Kfz-Euronorm ermitteln: Welche Plakette bekommt mein Auto?

„Welche Euronorm hat mein Diesel?“ Diese Frage stellen sich Autofahrer spätestens seit die ersten Diesel-Fahrverbote in Deutschland verhängt wurden. Denn mit einer zu schlechten Schadstoffklasse erhalten Sie unter Umständen keine Umweltplakette mehr und dürfen demnach nicht durch eine Umweltzone fahren. Im folgenden Ratgeber lesen Sie, was die Euronorm eigentlich aussagt und wie Sie herausfinden, welche Abgasnorm Ihr Fahrzeug erfüllt.

FAQ: Euronormen

Was ist eine Euronorm?

In der Europäische Union gelten bestimmte Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen. Je nachdem, welche und wie viele davon in die Luft gepustet werden, erhält ein Auto eine gute oder eine schlechte Einstufung. Die Euronorm sagt also etwas über die Umweltfreundlichkeit Ihres Autos aus.

Welche Euronorm hat mein Auto?

Um die Euronorm zu ermitteln hilft beim PKW ein Blick in die Fahrzeugpapiere. In der Zulassungsbescheinigung Teil I finden Sie die Emissionsschlüsselnummer aus der sich die Euronormen für ein Auto ergeben.

Warum sind die Euronormen von PKW wichtig?

Die Abgas-Euronorm Ihres Fahrzeuges entscheidet, ob Sie eine Umweltzone befahren dürfen oder nicht. Denn die Euronorm im Kfz-Schein bestimmt die Farbe der Plakette, welche ihr Auto erhält. Nur mit einer grünen Umweltplakette dürfen Sie durch Umweltzonen fahren.

Was sind Euronormen eigentlich?

Für das Befahren einer Umweltzone muss eine gewisse Euronorm erreicht werden.
Für das Befahren einer Umweltzone muss eine gewisse Euronorm erreicht werden.

Hinter dem System der Euronormen für Wagen, die vor allem neu zugelassen werden, verbergen sich europaweit einheitliche Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen. Hierbei ist besonders der Ausstoß von Stickoxiden entscheidend. Diese gelten als besonders schädlich. Aktuell gibt es Euronorm 1 bis 6, wobei die 1 eine sehr schlechte Klasse darstellt und die 6 eine sehr gute. Denn mit der Euronorm 1 stößt ein Fahrzeug viele Schadstoffe aus.

Spätestens seit dem Diesel-Abgasskandal sind die Luftschadstoffwerte in aller Munde. Die daraus resultierenden Fahrverbote haben dafür gesorgt, dass nun zahlreiche Autofahrer ihre Euronorm kennen wollen, um zu wissen, ob sie eine Umweltzone noch befahren dürfen.

Die Euronorm ergibt sich aus der Schadstoffklasse Ihres Autos. Diese widerrum können Sie durch die Emissionsschlüsselnummer ermitteln. Dazu im Folgenden mehr.

Wo steht die Euronorm im Fahrzeugschein?

Welche Euronorm hat mein Fahrzeug?
Welche Euronorm hat mein Fahrzeug?

Tatsächlich steht nicht die konkrete Euronorm im Fahrzeugschein. Dort finden Sie vielmehr die Emissionsschlüsselnummer. Diese kann nur aus einer Zahl oder aus einer Zahlen-Buchstaben-Kombination bestehen. Um die Euronorm ermitteln zu können, müssen Sie Ihren Fahrzeugschein zur Hand haben bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I. Dort suchen Sie nach dem Feld 14.1., wenn das Schriftstück nach Oktober 2005 ausgestellt worden ist.

Handelt es sich um ältere Papiere, finden Sie die Angabe im Feld „Schlüsselnummern zu 1“. Um dem Fahrzeugschein die Euronorm entnehmen zu können, müssen Sie natürlich wissen, was die einzelnen Schlüsselnummern bedeuten und welcher Norm diese zugeordnet werden. In unserer Übersicht finden Sie das und zudem heraus, welche Umweltplakette Sie für welche Euroklasse erhalten.

Übrigens: Falls Sie Ihre Euronorm nicht herausfinden können, haben Sie die Möglichkeit, einen Test zur Abgaseinstufung etwa beim TÜV durchführen zu lassen. Dieser kann allerdings mit teils hohen Kosten verbunden sein.

Diesel der Euronorm 6 könnten von Fahrverboten betroffen sein

Euronorm: Ein Diesel-Auto bekommt nicht immer eine grüne Plakette.
Euronorm: Ein Diesel-Auto bekommt nicht immer eine grüne Plakette.

Hamburg und Stuttgart waren die ersten deutschen Städte, die Diesel-Fahrverbote umgesetzt haben. Tatsächlich aber darf jede Kommune für sich entscheiden, für welche Fahrzeuge sie ein Fahrverbot verhängen will. Dieses gilt oftmals für Diesel der Euronorm 5. Diesel,  die die Norm 6 erfüllen, sind vorerst nicht betroffen.

Allerdings werden die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß schrittweise angepasst und verschärft. Dadurch darf ein neues Auto, das die Euronorm 6 erfüllt, nicht mehr zugelassen werden. Die Frist zur Zulassung für Neufahrzeuge ist abgelaufen. Ab 2021 beispielsweise müssen alle Neuwagen mindestens die Abgasnorm Euro 6d erfüllen, damit sie auf deutschen Straßen fahren dürfen.

Als Zwischenlösung gilt die Euronorm für Diesel-Motoren und Benziner 6d-Temp – was so viel bedeutet wie „temporär“. Die Hersteller haben nun Zeit, ihre neuen Fahrzeuge so auszustatten, das diese ab 2021 die Euronorm 6d erfüllen. Aus diesem Grund gibt es mehrerer Euronormen 6: 6b, c, d und 6d-Temp. Seit September 2019 gilt mindestens letztere Norm.

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