Parkhausunfall – Wer trägt die Schuld, wenn’s im Parkhaus kracht?

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt für alle Bereiche des öffentlichen Verkehrs. Das umfasst dabei regelmäßig auch für jedermann zugängliche Parkhäuser und andere Parkanlagen – unabhängig davon, ob hier explizit auf die StVO verwiesen wird oder nicht. Was bedeutet das nun für einen Parkhausunfall und die Klärung der Schuldfrage?

Besondere Umstände im Parkhaus können Mitschuld begründen

Welche Regelungen greifen bei einem Parkhausunfall?

Welche Regelungen greifen bei einem Parkhausunfall?

Ist ein Parkhaus also grundsätzlich für jedermann zugänglich, handelt es sich um öffentlichen Verkehrsraum. Die Vorschriften der StVO gelten mithin auch hier. Allerdings haben Gerichte in der Vergangenheit oftmals erkennen lassen, dass für Parkflächen nicht dieselben Maßstäbe gelten wie für Straßen. Regelungen wie rechts vor links oder andere Vorschriften können so nicht eins zu eins auch auf ein Parkhaus übertragen werden.

Als wichtigster Grundsatz sei hier deshalb stets auf die besondere Sorgfaltspflicht aller Fahrer hinzuweisen. Kommt es damit etwa zu einem Parkhausunfall, weil ein anderer Verkehrsteilnehmer die einem anderen vermeintlich zustehende Vorfahrt missachtete, kann so schnell auch dem Unfallgegner eine Mitschuld zugewiesen werden. Hat der Geschädigte nämlich aufgrund mangelnder Sorgfalt mit zum Parkhausunfall beigetragen, kann die Schuld nicht allein bei dem anderen Kfz-Fahrer gesucht werden.

Unfall im Parkhaus mit abgestelltem Wagen

Doch nicht immer kommt es zwischen zwei aktiv geführten Fahrzeugen zu einem Parkhausunfall. Aufgrund der baulichen Einschränkungen und teils schlechten Lichtverhältnisse kommt es häufiger zu einem Parkschaden. In diesem Falle gelten in der Regel dieselben Vorgaben wie bei anderen Parkplatzunfällen:

  • Der Schuldige muss eine angemessene Zeit auf den Fahrer des anderen Wagens warten (je nach Sachlage zirka 15 bis 60 Minuten, vereinzelt auch noch länger).
  • Hiernach kann er einen Zettel mit seinen Kontaktdaten hinterlassen. Dies genügt jedoch regelmäßig nicht!
  • Können Sie den betroffenen Kfz-Halter nicht ausmachen, wenden Sie sich direkt an die nächstgelegene Polizeistation, um den Parkhausunfall zu melden und ihre Personalien abzugeben. Alternativ können Sie die Polizei natürlich auch direkt zum Unfallort rufen.
Wichtig: Wenn der Verursacher eines Parkschadens nur schnell einen Zettel mit seinen Kontaktdaten am beschädigten Fahrzeug hinterlässt und danach einfach wegfährt, ohne die Polizei in Kenntnis zu setzen, ist oftmals der Tatbestand der Unfallflucht erfüllt.

Unfall in privater Tiefgarage – Betreiber können eigene Regeln aufstellen

Schwieriger kann es verhalten, wenn es in einer privaten Tiefgarage zum Unfall kommt.

Schwieriger kann es verhalten, wenn es in einer privaten Tiefgarage zum Unfall kommt.

Komplizierter gestalten sich Fällen, bei denen es in einer privaten Tiefgarage zu einem Unfall kam. Anders als bei einem Parkhausunfall in öffentlich zugänglichen Bereichen gilt die StVO auf Privatgrundstücken nicht automatisch. Private Parkplätze sind zum Beispiel sind all jene, die entweder bestimmten Personen zugewiesen oder aber nur für einen bestimmten Personenkreis zugänglich sind (etwa mit Zugangskontrollen).

Die StVO erstreckt sich nicht auf diese Bereiche, sodass die Betreiber grundsätzlich auch eigene Regeln für die Benutzung bestimmen können. In diesen Fällen gestaltet sich die Schadensregulierung nach einem Tiefgaragen- oder Parkhausunfall mitunter etwas schwieriger.

Sind Sie in einen Parkhausunfall geraten, wenden Sie sich ggf. an einen Anwalt für Verkehrsrecht. Dieser kann die rechtliche Lage im Einzelfall einschätzen und Sie bei der Regulierung der Schäden gegenüber den Versicherern unterstützen. Tragen Sie selbst keine Schuld an dem Parkhausunfall können die dadurch entstehenden Anwaltskosten ggf. ebenso der gegnerischen Versicherung auferlegt werden.
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