Unfall wegen einer Ölspur gebaut?

Von bussgeldkataloge.de, letzte Aktualisierung am: 25. August 2020

Nicht immer ist das Fehlverhalten eines Kraftfahrers der Grund dafür, dass es im Straßenverkehr kracht. Schließlich gibt es einige Faktoren, auf die Fahrer keinen Einfluss haben. Ist beispielsweise Öl auf der Straße ausgelaufen, können sie leicht die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren. Wer für den Schaden bei einem Unfall wegen einer Ölspur aufkommen muss und wann Ihnen möglicherweise eine Teilschuld zugesprochen werden kann, lesen Sie hier.

FAQ: Unfall wegen einer Ölspur

Weshalb ist Öl auf der Fahrbahn so gefährlich?

Befindet sich Öl auf der Straße, können Fahrzeuge schnell ins Schlittern geraten. Die Flüssigkeit verringert die Haftung der Reifen auf der Fahrbahn, sodass das Ganze schlimmstenfalls in einem Unfall endet.

Wer haftet bei einem Unfall wegen einer Ölspur?

Kam es zu einem Unfall wegen einer Ölspur, haftet normalerweise der Verursacher bzw. seine Kfz-Versicherung für den entstandenen Schaden.

Wann kann Ihnen eine Teilschuld an einem Unfall wegen einer Ölspur zugesprochen werden?

Kam es zu einem Unfall, weil Sie zu schnell unterwegs waren und die Ölspur daher nicht rechtzeitig gesehen haben, kann Ihnen eine Teilschuld gegeben werden. Schließlich hätten Sie dem Ölfleck möglicherweise ausweichen können, wären Sie langsamer gefahren. Dies wird jedoch stets im Einzelfall und je nach Unfallhergang entschieden.

Unfall wegen einer Ölspur: Wer übernimmt den Schaden?

Vor allem Motorradfahrer tragen bei einem Unfall wegen einer Ölspur häufig schwere Verletzungen davon.
Vor allem Motorradfahrer tragen bei einem Unfall wegen einer Ölspur häufig schwere Verletzungen davon.

Es kann unterschiedliche Ursachen haben, weshalb Kraftfahrzeuge Öl verlieren. Eventuell wurde der Tankdeckel nicht richtig geschlossen oder eine Leitung hat ein Loch, woraus die Flüssigkeit austreten konnte. Gegebenenfalls stammt das Öl auch von einem Unfall, der sich im Vorfeld zugetragen hat.

Da sich die Flüssigkeit negativ auf die Haftung der Reifen auf der Fahrbahn auswirkt, ist ein Unfall wegen einer Ölspur schnell passiert. Aber wer haftet in einem solchen Fall? Die meisten Gerichte sind der Meinung, dass im Zweifel derjenige die Kosten zu tragen hat, der das Öl auf der Straße hinterlassen hat. Dem ist jedoch nicht immer so.

Unfall wegen einer Ölspur: Nicht immer liegt eine Teilschuld vor.
Unfall wegen einer Ölspur: Nicht immer liegt eine Teilschuld vor.

Kam es überhaupt erst zu einem Unfall wegen einer Ölspur, weil der betroffene Kraftfahrer zu schnell gefahren ist und den Ölfleck daher zu spät bzw. nicht gesehen hat, kann ihm möglicherweise eine Teilschuld auferlegt werden.

Schließlich hätte der Crash vermieden werden können, hätte er keine Geschwindigkeits­überschreitung begangen. Dabei handelt es sich allerdings um eine Einzelfallentscheidung.

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe entschied beispielsweise in seinem Urteil vom 12. August 2013, dass keine Teilschuld an einem Unfall wegen einer Ölspur vorlag:

  • Im Detail ging es um einen Lkw, der Öl verloren hatte, woraufhin ein Pkw-Fahrer von der Straße abgekommen war.
  • Der Brummifahrer war der Ansicht, der Autofahrer sei zu schnell unterwegs und die Ölspur zu erkennen gewesen.
  • Das Gericht urteilte jedoch anders: Weder könne dem Verunfallten eine zu hohe Geschwindigkeit nachgewiesen werden, noch, dass er die Ölspur hätte erkennen können (Az.:  12 U 1095/12).

Wer entfernt die Ölspur von der Fahrbahn?

Damit es gar nicht erst zu einem Unfall wegen einer Ölspur kommt, sollte die Flüssigkeit so schnell wie möglich von der Straße entfernt werden. Da Motoröl nicht wasserlöslich ist, kann es jedoch ausschließlich mithilfe spezieller Bindemittel beseitigt werden. Bemerken Sie einen Ölfleck auf der Fahrbahn, sollten Sie ein Warndreieck aufstellen und anschließend die Feuerwehr informieren. Diese kann das Öl dann sachgemäß beseitigen.

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