Geschwindigkeitsüberschreitung: Mit dem PKW zu schnell gefahren

Von bussgeldkataloge.de, letzte Aktualisierung am: 15. Oktober 2020

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Gemäß Bußgeldkatalog 2020 gelten für PKW ohne Anhänger und Motorräder unten stehende Regelsätze. Wird ein Bußgeldverfahren eröffnet, kommen 28,50 Euro Gebühren hinzu. Durch die StVO-Novelle vom 28. April 2020 sind die Bußgelder bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung deutlich gestiegen.

AchtungDie neue Fahrverbotsregelung bei Geschwindigkeitsverstößen wurde mittlerweile bundesweit formal ausgesetzt (Stand 10.07.2020). Zudem wollen die meisten Bundesländer nun zum alten Bußgeldkatalog zurückkehren, bis rechtliche Klarheit herrscht bzw. entsprechende Korrekturen umgesetzt wurden. Die Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums verwies bezüglich der Aussetzung auf einen Formfehler in der 54. Änderungsverordnung zur StVO, die dazu führe, „dass die Regelungen zu Fahrverboten in Artikel drei nichtig sind“.

Bußgeldkatalog für überhöhte Geschwindigkeit

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts (Pkw) – Bußgelder

Ge­schwin­digkeits­über­schrei­tung
außerorts
BußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
bis 10 km/h20 €kein FahrverbotFVerboteher nicht
11 - 15 km/h40 €kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
16 - 20 km/h60 €kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
21 - 25 km/h70 €1kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
26 - 30 km/h80 €11 Monat*Hier prüfen
31 - 40 km/h120 €11 Monat*Hier prüfen
41 - 50 km/h160 €21 MonatHier prüfen
51 - 60 km/h240 €21 MonatHier prüfen
61 - 70 km/h440 €22 MonateHier prüfen
über 70 km/h600 €23 MonateHier prüfen
* neue Fahrverbotsregel wegen eines Formfehlers in der StVO-Novelle nichtig
Hier finden Sie den alten Geschwindigkeitsbußgeldkatalog (außerorts).

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts (Pkw) – alte Bußgelder

Ge­schwin­digkeits­über­schrei­tung außerortsBußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
bis 10 km/h10 €kein FahrverbotFVerboteher nicht
11 - 15 km/h20 €kein FahrverbotFVerboteher nicht
16 - 20 km/h30 €kein FahrverbotFVerboteher nicht
21 - 25 km/h70 €1kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
26 - 30 km/h80 €11 Monat*Hier prüfen
31 - 40 km/h120 €11 Monat*Hier prüfen
41 - 50 km/h160 €21 MonatHier prüfen
51 - 60 km/h240 €21 MonatHier prüfen
61 - 70 km/h440 €22 MonateHier prüfen
über 70 km/h600 €23 MonateHier prüfen
* Das Fahrverbot droht nur im Wiederholungsfall (wenn Sie 2x innerhalb eines Jahres mit 26 km/h oder mehr geblitzt werden)
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Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts (Pkw) – Bußgelder

Ge­schwin­digkeits­über­schrei­tung
innerorts
BußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
bis 10 km/h30 €kein FahrverbotFVerboteher nicht
11 - 15 km/h50 €kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
16 - 20 km/h70 €kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
21 - 25 km/h80 €11 Monat*Hier prüfen
26 - 30 km/h100 €11 Monat*Hier prüfen
31 - 40 km/h160 €21 MonatHier prüfen
41 - 50 km/h200 €21 MonatHier prüfen
51 - 60 km/h280 €22 MonateHier prüfen
61 - 70 km/h480 €23 MonateHier prüfen
über 70 km/h680 €23 MonateHier prüfen
* neue Fahrverbotsregel wegen eines Formfehlers in der StVO-Novelle nichtig
Hier finden Sie den alten Geschwindigkeitsbußgeldkatalog (innerorts).

Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts (Pkw) – alte Bußgelder

Ge­schwin­digkeits­über­schrei­tung innerortsBußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
bis 10 km/h15 €kein FahrverbotFVerboteher nicht
11 - 15 km/h25 €kein FahrverbotFVerboteher nicht
16 - 20 km/h35 €kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
21 - 25 km/h80 €1kein FahrverbotFVerbotHier prüfen
26 - 30 km/h100 €11 Monat*Hier prüfen
31 - 40 km/h160 €21 MonatHier prüfen
41 - 50 km/h200 €21 MonatHier prüfen
51 - 60 km/h280 €22 MonateHier prüfen
61 - 70 km/h480 €23 MonateHier prüfen
über 70 km/h680 €23 MonateHier prüfen
* Das Fahrverbot droht nur im Wiederholungsfall (wenn Sie 2x innerhalb eines Jahres mit 26 km/h oder mehr geblitzt werden)

Bußgeldrechner für überhöhte Geschwindigkeit

Hinweis: Grundlage des Bußgeldrechners ist der neue Tatbestandskatalog, der am 28. April 2020 in Kraft trat. Angaben zu den alten Sanktionen, die vor der StVO-Novelle galten, finden Sie in den bereitgestellten Bußgeldtabellen.


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FAQ: Geschwindigkeitsüberschreitung

Wann drohen Punkte und Fahrverbot bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung?

Punkte drohen ab 21 km/h zu viel. Ein Fahrverbot gibt es ab 26 km/h (außerorts) bzw. 21 km/h (innerorts) zu viel.

Wie teuer ist eine Geschwindigkeitsüberschreitung?

Die Höhe vom Bußgeld für eine Geschwindigkeitsüberschreitung hängt maßgeblich davon ab, wie viel Sie zu schnell fahren und ob Sie inner- oder außerorts das Tempolimit überschreiten. Konkrete Bußgelder können Sie mit unserem Bußgeldrechner ermitteln.

Wird eine Toleranz beim Tempoverstoß abgezogen?

Bei der Geschwindigkeitsmessung erfolgt stets ein Toleranzabzug. Unter 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, bei einem Tempo über 100 km/ erfolgt ein Abzug von 3 Prozent.

Wichtige Informationen zur Geschwindigkeitsüberschreitung

Geblitzt: Geschwindigkeitsüberschreitungen in Deutschland

Ein Fahrverbot für eine Geschwindigkeitsüberschreitung vergeben die Behörden bereits ab 31 km/h zu viel.
Ein Fahrverbot für eine Geschwindigkeitsüberschreitung vergeben die Behörden bereits ab 31 km/h zu viel.
Die Geschwindigkeitsübertretung ist der häufigste Verkehrsverstoß.
Die Geschwindigkeitsübertretung ist der häufigste Verkehrsverstoß.

Die Vermutung liegt nah: Autofahrer sind gern schnell unterwegs. Nicht ohne Grund gehört nämlich die Geschwindigkeitsüberschreitung zu den häufigsten Verkehrsverstößen in Deutschland. Die Gründe dafür sind sehr verschieden. Nicht selten sind die betroffenen Kraftfahrer in Eile, haben ein Verkehrszeichen übersehen oder genießen einfach das Gefühl der Freiheit, wenn sie auf das Gaspedal treten.

Der Gesetzgeber hat allerdings für ein solches Verhalten nur wenig Verständnis, weshalb er Punkte, Fahrverbote sowie ein Bußgeld für eine Geschwindigkeitsüberschreitung vergibt. Ziel ist es, die Autofahrer zum Einhalten der Höchstgeschwindigkeit zu bewegen. Immerhin ist die Geschwindigkeitsübertretung einer der häufigsten Gründe für einen Verkehrsunfall.

Bitte beachten:
  • Die Bußgelder nach dem Bußgeldkatalog inkl. Gebührenkatalog können erhöht werden.
  • Die Toleranz wird vom gemessenen Wert abgezogen: meist 3 km/h bei weniger als 100 km/h, darüber 3%.
  • Im Normalfall zeigt das Tachometer des Autos mehr an als die tatsächliche Geschwindigkeit.
  • Die Bußgeldtabelle ist auf dem Stand nach dem Bußgeldkatalog neuester Ausgabe!
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Weitere spezifische Informationen zu einzelnen Geschwindigkeitsverstößen:

Was gilt laut StVO zur Höchstgeschwindigkeit?

Achten Sie auf die Verkehrszeichen, sonst kommt es zur Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn.
Achten Sie auf die Verkehrszeichen, sonst kommt es zur Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn.

Das Verkehrsrecht in Form der Straßen­verkehrsordnung (StVO) ist in puncto Tempolimit recht eindeutig. Maßgeblich ist der § 3 StVO. Für PKW gilt entsprechend innerhalb geschlossener Ortschaften eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Aufgrund der Verkehrsdichte und den verschiedenartigen Teilnehmern im Straßenverkehr macht dies auch Sinn, denn neben den motorisierten Fahrzeugen können auch Fußgänger und Radfahrer den Weg kreuzen. Dies kann unter Umständen ein schnelles Reagieren erfordern, wenn beispielsweise ein Kind auf die Straße rennt.

In einer Gefahrensituation kann bei 50 km/h das Fahrzeug mit vergleichsweise geringem Bremsweg zum Stillstand gebracht werden, was letztlich der Verkehrssicherheit dient. Folglich wird eine Geschwindigkeitsübertretung innerorts besonders streng geahndet.

Außerhalb geschlossener Ortschaften sind die Straßen häufig besser einsehbar und Radfahrer bzw. Fußgänger nehmen wesentlich seltener am Verkehr teil. Dies rechtfertigt eine höhere Geschwindigkeit. Für PKW gilt daher eine maximale Geschwindigkeit von 100 km/h, mit Anhänger liegt die Grenze aber bei 80 km/h. Die Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts kann ebenfalls folgenreich sein. Gerade leere und kurvenarme Strecken verlocken dazu, den Gasfuß durchzudrücken.

Häufig ist aber auch die Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn. Hier gibt es allerdings kein gesetzlich festgeschriebenes Tempolimit. Stattdessen wird von einer Richtgeschwindigkeit von 130 km/h gesprochen. Hierbei handelt es sich allerdings nur um eine Empfehlung bzw. einen Richtwert. Zulässig sind aber durchaus auch Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h – vorausgesetzt die Verkehrsverhältnisse lassen dies zu. Maßgeblich sind natürlich auch stets die einzelnen Verkehrszeichen, welche die Geschwindigkeit begrenzen können.

Weitere Ratgeber: Wie schnell darf man fahren?

Sicht weg, Gas weg!

Grundsätzlich gilt, dass die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit nur für perfekte Verkehrsbedingungen gilt. Es liegt eigentlich auf der Hand, dass bei schlechter Sicht oder schwierigen Straßen-, Verkehrs- bzw. Wetterverhältnissen (Starkregen, Glatteis) die Geschwindigkeit reduziert werden muss. Beträgt die Sichtweite weniger als 50 Meter, darf gemäß § 3 StVO nicht schneller als 50 km/h gefahren werden.

Wie wird eine Geschwindigkeitsüberschreitung festgestellt?

Sie wurden geblitzt? Möglicherweise lohnt sich ein Einspruch.
Sie wurden geblitzt? Möglicherweise lohnt sich ein Einspruch.

Damit ein Bußgeld für eine Geschwindigkeitsübertretung vergeben werden kann, muss diese einem Kraftfahrer zunächst nachgewiesen werden. In der Regel erfolgt dies durch sogenannte Blitzer. Die Strafen werden dann gemäß gemessener Geschwindigkeit verhängt.

Die Verkehrspolizei verfolgt bei der Geschwindigkeitsüberwachung nach verkehrspädagogischen Erwägungen zwei Strategien. Zum Einsatz kommen daher stationäre und mobile Blitzer. Erstere werden insbesondere an Unfallschwerpunkten sowie Gefahrenstellen aufgestellt. Wird einem Kraftfahrer an einem solchen Ort eine Geschwindigkeitsüberschreitung nachgewiesen, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass dieser sich zukünftig auf die Höchstgeschwindigkeit an entsprechender Stelle hält.

Damit die Fahrzeugführer aber nicht nur punktuell das Tempolimit einhalten, kommt es auch zu mobilen Messungen. Kraftfahrer müssen also stets damit rechnen, dass eine Geschwindigkeitskontrolle stattfindet und ein Bußgeld für überhöhte Geschwindigkeit vergeben werden kann.

In den letzten Jahren haben sich die Geräte zum Nachweis einer Geschwindigkeitsüberschreitung stark gewandelt. Anfangs kamen vornehmlich Radarmessgeräte zum Einsatz. Heute gibt es Lichtschranken, Induktionsschleifen bzw. Piezomessgeräte. Zudem sind auch immer häufiger sogenannte Laser-Blitzer im Einsatz.

Was ist die Strafe bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung?

Im Bußgeldkatalog für überhöhte Geschwindigkeit sind alle Bußgelder, Punkte und Fahrverbote festgeschrieben.
Im Bußgeldkatalog für überhöhte Geschwindigkeit sind alle Bußgelder, Punkte und Fahrverbote festgeschrieben.

Mit dem Auto schnell zu fahren, gehört vermutlich zu Lebensfreuden, welche den Alltag vergessen lassen.  Wenn die Landschaft vorbeifliegt, scheinen Sorgen und Probleme wie weggeblasen – ein Stück Freiheit. Die Sorglosigkeit hört aber spätestens dann auf, wenn ein leuchtend greller Blitz als Ouvertüre neue Sorgen einleitet.

Bekomme ich ein Fahrverbot für die Geschwindigkeitsüberschreitung? Mit welchen Bußgeld ist zu rechnen und wie viele Punkte erhalte ich in Flensburg?

Maßgeblich dafür ist natürlich die gemessene Geschwindigkeit. Je höher diese ist, desto schwerwiegender sind die Konsequenzen. Seit der StVO-Novelle vom April 2020 kann schon bei einer Überschreitung unter 21 km/h ein Bußgeld verhängt werden. Bis zu einem Betrag von maximal 55 Euro handelt es sich um ein Verwarnungsgeld.

Außer- sowie innerorts werden Punkte erst ab 21 km/h vergeben. Das Bußgeld liegt je nachdem bei 70 bzw. 80 Euro. Um für eine Geschwindigkeitsüberschreitung ein Fahrverbot von einem Monat zu erhalten, reichen innerhalb geschlossener Ortschaften bereits 21 km/h über dem Tempolimit aus – außerhalb sind es 26 km/h. Zudem müssen solch eilige Kraftfahrer mit einem Bußgeld von 160 Euro sowie zwei Punkten im Fahreignungsregister von Flensburg rechnen. Wer also mit über 61 km/h durch eine 30er-Zone fährt, riskiert den zeitlich begrenzten Führerscheinentzug.

Drei Monate Fahrverbot gibt es innerorts bereits ab 61 km/h zu viel, zudem folgen zwei Punkte und ein saftiges Bußgeld von 480 Euro. Außerhalb geschlossener Ortschaften folgt der Verzicht aufs Autofahren für ein Vierteljahr ab 70 km/h über der Höchstgeschwindigkeit. Für die Geschwindigkeitsüberschreitung vergeben die Behörden gemäß Bußgeldkatalog 600 Euro sowie zwei Punkte.

Im Überblick: Bußgelder für PKW-Fahrer bei zu schnellem Fahren

Diese Bußgelder, Punkte und Fahrverbote drohen, wenn Sie innerorts mit Ihrem PKW zu schnell fahren:

Infografik: Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts
Infografik: Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts

Diese Bußgelder, Punkte und Fahrverbote drohen, wenn Sie außerorts mit Ihrem PKW zu schnell fahren:

Infografik: Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts
Infografik: Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts

30er-Zone und Vorsatz

Die oben abgebildete Bußgeldtabelle ist auch für die 30er-Zone gültig. Innerhalb der Zone darf die Geschwindigkeit von 30 km/h aufgrund von Lärmschutz oder Regelungen bezüglich der Verkehrssicherheit nicht überschritten werden. In Sachen Bußgeld und Fahrverbot kann eine 30er-Zone für einen Kraftfahrer durchaus gefährlich werden. Wer diese mit über 30 km/h zu schnell, also mit insgesamt über 61 km/h, durchquert, riskiert ein Fahrverbot von einem Monat, zwei Punkte und ein horrendes Bußgeld.

Die Kosten für die Geschwindigkeitsüberschreitung können sich stark erhöhen. Wer nämlich doppelt so schnell fährt, wie eigentlich erlaubt, handelt nach Interpretation der Behörden vorsätzlich. Das Bußgeld kann gemäß Bußgeldkatalog bei Vorsatz verdoppelt werden. Demnach kämen bei 61 km/h in der Tempo-30-Zone 320 Euro Bußgeld auf den Temposünder zu.

Wiederholungstäterregel: Zusätzliches Fahrverbot für überhöhte Geschwindigkeit

Über 30 km/h zu schnell in einer 30er-Zone? Das ist keine gute Idee!
Über 30 km/h zu schnell in einer 30er-Zone? Das ist keine gute Idee!

Neben dem Regelfahrverbot aus dem Bußgeldkatalog gibt es auch die Mobilitätspause für eine beharrliche Pflichtverletzung.

Wer also mehrmals gegen eine Regel verstößt, riskiert einen zusätzlichen Monat Fahrverbot – dies gilt insbesondere bei der Geschwindigkeitsüberschreitung.

Maßgeblich der § 4 Abs. 2 Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV). Dort heißt es:

Wird ein Fahrverbot wegen beharrlicher Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers zum ersten Mal angeordnet, so ist seine Dauer in der Regel auf einen Monat festzusetzen. Ein Fahrverbot kommt in der Regel in Betracht, wenn gegen den Führer eines Kraftfahrzeugs wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h bereits eine Geldbuße rechtskräftig festgesetzt worden ist und er innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft der Entscheidung eine weitere Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h begeht.

Entscheidend ist dabei allerdings nicht das Kalenderjahr. Als Wiederholungstäter gilt, wer innerhalb von zwölf Monaten zwei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mindestens 26 km/h begangen hat. Gerechnet wird ab dem Tag der Rechtskraft vom ersten Verstoß.

Wichtig: Mit Einführung der StVO-Novelle kann ein Fahrverbot nun deutlich früher verhängt werden. Die Wiederholungstäterregel bleibt jedoch zunächst einmal bestehen. Welche Auswirkungen sich daraus ergeben, bleibt abzuwarten.

Die Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit wird quasi doppelt bestraft.
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit wird quasi doppelt bestraft.

Fahranfänger erhalten ihren Führerschein auf Probe. Das bedeutet, dass sie während der Probezeit unter besonderer Beobachtung stehen.

Für sie haben Verkehrsverstöße daher oftmals schwerere Konsequenzen.

Hintergrund sind verkehrspädagogische Überlegungen, welche das Ziel verfolgen, die Fahranfänger zu verantwortungsvollen Kraftfahrern zu erziehen.

Neben den üblichen Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog können bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung auch Probezeitmaßnahmen verhängt werden.

Das Nichteinhalten des Tempolimits gilt als schwerwiegender Verstoß (A-Verstoß). Entsprechend kann die Probezeit auf vier Jahre verlängert und ein Aufbauseminar angeordnet werden. Beim zweiten A-Verstoß werden die Fahranfänger verwarnt und erhalten eine Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung. Kommt es zu einem dritten schwerwiegenden Verstoß, wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Doch nicht jede Geschwindigkeitsüberschreitung zieht sofort Probezeitmaßnahmen nach sich. Bleibt die Übertretung im Bereich des Verwarnungsgeldes, gilt sie noch nicht als A-Verstoß. Probezeitverlängerung und Co. drohen erst ab 21 km/h.

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Geschwindigkeitsüberschreitung im Ausland

Im europäischen Vergleich ist Deutschland mit seinen Bußgeldern noch vergleichsweise moderat. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung in Frankreich kann dagegen schon ziemlich ins Geld gehen. Das Bußgeld kann bis zu 1.500 Euro betragen. Bereits 1 km/h schneller, als es das Tempolimit erlaubt, rechtfertigt ein Bußgeld von 45 Euro.

Richtig teuer ist eine Geschwindigkeitsüberschreitung in Österreich. Wer dort über 50 km/h zu schnell fährt, muss bis zu 2180 Euro zahlen.

Weitere Informationen über Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ausland

Geschwindigkeitsüberschreitung mit dem LKW bzw. PKW mit Anhänger

Es gibt für LKW einen eigenständigen Bußgeldkatalog "Geschwindigkeit".
Es gibt für LKW einen eigenständigen Bußgeldkatalog „Geschwindigkeit“.

Für LKW ist der oben aufgeführte Bußgeldkatalog nicht zu verwenden. Aufgrund des hohen Gewichts und des dadurch erhöhten Gefahrenpotentials wird ein Geschwindigkeitsverstoß mit LKW bzw. mit einem Fahrzeug über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht strenger geahndet. Dasselbe gilt für PKW mit Anhänger. Auch für sie gilt der Bußgeldkatalog für LKW.

Dieser Umstand kann für den einen oder anderen Kraftfahrer verwirrend sein. Insbesondere dann, wenn der Anhängerbetrieb nicht unbedingt alltäglich ist.

Es kann dann schnell zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung kommen, wenn dem Fahrzeugführer nicht bewusst ist, dass Anhänger ohne Sondererlaubnis lediglich 80 km/h fahren dürfen. Wer dennoch 100 km/h fährt, muss sich auf einen Punkt sowie ein Bußgeld von 70 Euro außerorts einstellen. Ein Fahrverbot gibt es folglich schon ab 111 km/h.

Im Überblick: Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem LKW oder dem PKW mit Anhänger

In dieser Infografik erfahren Sie, wie hoch Bußgeld, Punkte und Fahrverbot ausfallen, wenn Sie mit dem LKW oder einem PKW mit Anhänger zu schnell unterwegs sind:

Infografik: Bußgelder für Lkw-Fahrer für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts
Infografik: Bußgelder für LKW-Fahrer für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts

Hier können Sie herausfinden, welche Bußgelder für Anhänger- oder LKW-Fahrer gelten, die außerorts das Tempolimit überschreiten:

Infografik: Bußgelder für Lkw-Fahrer für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts
Infografik: Bußgelder für LKW-Fahrer für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts

Geblitzt und nun? Einspruch gegen eine Geschwindigkeitsüberschreitung

Vermutlich passiert es jedem Kraftfahrer irgendwann einmal, dass er geblitzt wird. Solange es im Bereich des Verwarnungsgeldes bleibt, ist dies auch nicht weiter tragisch. Werden allerdings Punkte oder ein Fahrverbot verhängt, kann dies ernstliche Konsequenzen nicht nur für die Fahrerlaubnis nach sich ziehen. Für jemanden, der auf den Führerschein angewiesen ist, kann ein Fahrverbot wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung durchaus die wirtschaftliche Existenz bedrohen.

Aber auch abgesehen solcher Härtefälle, ist ein Bußgeldbescheid mit Blitzerfoto höchst ärgerlich. Natürlich sollte jeder für seine Fehler geradestehen, es kommt aber auch immer mal wieder vor, dass ein Bußgeldbescheid fehlerhaft erstellt wurde oder der Vorwurf der Geschwindigkeitsüberschreitung haltlos ist, weil die Messergebnisse nicht korrekt waren.

Für solche Situationen gibt es glücklicherweise die Möglichkeit, einen Einspruch einzulegen. Dies muss allerdings bis spätestens zwei Wochen nach Erhalt des Bußgeldbescheids erfolgt sein, andernfalls wird er rechtskräftig. Wie hoch Ihre Chancen beim Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung sind, kann Ihnen ein versierter Rechtsanwalt mitteilen. Dieser kann Ihren individuellen Fall genau überprüfen und eine passende Strategie entwickeln.

Quellen und weiterführende Links

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Geschwindigkeitsüberschreitung: Mit dem PKW zu schnell gefahren
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7 Gedanken zu „Geschwindigkeitsüberschreitung: Mit dem PKW zu schnell gefahren

  1. Erich Stefan L.

    Wie lange muss ich auf ein Bußgeldbescheid warten, muss ich noch bezahlen wenn schon 3wochen vergangen sind

    Antworten
  2. B. Lang

    Es würde mich mal interessieren was die Idioten, die unsere Straßen/Autobahnen für ihren Hochzeitskorso und ähnliches blockieren. Ich konnte nichts finden. Diese Strafen müssten auch drastisch erhöht werden mit Führerschein und Autoentzug für mehrere Jahre. Denn über eine saftige Geldstrafe lachen die nur…:-(

    Antworten
  3. Jonas K.

    Ich finde es ziemlich unverantwortlich die Strafen für zu schnelles fahren strenger zu machen.
    Gerade auf der Autobahn ist es sehr schnell passiert, dass man mehr als 20 km/h schneller als die zugelassene Höchstgeschwindigkeit fährt. Gerade auf bei einem Auffahrtsstreifen ist es nicht möglich während dem einfädeln auf die Geschwindigkeit zu achten.
    Zudem kann es den Fahrer sehr stark vom Verkehrsgeschehen abhalten, wenn er ständig seinen Tacho im Blick haben muss. Gerade für die Verkehrsteilnehmer ohne Tempomat im PKW, wird die eigene Anspannung beim Fahren stark erhöht. Dies kann zur Folge haben, dass es vermehrt zu Verkehrsunfällen kommt.
    Zudem werden auch sehr oft Geschwindigkeitsbegrenzungen übersehen, wenn beispielsweise ein großer LKW die Schilder verdeckt. Und dann dem allzu wichtigen Mittelstand die Fahrerlaubnis vorübergehend zu einzuziehen und den Arbeitsweg um vielleicht zwei bis drei Stunden zu verlängern hat definitiv nichts mit Sozialdemokratie zutun. Natürlich müssen die Gelder irgenwie in die Kassen fließen, jedoch sollten dafür definitiv humanere Wege gefunden werden. Hat evtl. schon jemand über Kennzeichen für Fahrradfahrer nachgedacht? Dies würde sowohl Fußgängern als auch Autofahrern entgegen kommen. Da gerade diese Verkehrsteilnehmer sich mit ihrer Anonymität wiegen und bei Personen und Sachschäden schnell die Flucht antreten.

    Antworten
  4. frank

    Wenn ich nur meine Konzentration nur dazu verwende, um immer auf den Tacho 5km/h zu beobachten dreht man unweigerlich durch. Eine 10 – ner Skala würde es auch tun. Es gibt auch Fahrerblockierer, besonders die mittlere und die dritte Spur auf der Autobahn. Aber auch das unsägliche Hochzeitskorso auf der Autobahn. Dafür gibt es leider keine drastische Strafen, oder doch?

    Antworten
  5. Ann

    Sehr geehrte Damen und Herren.
    Ich habe eine Geldbusse bekommen. habe diese aber leider verlegt und weiß leider nicht mehr die genaue Summe und auch nicht mehr wo ich das Geld überweisen soll.
    Können sie mir da eventuell weiterhelfen?
    Meine Daten lauten:
    [personenbezogene Daten von der Redaktion entfernt]

    Antworten
    1. Bussgeldkataloge.de

      Hallo Ann,

      bitte beachten Sie, dass wir keine Behörde repräsentieren. Wir haben keinerlei Einsicht in laufende Verfahren. Bitte wenden Sie sich an die zuständige Bußgeldstelle.

      – Die Redaktion

      Antworten

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