erfahren, welchen Anhalteweg ein Auto oder ein Motorrad hat. In der Regel wird bei der Berechnung von einer Reaktionszeit von einer Sekunde ausgegangen, wenn die Bedingungen ideal sind.

Die Formel für den Reaktionsweg lautet wie folgt: Reaktionsweg = (Geschwindigkeit / 10) x 3. Das Ergebnis entspricht die Strecke, die das Auto oder das Motorrad in einer Sekunde zurücklegt.

Wie der Anhalteweg konkret zu ermitteln ist, sehen Sie anhand folgender Beispielrechnungen:

  • Anhalteweg bei 30 km/h und 1 Sekunde Reaktionszeit:
    Bremsweg bei einfacher Bremsung: (30 / 10) x (30 / 10) = 9 m
    Bremsweg bei Gefahrenbremsung: 9 m / 2 = 4,5 m
    Reaktionsweg: (30 / 10) x 3 = 9 m/s

    Der Anhalteweg bei 30 km/h bei einfacher Bremsung beträgt somit 18 Meter (9 + 9) und bei Gefahrenbremsung 13,5 Meter (9 + 4,5).

  • Anhalteweg bei 50 km/h und 1 Sekunde Reaktionszeit:
    Bremsweg bei einfacher Bremsung: (50 / 10) x (50 / 10) = 25 m
    Bremsweg bei Gefahrenbremsung: 25 m / 2 = 12,5 m
    Reaktionsweg: (50 / 10) x 3 = 15 m/s

    Der Anhalteweg bei 50 km/h bei einfacher Bremsung beträgt somit 40 Meter (25 + 15) und bei Gefahrenbremsung 27,5 Meter (12,5 + 15).

  • Anhalteweg bei 100 km/h und 1 Sekunde Reaktionszeit:
    Bremsweg bei einfacher Bremsung: (100 / 10) x (100 / 10) = 100 m
    Bremsweg bei Gefahrenbremsung: 100 m / 2 = 50 m
    Reaktionsweg: (100 / 10) x 3 = 30 m/s

    Der Anhalteweg bei 100 km/h bei einfacher Bremsung beträgt somit 130 Meter (100 + 30) und bei Gefahrenbremsung 80 Meter (50 + 30).

Die Formel zum Anhalteweg ist als Faustregel anzusehen. Da sie von verschiedenen Faktoren abhängt, kann sie nicht exakt für alle Umstände gelten.

Zusammenhang zwischen Anhalteweg und Sichtweite

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Anhalteweg und Sichtweite?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Anhalteweg und Sichtweite?

In der Fahrschule wird der Anhalteweg oft im Zusammenhang mit der Sichtweite thematisiert. Unter anderem wird den Schülern die Frage gestellt: Wie schnell sollte bei 50 m Sichtweite auf den Anhalteweg bezogen gefahren werden, um das Auto bei Gefahren noch rechtzeitig bremsen zu können?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen Fahrer auch beachten, ob die Sicht eingeschränkt ist oder nicht. Im § 3 Absatz 1 Satz 2 Straßenverkehrsordnung (StVO) wird geregelt, dass Fahrer ihre Geschwindigkeit stets an die jeweiligen Verhältnisse anpassen müssen. Des Weiteren besagt § 3 Absatz 1 Satz 3 StVO folgendes:

Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist.

Unter normalen Umständen wird bei einer Sichtweite von 50 m auf den Anhalteweg bezogen eine Geschwindigkeit von 50 km/h empfohlen. Bei dieser Geschwindigkeit sind Fahrer in der Regel noch in der Lage, rechtzeitig zu bremsen, ohne dass deine Gefahrensituation entsteht. Denn eine Vollbremsung kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.

Bei Lkw- oder Motorrad-Führerschein: Wie der Anhalteweg sich ändert

Während die Reaktionszeit auch vom jeweiligen Fahrer abhängt, wird der Anhalteweg auch durch das Gewicht des gefahrenen Fahrzeuges beeinflusst. Demnach ändert sich der Anhalteweg, wenn Sie statt eines Pkw einen Lkw oder ein Motorrad führen.

Allgemein hat ein Lkw mehr Gewicht als ein Pkw oder ein Motorrad. Durch das zusätzliche Gewicht verlängert sich der Bremsweg und somit auch der Anhalteweg. Dieser Effekt kann jedoch von zusätzlichen Reifen mit Bodenhaftung gemildert werden.

Obwohl Motorräder leichter sind als Autos, ist der Bremsweg aus zwei Gründen meistens länger. Erstens sind die Bremsen in der Regel schwächer als bei Autos, zweitens ist die Reibung beim Bremsen geringer als bei Autos, da die Bodenhaftung mit zwei Reifen geringer ist.

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