Unfall mit Alkohol am Steuer gebaut? Das kommt auf Sie zu!

Die Sehleistung nimmt ab, Entfernungen und Geschwindigkeiten können nicht mehr richtig eingeschätzt werden und die Risikobereitschaft steigt an: Je mehr Alkohol ein Mensch konsumiert, desto stärker treten die gerade genannten Auswirkungen auf. Setzen Sie sich als alkoholisierter Autofahrer noch hinter das Steuer eines Kfz, ist ein Verkehrsunfall quasi vorprogrammiert. Was auf Sie zukommt, wenn Sie einen Unfall mit Alkohol verursachen, lesen Sie hier.

FAQ: Betrunken Unfall verursacht

Welche Strafe gibt es, wenn man betrunken einen Unfall baut?

In der Regel drohen eine Geldstrafe, 3 Punkte in Flensburg und die Entziehung der Fahrerlaubnis. Die Geldstrafe wird individuell festgelegt.

Wie lange ist der Führerschein nach einem Unfall wegen Alkohol weg?

Die Sperrfrist nah der Entziehung der Fahrerlaubnis beträgt mindestens 6 Monate, kann jedoch auch erhöht werden.

Zahlt die Versicherung bei einem Unfall wegen Alkohol?

Zunächst zahlen die meisten Versicherungen. Der alkoholisierte Unfallverursacher muss jedoch damit rechnen, dass seine Versicherung die entstandenen Kosten ganz oder teilweise von ihm zurückverlangt.

Wie wird ein Autounfall unter Alkoholeinfluss sanktioniert?

Was droht Autofahrern, wenn die Trunkenheit am Steuer mit einem Unfall endete?
Was droht Autofahrern, wenn die Trunkenheit am Steuer mit einem Unfall endete?


Grundsätzlich liegt die Promillegrenze in Deutschland bei 0,5 Promille. Lediglich Fahranfänger, die sich noch in der Probezeit befinden, müssen sich an eine Null-Promille-Grenze halten und dürfen nicht einen Schluck Alkohol zu sich nehmen, wenn sie im Anschluss daran noch Auto fahren möchten. Wurde allerdings unter Alkohol ein Unfall gebaut, reicht bereits ein Wert von 0,3 Promille aus, um Konsequenzen nach sich zu ziehen.

Wie diese genau aussehen können, ist in § 315c des Strafgesetzbuchs (StGB) festgehalten. In Absatz 1 des genannten Paragraphen heißt es:

Wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke […] nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen […] und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Verursachen Sie einen Verkehrsunfall mit Alkohol am Steuer, ist Ihr Führerschein erstmal weg.
Verursachen Sie einen Verkehrsunfall mit Alkohol am Steuer, ist Ihr Führerschein erstmal weg.

Bei einem Unfall mit Alkohol am Steuer besteht die Strafe weiterhin aus drei Punkten in Flensburg sowie der Entziehung der Fahr­erlaubnis. Sie müssen sich also in diesem Fall wohl oder übel von Ihrem Führerschein verabschieden. Im Gegensatz zu einem Fahrverbot, nach dessen Ablauf Sie Ihre Fahrberechtigung automatisch zurückerhalten, wird Ihnen bei einem Führerscheinentzug die Erlaubnis, Kfz auf öffentlichen Straßen zu steuern, gänzlich aberkannt und muss neu beantragt werden.

Dies können Sie jedoch erst tun, nachdem die sogenannte Sperrfrist vorüber ist, die sich an die Entziehung der Fahrerlaubnis anschließt, wenn Sie einen Unfall mit Alkohol verursacht haben. Gemäß § 69a Absatz 1 StGB dauert diese Sperre mindestens sechs Monate und maximal fünf Jahre lang an. Innerhalb dieser Zeit wird die zuständige Behörde Ihnen keine Zustimmung für eine Neuerteilung geben.

Alkoholisiert einen Unfall verursacht: Droht automatisch eine MPU?

Auch nachdem die Sperrfrist abgelaufen ist, müssen Sie bestimmte Bedingungen erfüllen, bevor Ihnen eine neue Fahrerlaubnis ausgestellt werden kann. Dazu zählt unter anderem das Bestehen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Bei Alkoholfahrten ist in der Regel der jeweilige Promillewert ausschlaggebend dafür, ob eine MPU angeordnet wird oder nicht.

Normalerweise liegt die Grenze dafür bei 1,6 Promille. Bei einem Autounfall mit Alkohol kann jedoch auch eine geringere Promillezahl ausreichend für die Anordnung einer MPU sein. Schließlich resultiert eine Gefährdung des Straßenverkehrs daraus, dass Sie einen Unfall mit Alkohol am Steuer verursacht haben, und die zuständige Behörde zweifelt dementsprechend an Ihrer Fahreignung. Durch eine MPU soll diese überprüft werden.

Zahlt die Versicherung bei einem Unfall, wenn Sie betrunken waren?

Bei einem Unfall mit Alkohol kann die Versicherung die Zahlung verweigern.
Bei einem Unfall mit Alkohol kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

Haben Sie betrunken einen Unfall gebaut, ist die Strafe, die oben erläutert wurde, nicht das Einzige, womit Sie rechnen müssen. Kann durch eine Rekonstruktion des Unfallhergangs eindeutig nachgewiesen werden, dass sich der Unfall durch Alkohol am Steuer ereignete, hat Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung das Recht dazu, die Übernahme der entstandenen Schäden zu verweigern. Normalerweise kommt sie für die Schäden des Unfallopfers auf, kann Sie als Verursacher jedoch in Regress nehmen und sich bis zu 5.000 Euro von Ihnen zurückholen.

Schließlich kam es nur deshalb zum Unfall, weil Sie mit Alkohol am Steuer unterwegs waren. Bei einer Kasko-Versicherung liegt die Entscheidung im Normalfall bei der Versicherungsgesellschaft: Entweder sie kommt für einen Teil des Schadens auf oder sie verweigert die Zahlung komplett.
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