Sehtest für den Führerschein: Der Weg zur Sehtestbescheinigung

Möchten Sie eine Fahrerlaubnis beantragen, müssen Sie dem entsprechenden Antrag diverse Unterlagen beifügen, damit diesem stattgegeben wird. Dazu gehören unter anderem ein biometrisches Passbild sowie der Nachweis der Teilnahme an einer Schulung in Erster Hilfe. Weiterhin vorgeschrieben ist ein Sehtest, um einen Führerschein erwerben zu können. Informationen rund um die Untersuchung der Sehleistung finden Sie im Ratgeber.

Wie sehen die Vorschriften zum Sehtest für den Führerschein aus?

Was ist beim Sehtest für den Führerschein zu beachten?

Was ist beim Sehtest für den Führerschein zu beachten?


Da die Sicherheit im Straßenverkehr stets an erster Stelle steht, muss jeder Kraftfahrer über ein gewisses Maß an Sehvermögen verfügen. Schließlich würde es sonst schnell zu Unfällen kommen, weil beispielsweise Entfernungen oder Abstände schlichtweg falsch eingeschätzt werden würden.

Doch welchen Wert müssen Anwärter auf einen Führerschein beim Sehtest mindestens erreichen? Die Vorschriften zum Sehvermögen sind in § 12 bzw. detaillierter in der Anlage 6 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) definiert. Mit oder ohne Sehhilfen, wie z. B. einer Brille oder Kontaktlinsen, muss die Sehstärke bzw. der sogenannte „Visus“ bei 0,7 auf jedem Auge liegen. Dies entspricht einer Sehleistung von 70 Prozent.

Der Gesetzgeber unterscheidet weiterhin zwischen einem „normalen“ Sehtest für einen Führerschein der Klasse AM, A1, A2, A, B, BE, L oder T und einer augenärztlichen Untersuchung des Sehvermögens für die Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE oder D1E. Geht es um die Erteilung bzw. Verlängerung der Fahrerlaubnisklassen für Lkw oder Busse, müssen zusätzlich das räumliche Sehen, die Beweglichkeit der Augen, das Gesichtsfeld, das Dämmerungssehen, die Blendungsempfindlichkeit und das Farbensehen genau unter die Lupe genommen werden.

Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs sind für den Führerschein unerlässlich.

Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs sind für den Führerschein unerlässlich.

Dies ist darin begründet, dass das Gefährdungs­potenzial aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts um einiges höher ist, sollte es mit einem Bus oder einem Lkw zu einem Unfall im Straßenverkehr kommen. Unabhängig davon, ob Sie aufgrund der jeweiligen Fahrerlaubnisklasse eine augen­ärztliche Untersuchung oder einen Sehtest für den Führerschein benötigen: Beide Nachweise dürfen nicht älter als zwei Jahre sein, wenn Sie den Antrag stellen (§ 12 Absatz 7 FeV).

Wie läuft ein Sehtest für den Führerschein ab?

Anwärter können den Sehtest für den Führerschein bei einem Optiker oder direkt beim Augenarzt vornehmen lassen. Es reicht nicht aus, der jeweiligen Fahrschule einen Sehtest vorzulegen, den Sie im Internet kostenlos durchgeführt und im Anschluss ausgedruckt haben. Schließlich schreibt § 12 Absatz 2 FeV vor, dass der Test von einer „amtlich anerkannten Sehteststelle“ durchgeführt werden muss.

Folgender Ablauf ist bei einem Sehtest für den Führerschein denkbar:

  • Beschließen Sie, den Test bei einem Optiker zu machen, benötigen Sie in der Regel nicht extra einen Termin. Beim Augenarzt sollten Sie allerdings im Vorfeld nachfragen, wann Sie vorbeischauen können.
  • Durch die Vorlage eines Personalausweises bzw. Reisepasses muss der Augenarzt oder Optiker zunächst einmal Ihre Identität feststellen. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet.
  • Mithilfe sogenannter „Landoltringe“ wird im Anschluss die Sehleistung überprüft. Diese Ringe sind entweder oben, rechts, unten oder links geöffnet und werden Ihnen in verschiedenen Größen gezeigt. Sie müssen erkennen, wo sich die Öffnung befindet, um den Sehtest für den Führerschein zu bestehen.
Übrigens: Es handelt sich dabei um einen „monokularen“ Test. Dies bedeutet, dass jedes Auge einzeln überprüft und dabei die Sehleistung getrennt bestimmt wird. Der Sehtest für den Führerschein nimmt in etwa 10 bis 15 Minuten in Anspruch. Im Anschluss daran können Sie den Nachweis über den Sehtest in der Fahrschule abgeben, damit Ihr Fahrlehrer den Antrag stellen kann.

Was kann ein Sehtest für den Führerschein kosten?

Was kostet ein Sehtest, um die Autoprüfung ablegen zu dürfen?

Was kostet ein Sehtest, um die Autoprüfung ablegen zu dürfen?

Die Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) setzt die Kosten bei einem Sehtest für den Führerschein auf 5,40 Euro fest. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, was letztendlich bei einem für den Führerschein benötigten Sehtest für Kosten in Höhe von 6,43 Euro spricht.

Bedenken Sie: Wie bereits erwähnt, ist der Sehtest für den Führerschein an eine Gültigkeit von maximal zwei Jahren gebunden.

Sobald zwischen der praktischen Prüfung und der Untersuchung ein längerer Zeitraum liegt, muss sie wiederholt und erneut bezahlt werden.

Sie haben den Sehtest für den Führerschein nicht bestanden?

Was bedeutet es für den Führerschein, wenn der Sehtest nicht bestanden wurde? Können Sie ihn dann überhaupt noch beantragen? Oder ist es erlaubt, den Test zu wiederholen? Die Antwort auf diese Frage liefert § 12 Absatz 2 FeV. Dort heißt es:

[…] Ergibt der Sehtest eine geringere Sehleistung, darf der Antragsteller den Sehtest mit Sehhilfen oder mit verbesserten Sehhilfen wiederholen.“

Sind Sie beim Sehtest für den Führerschein durchgefallen, sollten Sie sich dementsprechend zunächst einmal einen Termin beim Augenarzt besorgen. Nach einer eingehenden Untersuchung kann Ihnen dieser eine entsprechende Sehhilfe verschreiben und ein Gutachten Ihrer Sehleistung ausstellen. Dieses fungiert dann als Sehtestbescheinigung und muss dem Führerscheinantrag beigelegt werden.

Die Tatsache, dass Sie die benötigte Sehleistung nur mit einer Sehhilfe erreichen, wird in diesem Fall auf Ihrem Führerschein eingetragen. Setzen Sie sich ohne Brille bzw. Kontaktlinsen hinter das Steuer eines Fahrzeugs und werden bei einer Polizeikontrolle dabei erwischt, müssen Sie sich gemäß Bußgeldkatalog auf ein Verwarnungsgeld von 25 Euro einstellen.

Besteht die Möglichkeit, beim Sehtest für den Führerschein zu schummeln?

Es ist quasi ausgeschlossen, beim Sehtest für den Führerschein zu schummeln.

Es ist quasi ausgeschlossen, beim Sehtest für den Führerschein zu schummeln.

Die meisten Anwärter möchten wohl die gerade beschriebene Eintragung im Führerschein verhindern. Beim Sehtest zu schummeln, ist allerdings keine gute Idee. Ist Ihnen bereits bewusst, dass Sie eigentlich eine Sehhilfe benötigen, Sie die Brille jedoch beim Sehtest einfach durch Kontaktlinsen austauschen, wird dem Optiker bzw. dem Augenarzt dies schnell auffallen.

Grundsätzlich dient die Eintragung der Sehhilfe im Führerschein auch Ihrer eigenen Sicherheit und ist keine Schande.

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