Führerscheinprüfung: Letzter Schritt zur Fahrerlaubnis

Von bussgeldkataloge.de, letzte Aktualisierung am: 28. Juni 2021

Auf dem Weg zur Fahrerlaubnis muss ein Fahrschüler einige Pflichtstunden in der Fahrschule durchlaufen. Sind diese absolviert, kann der Führerscheinbewerber die Fahrschulprüfung in Angriff nehmen. Diese wird sowohl für die Theorie als auch für die Praxis durchgeführt. Wie genau eine Führerscheinprüfung abläuft und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

FAQ: Führerscheinprüfung

Welche Prüfung ist für den Führerschein nötig?

Sie müssen eine Prüfung für den Führerschein in Theorie und Praxis ablegen. Eine bestandene Theorieprüfung ist Voraussetzung dafür, dass Sie die praktische Führerscheinprüfung antreten dürfen.

Wie viele Fehler darf man bei der Führerscheinprüfung haben?

Für eine Fahrerlaubnis der Klasse B sind bei der theoretischen Führerscheinprüfung zum Beispiel zehn Fehlerpunkte zulässig. Unsere Tabelle bietet Ihnen einen Überblick aller Fahrerlaubnisklassen und der jeweils erlaubten Fehlerpunkte.

Wie oft kann die Führerscheinprüfung absolviert werden?

Sind Sie bei der theoretischen oder praktischen Führerscheinprüfung durchgefallen, können Sie diese beliebig oft wiederholen. Es gibt keine Begrenzung. Allerdingts sollten Sie bedenken, dass Sie bei jedem Versuch die Prüfungsgebühr erneut entrichten müssen. Es empfiehlt sich also, vorab noch ein paar Übungseinheiten in der Fahrschule zu absolvieren.

Weitere Informationen zur Führerscheinprüfung

In der Fahrschule auf die Prüfung vorbereiten

Haben Sie das Mindestalter erreicht, wird der Führerschein nach bestandener Fahrprüfung ausgehändigt.
Haben Sie das Mindestalter erreicht, wird der Führerschein nach bestandener Fahrprüfung ausgehändigt.

Wer sich in einer Fahrschule anmeldet, hat ein großes Ziel: Die Fahrerlaubnis für die Teilnahme am Straßenverkehr. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Fahrschüler eine theoretische und praktische Ausbildung durchlaufen.

Für diese beiden Komponenten sind Pflichtstunden vorgeschrieben. So soll sichergestellt werden, dass im Theorieunterricht die wichtigsten Verkehrsregeln vermittelt werden. Der Fahrschüler lernt die Bedeutung der einzelnen Verkehrszeichen und wird für Gefahrsituationen sensibilisiert.

Die verpflichtenden Fahrstunden werden als Sonderfahrten bezeichnet. Zu diesen gehören:

  • Nachtfahrt
  • Autobahnfahrt
  • Überlandfahrt

Es ist allerdings keine Anzahl an normalen Fahrstunden gesetzlich vorgeschrieben. Wie viele benötigt werden, hängt immer vom Können des Fahrschülers ab. Gerade in Bezug auf die Führerscheinprüfung sollten Sie sich sicher im Umgang mit dem Kfz fühlen. Wenn Sie noch Probleme haben, sollten Sie nicht zu früh zur praktischen Fahrprüfung antreten. Ihr Fahrlehrer wird Sie dahingehend beraten.

Wann können Sie sich für die Führerscheinprüfung anmelden?

Führerscheinprüfung ohne eine Fahrschule zu besuchen? In Deutschland geht das nicht.
Führerscheinprüfung ohne eine Fahrschule zu besuchen? In Deutschland geht das nicht.

Sie müssen einige Voraussetzungen erfüllen, bevor Sie sich für die Führerscheinprüfung anmelden können. Zu einen muss Ihrem Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis stattgegeben werden. Dieser wird allerdings meist schon zu Beginn der Ausbildung in der Fahrschule gestellt.

Damit Sie die theoretische Fahrerlaubnisprüfung absolvieren dürfen, müssen Sie nachweisen, dass Sie an allen verpflichtenden Theoriestunden teilgenommen haben. Die Fahrschule kann Ihnen die entsprechende Ausbildungsbescheinigung ausstellen.

Zudem dürfen Sie frühstens drei Monate vor Erreichen des Mindestalters für die angestrebte Führerscheinklasse zur theoretischen Führerscheinprüfung antreten. An der praktischen Prüfung können Sie frühestens einen Monat vor dem Erreichen des Mindestalters teilnehmen.

Weitere Voraussetzung sind ein Nachweis über die absolvierten Sonderfahrten sowie eine bestandene theoretische Führerscheinprüfung.

Wie läuft die theoretische Prüfung für den Führerschein ab?

Ist der Tag gekommen, an welchem die theoretische Führerscheinprüfung ansteht, sind die meisten Prüflinge aufgeregt. Um Ihnen einen Teil dieser Aufregung zu nehmen, wollen wir im Folgenden erklären, wie die Theorieprüfung üblicherweise abläuft:

Nachdem Sie sich angemeldet haben wird Ihnen ein Mitarbeiter einen Computer zuweisen und die Prüfung starten. Das Programm wird Ihnen unterschiedliche Fragen anzeigen, welche Sie im Multiple-Choice-Verfahren beantworten müssen.

Jeder Frage wird eine Wertigkeit von zwei bis fünf zugeordnet. Beantworten Sie diese falsch oder kreuzen eine richtige Antwort nicht an, verwandelt sich die Wertigkeit in Fehlerpunkte. Haben Sie eine bestimmte Anzahl überschritten, gilt die theoretische Führerscheinprüfung als nicht bestanden.

Gut zu wissen: Sie können mit unterschiedlichen Methoden für die theoretische Führerscheinprüfung lernen. Online gibt es eine Vielzahl an Tools, mit deren Hilfe Sie einen Prüfungsablauf simulieren können. Gibt es Themengebiete, bei welchen Sie sich unsicher fühlen, können Sie diese auch gezielt bei Ihrem Fahrlehrer noch einmal ansprechen.

Maximal zulässige Fehlerpunkte bei der Theorieprüfung

Viele Prüflinge fragen sich, ob es möglich ist, die theoretische Führerscheinprüfung online zu absolvieren. Das geht in Deutschland nicht. Sie müssen die Prüfungsbögen für den Führerschein unter Aufsicht beim TÜV oder der DEKRA ausfüllen.

Der nachfolgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie viele Fehlerpunkte Sie sich leisten dürfen:

FahrerlaubnisklasseZulässige Fehlerpunkte
Ersterwerb
A10
A110
A210
AM10
B10
L10
T10
Mofa7
Erweiterung
A6
A16
A26
AM6
B6
L6
T6
C10
CE10
C110
D10
D110

Wichtig: Beantworten Sie zwei Fragen mit einer Wertigkeit von fünf (in der Regel geht es dabei um die Vorfahrt) falsch, gilt die Prüfung als nicht bestanden, auch wenn Sie die zehn Fehlerpunkte nicht überschreiten.

Praktische Führerscheinprüfung: Welcher Ablauf ist vorgesehen?

Bei der praktischen Führerscheinprüfung müssen Sie unterschiedliche Fahraufgaben meistern.
Bei der praktischen Führerscheinprüfung müssen Sie unterschiedliche Fahraufgaben meistern.

An der praktischen Führerscheinprüfung nehmen der Prüfling, sein Fahrlehrer und ein Prüfer teil. Letzterer sitzt dabei hinten im Auto, der Fahrlehrer nimmt neben dem Fahrschüler Platz, damit er im Ernstfall eingreifen kann.

Tut er dies, gilt die Prüfung automatisch als nicht bestanden. Der Fahrprüfer wird eine Strecke vorgeben und immer wieder Kommandos geben. Er kann Sie beispielsweise zum Einparken auffordern. Äußert sich der Prüfer nicht, müssen Sie auf die Verkehrszeichen achten und entsprechend geradeaus fahren sofern möglich.

Anlage 7 zu § 16 Abs. 2, § 17 Abs. 2 und 3 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) gibt vor, welche Fahraufgaben Sie bei einer Führerscheinprüfung der Klasse B ausführen müssen:

Bei der Klasse B

a) Alternativ, wobei eine Aufgabe geprüft werden muss:

aa) Fahren nach rechts rückwärts unter Ausnutzung einer Einmündung, Kreuzung oder Einfahrt

oder

bb) Rückwärtsfahren in eine Parklücke (Längsaufstellung),

b) Alternativ, wobei zwei Aufgaben geprüft werden müssen:

aa) Umkehren,

bb) Einfahren in eine Parklücke (Quer- oder Schrägaufstellung)

oder

cc) Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung.

Summe der zu fahrenden Grundfahraufgaben: drei.

Der Fahrprüfer wird Sie also bitten einige dieser Manöver durchzuführen. Im Anschluss an die Prüfungsfahrt steht noch ein fünfminütiges Feedbackgespräch an. Haben Sie alle Aufgaben gemeistert, gilt die praktische Führerscheinprüfung als bestanden und Sie sind fortan in Besitz einer Fahrerlaubnis.

Wichtig: Sollten Sie während der Prüfungsfahrt eine Anweisung des Prüfers nicht genau verstehen, können Sie ruhig noch einmal nachfragen. Das bringt Ihnen keine Minuspunkte ein.

Neuerungen bei der praktischen Fahrprüfung ab 2021

Sie können für die Prüfung in der Fahrschule üben.
Sie können für die Prüfung in der Fahrschule üben.

Zu Beginn des Jahres 2021 traten bezogen auf die praktische Führerscheinprüfung einige Neuerungen in Kraft. So wurde zum Beispiel das eben erwähnte Feedbackgespräch eingeführt. Zudem hat sich die Prüfungsdauer um fünf Minuten verlängert.

Die Dauer der praktischen Führerscheinprüfung für die einzelnen Fahrerlaubnisklassen ist folgendermaßen festgelegt:

  • B, BE, B17, A1 und AM: 55 Minuten
  • A, A2 und T: 70 Minuten
  • DE und D1E: 80 Minuten
  • C, CE, C1, C1E, D und D1: 85 Minuten

Was passiert, wenn Sie die Führerscheinprüfung nicht bestehen?

Haben Sie die praktische oder theoretische Führerscheinprüfung nicht bestanden, ist das keine Schande. Das ist vor Ihnen schon vielen Prüflingen passiert. Die Gründe dafür können vielseitig sein.

Wichtig ist, dass Sie sich optimal vorbereiten, bevor Sie einen erneuten Versuch starten. Diesen können Sie in aller Regel frühestens zwei Wochen nach der absolvierten Prüfung in Angriff nehmen.

Bedenken Sie: Ein Betrugsversuch bei der theoretischen oder praktischen Führerscheinprüfung führt zum sofortigen Abbruch.

Für die Führerscheinprüfung üben: So sind Sie gut vorbereitet

Damit Sie an dem großen Tag besten vorbereitet sind, sollten Sie sich intensiv auf die Prüfung in der Fahrschule vorbereiten. Dabei gilt, dass Sie jede Theoriestunde aufmerksam verfolgen und sich Notizen machen sollten.

Haben Sie etwas nicht verstanden, sollten Sie sich nicht davor scheuen, noch einmal konkret nachzufragen. Doch nicht nur der Theorieunterricht ist für eine optimale Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung wichtig.

Sie sollten sich zuhause die Fragebögen schnappen und diese entweder ganz klassisch mit einem Bleistift oder online für die Führerscheinprüfung üben. So können Sie feststellen, in welchen Themengebieten noch Schwächen bestehen und diese konkret üben.

Auch bei den praktischen Fahrstunden sollten Sie Ihre Schwächen konkret ansprechen und gemeinsam mit dem Fahrlehrer daran arbeiten.

Wichtig: Am Tag der Führerscheinprüfung selbst ist die Aufregung in aller Regel sehr groß. Lassen Sie sich dadurch nicht zu sehr aus der Ruhe bringen. Besinnen Sie sich auf das, was Sie gelernt haben. Entgegen einem weit verbreiteten Mythos sind Fahrprüfer auch nicht daran interessiert, möglichst viele Fahrschüler durchfallen zu lassen. Der Prüfer wird Ihre Leistung fair bewerten. Ein kleiner, nicht gravierender Fehler führt nicht automatisch dazu, dass Sie nicht bestehen.

Führerscheinprüfung: Welche Kosten fallen an?

Führerscheinprüfung: Die Kosten sind vorgegeben.
Führerscheinprüfung: Die Kosten sind vorgegeben.

Wie bereits erwähnt, müssen Sie bei jedem Versuch, die Führerscheinprüfung zu bestehen, die Prüfungsgebühr entrichten. Das kann den Geldbeutel belasten, sodass sich eine umfangreiche Vorbereitung auszahlen kann.

Für einen Führerschein das Klasse B erhebt die DEKRA aktuell (Stand Juni 2021) die nachfolgenden Gebühren:

  • Theorieprüfung: 22,49 Euro
  • Praktische Fahrprüfung: 116,93 Euro

Wie hoch die Kosten für den Besuch der Fahrschule inklusive der Führerscheinprüfung insgesamt ausfallen, lässt sich pauschal schwer bestimmen. Die Gesamtkosten hängen auch immer mit dem individuellen Können des Fahrschülers zusammen.

Je mehr Übungseinheiten vonnöten sind, desto höher fällt die Rechnung am Ende aus. Lassen Sie sich davon allerdings nicht abschrecken und melden Sie sich nicht verfrüht für die Führerscheinprüfung an. Hören Sie auch auf den Rat des Fahrlehrers. Dieser hat große Erfahrung und kann Ihr Können meist verlässlich einschätzen.

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