Helmpflicht beim Motorrad: Welche Vorgaben gelten?

Für Motorradfahrer ist die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr mit einem höheren Risiko verbunden, als zum Beispiel für Autofahrer. Dies liegt insbesondere daran, dass Krafträder im Gegensatz zu Pkw nicht über eine Knautschzone oder Airbags verfügen. Daher schreibt der Gesetzgeber zur Verbesserung der Verkehrssicherheit eine Helmpflicht beim Motorrad vor.

Bußgeldkatalog zur Helmpflicht beim Motorrad

Verstoß Bußgeld Punkte
Fahrer trug keinen geeigneten Schutzhelm.15 €
Kind, das auf dem Kraftrad mitfuhr, trug keinen Schutzhelm.60 €1
Mehrere Kinder, die auf dem Kraftrad mitfuhren, trugen keinen Schutzhelm.70 €1

FAQ: Helmpflicht beim Motorrad

Gilt auf dem Motorrad eine Helmpflicht?

Ja, diese gilt für alle Krafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h.

Welche Vorschriften gelten zum Helm?

Schutzhelme sollten der ECE-Norm-22-05 entsprechen oder über eine geeignete Bauart verfügen.

Drohen für das Motorradfahren ohne Helm Sanktionen?

Der Bußgeldkatalog sieht in diesem Fall ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro vor.

Was sagt der Gesetzgeber zur Helmpflicht auf dem Motorrad in Deutschland?

Wann besteht die Helmpflicht beim Motorrad?
Wann besteht die Helmpflicht beim Motorrad?


Um das Verletzungsrisiko beim Motorradfahren zu reduzieren, sollte grundsätzlich eine geeignete Schutzbekleidung getragen werden. Diese besteht unter anderem aus Handschuhen, einem Rückenprotektor, Stiefel zum Schutz der Knöchel und einem passenden Motorradhelm.

Wie die Schutzausrüstung im Einzelnen aussieht, hängt nicht selten von den persönlichen Vorlieben ab, denn der Gesetzgeber gibt dabei nur ein Mindestmaß vor. So existieren konkrete Vorschriften vor allem für die Helmpflicht beim Motorrad. Dazu heißt es in § 21a Abs. 2 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO):

Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen.

Daraus ergibt sich, dass ein Motorradhelm Pflicht ist, wenn das Kraftrad schneller als 20 km/h fahren kann. Darüber hinaus gilt auch für Mitfahrer auf dem Motorrad die gesetzliche Helmpflicht.

Damit ein Schutzhelm als „geeignet“ gilt, muss dieser in der Regel gemäß ECE-Norm-22-05 gebaut, geprüft und genehmigt sein. Allerdings können auch Modelle ohne entsprechendes Prüfzeichen den Vorgaben zur Helmpflicht beim Motorrad entsprechen. Denn laut Gesetzgeber muss ein Helm lediglich durch seine Bauart als Schutzhelm geeignet sein.

Gilt ebenso eine Helmpflicht beim Trike?

Besteht laut Gesetzgeber beim Trike eine Helmpflicht? Ja oder nein?
Besteht laut Gesetzgeber beim Trike eine Helmpflicht? Ja oder nein?

Bei Trikes handelt es sich um ein offenes, motorisiertes Kfz, welches über ein Vorderrad und zwei Hinterräder verfügt.

Ob für diese Fahrzeuge ebenfalls eine Helmpflicht wie beim Motorrad gilt, hängt von der Bauform bzw. dem Baujahr ab.

Denn gemäß § 21a StVO kann auf das Tragen eines Schutzhelmes verzichtet werden, wenn das Trike über vorschriftsgemäße Sicherheitsgurte verfügt und diese auch angelegt sind. In diesem Fall greift somit die Anschnallpflicht.

Mit dem Motorrad ohne Helm unterwegs: Welche Strafe droht?

Schwerwiegende Strafe? Wer ein Motorrad ohne Helm fährt, muss in der Regel nur mit einem Bußgeld rechnen.
Schwerwiegende Strafe? Wer ein Motorrad ohne Helm fährt, muss in der Regel nur mit einem Bußgeld rechnen.

Der Gesetzgeber ahndet das Motorradfahren ohne entsprechenden Helm mit einem Bußgeld bzw. Verwarngeld in Höhe von 15 Euro.

Ist die Verkehrssicherheit von Kindern gefährdet, droht zudem eine höhere Strafe. Werden diese ohne Helm auf dem Motorrad transportiert, sieht der Bußgeldkatalog mindestens ein Bußgeld von 60 Euro sowie einen Punkt in Flensburg vor. Darüber hinaus ist dieser Tatbestand als B-Verstoß zu bewerten, sodass Auswirkungen auf die Probezeit drohen können.

Entschließen Sie sich dazu, ohne Helm Motorrad zu fahren, ist die Strafe laut Bußgeldkatalog ggf. nicht die einzige Folge. Denn kommt es während der Missachtung der Helmpflicht mit dem Motorrad zu einem Unfall, kann der Zweiradfahrer aufgrund des Fehlens seines Schutzhelms eine Mitschuld erhalten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn als Unfallfolge eine Kopfverletzung aufgetreten ist.

Um eine Mithaftung von bis zu 30 Prozent zu vermeiden, muss der Fahrer nachweisen, dass die Kopfverletzung auch mit einem geeigneten Helm entstanden wäre. Wie Sie dabei am besten vorgehen, sollten Sie ggf. mit einem Anwalt für Verkehrsrecht abwägen.
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