Autofahren: In Griechenland gewöhnungsbedürftig

Urlaub mit dem Auto bedeutet für viele, dass sie das Urlaubsland auf eigene Faust entdecken können und sich nicht nach den Fahrplänen von Zügen oder Bussen richten müssen. Das beim Autofahren, beispielsweise in Griechenland, die Verkehrsregeln vorher bekannt sein sollten, ist für die meisten ein logischer Teil der Vorbereitungen auf die Reise.

Griechenland mit dem Auto erkunden: Oft ein Abenteuer

Autofahren in Griechenland: Was sollten Sie bedenken, bevor der Urlaub beginnt?
Autofahren in Griechenland: Was sollten Sie bedenken, bevor der Urlaub beginnt?

Wer keinen Wagen mieten möchte, nimmt das eigene Auto mit. Es führen nicht nur viele Wege nach Rom, sondern auch zum Olymp. Die Route über die Alpen und Italien zur Fähre nach Griechenland ist wohl die beliebteste und mit vergleichsweise wenig Aufwand verbunden. Doch auch der Landweg über den Balkan kann eine Option sein, wenn sich Reisende diese Strecke zutrauen und so auch einiges von Europa sehen wollen. Mit dem Auto nach Griechenland zu fahren, kann daher reizvoll sein.

In beiden Fällen gilt, das die Vorschriften der jeweiligen Länder zu beachten sind, ansonsten ist der Bußgeldbescheid schon vor dem eigentlichen Urlaubsziel mit dabei. Eine gültige Fahrerlaubnis ist in jedem Land Pflicht, so auch auf der Reise in die Ägäis und vor Ort. Wichtig ist, dass diese auch zum jeweiligen Fahrzeug passt. Wird ein Wohnmobil aufgrund seines Gewichts im Land als LKW gewertet, muss auch ein passender Führerschein auch in Griechenland vorliegen. Im Urlaub das Fahren ohne Fahrerlaubnis zu riskieren, kann ein unschönes Ende nehmen.

Der EU-Führerschein wird in Griechenland und auch in den Ländern auf der Strecke dorthin anerkannt. Deutsche Urlauber, die bereits im Besitz eines solchen sind, müssen also keinen internationalen Führerschein zulegen. Autofahren dürfen in Griechenland alle ab dem Alter von 18 Jahren. Wird allerdings ein Auto gemietet, kann es sein, dass die Verleiher eine Altersgrenze angeben, ab der dies erst möglich ist. In der Regel wird ein Mindestalter von 21 Jahren verlangt.

Mit dem Auto durch Griechenland: Was auf den ersten Blick auffällt

Für Deutsche kann es etwas ungewohnt sein, in Griechenland Auto zu fahren.
Für Deutsche kann es etwas ungewohnt sein, in Griechenland Auto zu fahren.

Ist dann griechischer Boden erreicht, gilt es einiges zu beachten. Das Straßennetz ist in der Regel gut ausgebaut, allerdings kann der Zustand je nach Region stark schwanken, sodass Schlaglöcher oder Schäden nicht selten sind. Auf dem Land und auch auf den Inseln können die Straßen zudem auch sehr eng ausfallen, was eine besondere Umsicht erfordert.

Auf breiteren Straßen, wie Autobahnen oder Schnellstraßen, wird der Standstreifen oftmals durch langsame Fahrer als sogenannte Kriechspur genutzt. Das erleichtert beim Autofahren in Griechenland auch oft das Überholen, da der Langsamere ausweicht. Oft wird das Überholen auch durch Lichthupe angekündigt, Nachfahrende erwarten dann häufig, dass der zu Überholende rechts ranfährt oder den Standstreifen nutzt. Urlauber sollten sich jedoch nicht zum Ausweichen drängen lassen, wenn das nicht möglich ist. Es kann zudem auch sein, dass die Standstreifen teilweise sehr schmal ausfallen und daher Vorsicht geboten ist.

Vor allem die Art, wie Griechen teilweise fahren, kann für Deutsche gewöhnungsbedürftig sein. Im Ausland und so auch in Griechenland ist eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise immer empfehlenswert. Das gilt natürlich auch dann, wenn ein Wagen gemietet wird. So kann es vorkommen, dass es Urlauber beim Autofahren in Griechenland mit Verkehrsteilnehmern zu tun haben, welche die Regeln bzw. die Verkehrszeichen nicht so haargenau beachten. Allerdings sollten sie sich davon nicht beeinflussen oder gar anstecken lassen. Verkehrsschilder müssen im Urlaub beachtet werden, auch wenn es die Einheimischen nicht tun.

Nicht nur in den bei Touristen beliebten Orten sind Roller ein bevorzugtes Transportmittel. Urlauber, die in Griechenland mit dem Auto unterwegs sind, sollten immer damit rechnen, dass sie von einem Roller auch rechts überholt werden. Dabei ist es einigen scheinbar nicht so wichtig, wie viel Platz noch da ist. Auch das Setzen des Blinkers wird von einheimischen Autofahrern oft als nicht notwendig angesehen, daher ist dies ein weiterer Punkt, auf den sich Urlauber vorbereiten sollten.

Das Abbiegen ohne vorheriges Anzeigen oder ein unvorhergesehener Spurwechsel sind nicht selten. Allerdings sollten sich Urlauber davon nicht verleiten lassen, das kann schnell zu Sanktionen führen. Beim Autofahren in Griechenland ist natürlich auch wichtig zu wissen, wo die Reise hingeht. In der Regel sind Verkehrsschilder in griechischer und lateinischer Schrift vorhanden, sodass Autofahrer sich zurechtfinden. Das Navi während der Fahrt zu bedienen, ist auch in Griechenland nicht erlaubt – dann doch lieber einen Parkplatz oder Haltemöglichkeit suchen.

Allgemeine Vorschriften zum Autofahren in Griechenland

Griechenland: Ein Urlaub mit dem Auto sollte ausreichend geplant werden.
Griechenland: Ein Urlaub mit dem Auto sollte ausreichend geplant werden.

Wer in Griechenland im Urlaub mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich schon im Vorfeld mit den gültigen Verkehrsregeln befassen. Denn trotz der laxen Auffassung mancher Griechen, nehmen die Behörden Verstöße durchaus ernst.

Das trifft besonders bei Alkohol am Steuer zu. Alkoholtests finden häufig und auch besonders an den Wochenenden oder in den Hauptferienzeiten statt. Ab 0,5 Promille werden Bußgelder fällig, die ab 200 Euro beginnen. Liegen die Werte beispielsweise über 1,1 Promille, kann das sogar zu einer Freiheitsstrafe führen.

Wichtig ist, dass für Motorradfahrer und Fahranfänger, die den Führerschein weniger als zwei Jahre besitzen, ein Alkoholverbot gilt. Hier greift also eine Null-Promillegrenze.

Auch Geschwindigkeitsüberschreitungen können das Autofahren in Griechenland zum teuren Urlaubserlebnis machen. Denn bereits ab 20 km/h zu viel auf dem Tacho werden 100 Euro fällig. Bei mehr als 30 km/h sind es dann schon 350 Euro und ein Fahrverbot. Daher sollten sich Urlauber an die Tempovorgaben auf den Verkehrsschildern bzw. an die allgemeinen Vorschriften halten. In den Ortschaften sind maximal 50 km/h erlaubt, außerorts in der Regel 90 km/h und auf der Autobahn 130 km/h.

Sanktionen sind oft üblicherweise vor Ort beim zuständigen Finanzamt zu entrichten. Geschieht das innerhalb von zehn Tagen, kann sich die zu zahlende Summe um 50 Prozent verringern. Ist das Begleichen vor Ort nicht möglich, wird in der Regel ein Bußgeldbescheid an den Halter versandt. Diese Bußgelder ab 70 Euro (inklusive Gebühren) sind auch in Deutschland vollstreckbar und sollten daher nicht ignoriert werden.

Was ist in Griechenland noch wichtig?

Zu den weiteren allgemeinen Vorschriften, die beim Autofahren in Griechenland noch wichtig sind, zählt auch, dass eine Gurtpflicht gilt. Auch wenn sich viele Einheimische nicht daran halten, fällt das mit 350 Euro doch vergleichsweise hoch aus. Ein Kindersitz ist in Griechenland ebenfalls Pflicht, wenn Kinder jünger als 12 Jahre oder kleiner als 1,35 Meter sind.

Autofahren in Griechenland: Was kostet es, mit dem Handy erwischt zu werden?
Autofahren in Griechenland: Was kostet es, mit dem Handy erwischt zu werden?

Wer mit dem Handy beim Autofahren in Griechenland erwischt wird, zahlt 100 Euro. Denn das Telefonieren ist nur über eine Freisprechanlage zulässig. Wird ein Radarwarner genutzt kann das 2.000 Euro sowie ein Fahrverbot von 30 Tagen nach sich ziehen.

Kein Bußgeld müssen Urlauber befürchten, wenn sie keine Warnweste dabei haben. Allerdings wird diese dennoch empfohlen, einfach um besser sichtbar zu sein.

Ein Warndreieck und ein Verbandskasten müssen allerdings im Auto vorhanden sein. Ein Feuerlöscher ist nur für in Griechenland zugelassene Fahrzeuge Pflicht, sollte laut ADAC aber auch mitfahren, damit es nicht doch zu Missverständnissen kommt.

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