E-Scooter gelten als umweltschädlich: Umweltbundesamt veröffentlicht Ergebnisse

News veröffentlicht am 3. September 2019

Sie liegen oder stehen im Weg herum und viele ihrer Fahrer scheren sich keinen Deut um die Verkehrsregeln: Seit ihrer Einführung im Juni haben sich die E-Scooter nicht überall beliebt gemacht. Nun wird auch noch das überzeugendste Pro-Argument für die kleinen Flitzer in Zweifel gezogen: Denn laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes sind die E-Scooter eigentlich umweltschädlich.

Was macht die E-Scooter umweltschädlich?

Sind E-Scooter doch umweltschädlich?
Sind E-Scooter doch umweltschädlich?

Dass E-Scooter nun doch umweltschädlich sein sollen, wird sicher viele überraschen. Immerhin fahren die Roller ausschließlich mit Strom und stoßen keinerlei schädliche Abgase aus. Und dies entspricht der Wahrheit. Das Fahren selbst ist tatsächlich vollkommen emissionsfrei. Allerdings schadet der Betrieb der E-Scooter an anderen Stellen der Umwelt:

  • Für die Akkus der E-Scooter (und von Elektroautos und E-Bikes) müssen Rohstoffe wie Lithium und Kobalt abgebaut werden. Bei deren Förderung kommt es zu zahlreichen Umweltproblemen wie der Kontamination von Grundwasser oder dem Ausstoß von Feinstaub.
  • Die Herstellung der Akkus verursacht CO2-Emissionen.
  • Der Strom, mit dem die E-Scooter betrieben werden, wird bislang noch nicht ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen, sondern teilweise auch aus Kohleverbrennung gewonnen. Auch an dieser Stelle entstehen CO2-Emissionen.
  • Die leihbaren E-Scooter müssen nachts mit Pkws oder Kleintransportern eingesammelt und zurück zu den Ladepunkten transportiert werden. Der Betrieb der Leihroller verursacht somit zusätzliche Fahrten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Problem: E-Scooter ersetzen keine Fahrten mit Privatfahrzeugen

Obwohl sie umweltfreundlicher sind als Autos, gelten E-Scooter als umweltschädlich.
Obwohl sie umweltfreundlicher sind als Autos, gelten E-Scooter als umweltschädlich.

E-Scooter-Fans werden nun zu Recht anmerken, dass die Umweltbelastungen bei der Akkuherstellung immerhin nur einmalig stattfinden, während ein Benziner- oder Diesel-Fahrzeug permanent Abgase ausstößt. Und auch die bei der Stromgewinnung verursachten Emissionen sind unterm Strich geringer als die Emissionen eines Verbrennungsmotors.

Es kann also gesagt werden, dass E-Scooter zwar durchaus umweltschädlich sind, aber immer noch umweltfreundlicher als ein Pkw. Dies stellt auch das Umweltbundesamt nicht in Frage. Die Ökobilanz der Elektroroller wird deshalb so negativ aufgenommen, weil deren Umweltbelastungen zusätzlich zu denen der Privatfahrzeuge entstehen und diese nicht etwa ersetzen.

Denn anders als erhofft werden die E-Scooter nicht vorrangig genutzt, um das Auto stehen zu lassen: Gerade in den Innenstädten kommen die meisten Elektroroller für Strecken zum Einsatz, die der Fahrer auch mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen könnte. Die Anzahl der Pkws auf den Straßen wurde durch die Einführung der E-Scooter nicht wesentlich beeinflusst.

Die Präsidentin des Umweltbundesamts fasst die Ergebnisse der Untersuchung folgendermaßen zusammen:

In der Ökobilanz sind E-Scooter natürlich deutlich besser als das Auto. Aber gegenüber dem bewährtem Fahrrad, mit dem sich Strecken ebenso schnell bewältigen lassen und Gepäck besser transportieren lässt, sind E-Scooter die deutliche umweltschädliche Variante und aus meiner Sicht daher keine gute Alternative.

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/e-scooter-momentan-kein-beitrag-zur-verkehrswende#textpart-1
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