Wenn Sekundenschlaf zu einem Unfall führt

Laut einer Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) ist jeder vierte Autofahrer bereits mindestens einmal für wenige Sekunden hinter dem Steuer seines Fahrzeugs eingenickt. Kommt es aufgrund von Sekundenschlaf zu einem Unfall, sind die Schäden häufig gravierend. Wie sich Verkehrsunfälle dieser Art vermeiden lassen und welche Strafe möglich ist, lesen Sie hier.

Wie lässt sich ein Unfall durch Sekundenschlaf verhindern?

Sekundenschlaf: Ein Unfall geschieht häufig, weil Fahrer von der Fahrbahn abkommen.

Sekundenschlaf: Ein Unfall geschieht häufig, weil Fahrer von der Fahrbahn abkommen.


Setzen sich Kraftfahrer trotz Übermüdung noch ans Steuer, ist das Risiko für einen durch Sekundenschlaf verursachten Unfall logischerweise besonders hoch. Der DGSM zufolge sind die Auswirkungen auf einen menschlichen Körper, der 17 Stunden lang keinen Schlaf bekommen hat, ähnlich zu denen, die bei 0,5 Promille Alkohol eintreten.

Um nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch sich selbst nicht unnötig in Gefahr zu bringen, sollten Sie auf die folgenden Warnsignale achten, damit Sie aufgrund von Sekundenschlaf keinen Unfall verschulden:

Ein Unfall durch Sekundenschlaf ist auf der Autobahn besonders gefährlich.

Ein Unfall durch Sekundenschlaf ist auf der Autobahn besonders gefährlich.

  • Sie müssen immer häufiger gähnen.
  • Es fällt Ihnen schwer, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren.
  • Sie haben kaum eine Erinnerung an die letzten Kilometer, die Sie zurückgelegt haben.
  • Sie fahren unbeabsichtigt mit einem Mal schneller bzw. langsamer.
  • Es gelingt Ihnen immer schlechter, auf Ihrer Fahrspur zu bleiben.
  • Sie sehen unscharf und müssen oft blinzeln.
  • Sie verpassen Ihre Ausfahrt oder übersehen Verkehrsschilder.
  • Ihr Bewegungsdrang wird immer stärker.
Sollten Sie eines oder gleich mehrere dieser Anzeichen bei sich feststellen, wird es höchste Zeit, die Fahrt zu unterbrechen und eine Pause zu machen. Ignorieren Sie Ihre offensichtlich immer stärker werdende Müdigkeit, nehmen Sie es mehr oder weniger billigend in Kauf, aufgrund von Sekundenschlaf einen Unfall zu verursachen. Auch Kaffee oder frische Luft helfen nur bedingt, wenn Ihr Körper letztendlich einfach Schlaf benötigt.

Es kam durch Sekundenschlaf zum Unfall: Welche Strafe droht?

Unter gewissen Umständen kann Fahrern, die schlichtweg zu müde sind, um noch ein Fahrzeug im Verkehr zu steuern und schließlich wegen Sekundenschlaf einen Unfall herbeiführen, eine Gefährdung des Straßenverkehrs vorgeworfen werden. Dabei handelt es sich um eine Straftat, die gemäß § 315c Absatz 1 des Strafgesetzbuchs (StGB) wie folgt sanktioniert werden kann:

Wer im Straßenverkehr […] ein Fahrzeug führt, obwohl er […] infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen […] und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Zahlt die Versicherung bei einem durch Sekundenschlaf verursachten Unfall?

Zahlt die Vollkasko, wenn Sekundenschlaf zu einem Unfall führte?

Zahlt die Vollkasko, wenn Sekundenschlaf zu einem Unfall führte?

Haben Autofahrer aufgrund von Sekundenschlaf einen Unfall herbeigeführt, machen sie sich häufig Gedanken darüber, wer für die dabei entstandenen Schäden aufkommt.

Normalerweise zahlt die Haftpflichtversicherung des Verursachers auch bei einem solchen Verkehrsunfall die Reparaturkosten der geschädigten Personen.

Bei einer Kasko-Versicherung ist das Ganze etwas komplexer. Gab es im Vorfeld Anzeichen für einen sich anbahnenden Sekundenschlaf und der betroffene Fahrer hat diese einfach ignoriert, gehen die Versicherungen in der Regel von grober Fahrlässigkeit aus. In solchen Fällen kann die Vollkasko-Versicherung eine Kürzung der Leistungen vornehmen.

Ohne diese Anzeichen übernimmt die Versicherung allerdings im Normalfall die Kosten, wenn es aufgrund von Sekundenschlaf zu einem Unfall kam. Dabei sind jedoch stets die individuellen Umstände des Unfallhergangs maßgeblich. Schließlich muss dem Unfallverursacher erst einmal nachgewiesen werden können, dass er die Anzeichen für einen drohenden Sekundenschlaf missachtet und so einen Unfall herbeigeführt hat.
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