Fahrverbot umwandeln ohne Anwalt – ist das möglich?

Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog empfinden die wenigsten Autofahrer als angenehm. Das Fahrverbot gehört wohl zu den Nebenstrafen, die die größten Auswirkungen auf den Lebensstil von Straßenverkehrsteilnehmern haben und dementsprechend sicher sehr unbeliebt sind. Viele würden gern ihr Fahrverbot umwandeln, ohne einen kostspieligen Anwalt hinzuzuziehen. Aber ist das überhaupt möglich?

FAQ: Fahrverbot ohne Anwalt umwandeln

Ist es möglich, ein Fahrverbot ohne Anwalt umzuwandeln?

In der Theorie ist das durchaus möglich, in der Praxis kann es für Leihen allerdings schwierig werden, eine ausreichende Begründung zu finden, um das Fahrverbot abzuwenden. Ersttäter haben grundsätzlich bessere Chancen als Verkehrssünder mit zahlreichen Eintragungen im FAER.

Was ist die Alternative zum Fahrverbot?

Gestattet die Bußgeldstelle bzw. das Gericht die Umwandlung, so wird i. d. R. ein höheres (meist doppeltes) Bußgeld für Ihren Verstoß verhängt.

Wie gehe ich dabei vor?

Zunächst müssen Sie gegen den Bußgeldbescheid innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen. Dazu benötigen Sie eine Begründung für die Abwendung des Fahrverbotes. Daneben kann es hilfreich sein, Einsicht zu zeigen, da das Fahrverbot den Zweck hat, den Verkehrssünder zu maßregeln.

Im Video erklärt: Fahrverbot umgehen

Video: Sie wollen Ihr Fahrverbot abwenden? So geht’s!
Video: Sie wollen Ihr Fahrverbot abwenden? So geht’s!

Was kann ein Anwalt für Verkehrsrecht bewirken?

Können Fahrer, welche ein Fahrverbot bekommen, dieses umwandeln, ohne einen Anwalt hinzuzuziehen?
Können Fahrer, welche ein Fahrverbot bekommen, dieses umwandeln, ohne einen Anwalt hinzuzuziehen?
Fahrverbot umwandeln ohne Anwalt – ist das möglich?
Fahrverbot umwandeln ohne Anwalt – ist das möglich?


Anwälte wollen wie jeder andere arbeitende Bürger bezahlt werden. Einen Anwalt für Verkehrsrecht kontaktieren die meisten, wenn sie ein Fahrverbot auferlegt bekommen haben, dieses jedoch nicht antreten möchten. Ihnen stellt sich dann die Frage, ob Sie ein Fahrverbot umwandeln können, ohne einen Anwalt dafür hinzuzuziehen.

So würden Sie die Kosten für den Verkehrsrechtsanwalt sparen. Aber worin kann er Sie eigentlich unterstützen? Das sollten Sie wissen, bevor Sie Ihr Fahrverbot umwandeln wollen, ohne einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

So ein Verkehrsrechtsanwalt kann in den verschiedensten Situationen für Sie tätig werden. Er kann unter anderem:

  • Ihnen Auskunft darüber geben, ob sich der Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid lohnen würde
  • Akteneinsicht bei den Behörden verlangen und in den Unterlagen nach Fehlern suchen
  • Erreichen, dass Ihr Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umgewandelt wird
  • Sie bei einer Verkehrsstraftat vor Gericht vertreten und ggf. eine milde Strafe oder sogar einen Freispruch für Sie erreichen
  • Sie unter Umständen auch zu Fragen des Luft- oder Wasserrechts beraten

Einige dieser Dinge können Sie als Privatperson auch allein bewerkstelligen. Ein Rechtsanwalt hat in der Regel aber mehr Möglichkeiten. Er kann sich zum Beispiel die gewünschten Akten bequem zuschicken lassen und Sie über den aktuellen Stand in Kenntnis setzen. Als Privatperson dürfen Sie die Unterlagen nur persönlich bei der Polizeidienststelle oder der Bußgeldbehörde einsehen. Ob es möglich ist, ein Fahrverbot zu umgehen, ohne einen Anwalt damit zu beauftragen, wird im Folgenden geklärt.

Fahrverbot umwandeln: So gehts ohne Anwalt

Diese Daten sind beim Einspruch wichtig, wenn Sie Ihr Fahrverbot umwandeln wollen ohne einen Anwalt zu beauftragen.
Diese Daten sind beim Einspruch wichtig, wenn Sie Ihr Fahrverbot umwandeln wollen, ohne einen Anwalt zu beauftragen.

Tatsächlich ist es nicht gesetzlich geregelt, dass Betroffene einen Beistand benötigen, um ihr Recht vor einem Amtsgericht durchzusetzen. Also können Sie theoretisch auch ein Fahrverbot umwandeln, ohne einen Anwalt heranzuziehen. Dafür sollten Sie zunächst unbedingt eine Frist einhalten.

Ab Zustellung müssen Sie in einer Zeit von zwei Wochen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen.
Eine gewisse Ordnung sollten Sie in Ihren Unterlagen wahren, da Sie beim Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einige wichtige Daten zur Hand haben müssen, wenn Sie Ihr Fahrverbot umwandeln wollen, ohne einen Anwalt zu beauftragen. Dazu gehören:

  • Die Adresse der Behörde
  • Das Datum, an dem der Bescheid erstellt wurde
  • Ihr Aktenzeichen
  • Die Sanktionen, die Sie laut Bescheid zu erwarten haben, wie etwa Punkte in Flensburg oder Bußgelder
  • Und das Wichtigste: eine Begründung für den Widerspruch

Führerschein behalten, Fahrverbot umwandeln: Ohne Anwalt (aber auch mit) kommt’s auf den Grund an

Ein Fahrverbot umwandeln ohne Anwalt. führt beim Scheitern einer Gerichtsverhandlung zu Kosten, die Sie selbst tragen müssen.
Ein Fahrverbot umwandeln zu wollen ohne Anwalt, führt beim Scheitern einer Gerichtsverhandlung zu Kosten, die Sie selbst tragen müssen.

Sie wollen also nicht auf das Fahren verzichten, obwohl Ihnen eigentlich ein Monat Fahrverbot droht, und fällen die Entscheidung, sich selbst zu vertreten. Sie benötigen einen guten Grund, warum die Behörden etwa ein doppeltes Bußgeld ansetzen sollten, damit Sie mobil bleiben können. Dem kommen die Bußgeldstellen oder Gerichte oft nur bei Ersttätern nach, wodurch die Chancen dann ganz gut stehen, Ihr Fahrverbot umwandeln zu können, ohne einen Anwalt dafür zu benötigen.

Gerade bei der Begründung kann ein Rechtsbeistand helfen, ein Fahrverbot zu umgehen. Ohne einen Anwalt müssen Sie selbst nach dieser Grundlage suchen. So könnte der entsprechende Blitzer etwa nicht ordnungsgemäß geeicht oder gewartet gewesen sein. Dies können Sie etwa den Akten bei einer Einsicht dieser entnehmen. Unter Umständen können Sie das Fahrverbot auch wegen beruflicher Unzumutbarkeit abwenden, weil Sie dann Ihren Job verlieren würden.

Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung und sollten Sie scheitern, weil Sie Ihr Fahrverbot umwandeln wollten, ohne einen Anwalt hinzuzuziehen, müssen Sie die Kosten für den Prozess selbst tragen und das Fahrverbot wie geplant hinnehmen.
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Über den Autor

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Cynthia W.

Cynthia ist seit 2016 Online-Redakteurin bei bussgeldkataloge.de. Mit einem umfangreichen Hintergrundwissen zu Rechtsthemen und der Fähigkeit, komplexe rechtliche Konzepte verständlich zu erklären, unterstützt sie unser Redaktionsteam bei der Erstellung von informativen und spannenden Artikeln rund ums Verkehrsrecht.

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