Handy-Blitzer: Wie ein Blitzer mit künstlicher Intelligenz Handysünder überführt

Von bussgeldkataloge.de, letzte Aktualisierung am: 15. Oktober 2021

In den Niederlanden kommt seit Ende 2020 ein spezieller Handy-Blitzer zum Einsatz. Dieser verfügt über eine künstliche Intelligenz und kann so die Smartphone-Nutzung am Steuer erkennen. Erstmals wurde ein solches Gerät 2019 in Australien eingesetzt. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie der Smartphone-Blitzer genau funktioniert.

FAQ: Handy-Blitzer

Wie funktionieren Handy-Blitzer?

Die Blitzer mit Handy-Erkennung greifen auf ein spezielles Kamerasystem zurück, welches in das Fahrzeug fotografiert. Eine künstliche Intelligenz erkennt dann, ob der Fahrer einen Gegenstand in der Hand hält. Was die Polizeibeamten als nächsten Schritt mit den Aufnahmen machen, lesen Sie hier.

Wo werden Handy-Blitzer eingesetzt?

Handy-Blitzer kommen in den Niederlanden zum Einsatz, auch in Belgien gibt es Stimmen, die fordern, dass die Handyerkennung per Blitzer mit künstlicher Intelligenz eingeführt wird. Handy-Blitzer werden in Deutschland aktuell nicht eingesetzt.

Können alle Blitzer ein Handy erkennen?

Nicht alle Blitzermodelle können als Beweismittel für die Ordnungswidrigkeit Handy am Steuer genutzt werden bzw. einen Handyverstoß überhaupt aufdecken.

Blitzer erkennt Handy am Steuer durch künstliche Intelligenz

Wie können die modernen Blitzer ein Handy erkennen?
Wie können die modernen Blitzer ein Handy erkennen?

Wie bereits erwähnt, werden in den Niederlanden seit Ende 2020 die neuen Handy-Blitzer eingesetzt. Zuvor hatte die neue Technologie eine einjährige Testphase durchlaufen. Die Notwendigkeit für eine verstärkte Kontrolle von „Handy am Steuer“ liegt in der Unfallstatistik: In den Niederlanden ist ca. jeder dritte Unfall auf eine Handynutzung am Steuer zurückzuführen.

Dieser Punkt und die erfolgreiche Testphase haben letztendlich dazu geführt, dass die Handy-Blitzer eingeführt wurden. Doch wie funktionieren die Geräte in Verbindung mit einer künstlichen Intelligenz eigentlich?

Die Handy-Blitzer verwenden ein spezielles Kamerasystem. Dieses fotografiert in aller Regel von schräg oben in ein vorbeifahrendes Fahrzeug hinein. Die dabei erfassten Daten werden dann von einer künstlichen Intelligenz überprüft.

Die KI kann dabei erfassen, ob der Fahrer etwas in der Hand hält oder ob sich ein Gegenstand auf seinem Oberschenkel befindet. Im nächsten Schritt sichten Polizeibeamte die Aufnahmen. Stellt sich dabei heraus, dass es sich nicht um ein verbotenes elektronisches Gerät handelt, wird die Aufnahme umgehend gelöscht.

Handelt es sich allerdings tatsächlich um ein Handy am Steuer, wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Anders als in Deutschland, gilt in den Niederlanden die Halterhaftung. Der Fahrzeughalter muss dann also mit einem Bußgeld von bis zu 240 Euro rechnen.

Gut zu wissen: Um dem Datenschutz Rechnung zu tragen, erfassen die Handy-Blitzer nicht das Gesicht des Fahrzeugführers. In Deutschland könnte die Aufnahme in einem solchen Fall nicht als Beweismittel im Bußgeldverfahren genutzt werden. Hierzulande gilt nämlich die Fahrerhaftung, sodass eine Geldbuße nur ausgesprochen werden kann, wenn der Fahrer eindeutig identifizierbar ist.

Video: Das Wichtigste zum Handyverstoß

Erfahren sie in diesem Video, unter welchen Umständen die Handynutzung am Steuer verboten ist.

Wird der Handy-Blitzer zukünftig in Deutschland eingesetzt?

Die modernen Handyblitzer werden in Deutschland nicht eingesetzt.
Die modernen Handyblitzer werden in Deutschland nicht eingesetzt.

Aktuell wird der moderne Blitzer mit Handy-Erkennung nicht in Deutschland eingesetzt. Eine Einführung steht aktuell auch nicht zur Debatte.

Es ist davon auszugehen, dass einige datenschutzrechtliche Bedenken gegen einen Einsatz der Handy-Blitzer in Deutschland sprechen würden.

Daher ist wahrscheinlich nicht damit zu rechnen, dass die neuen Handy-Blitzer in naher Zukunft auch in Deutschland zum Einsatz kommen werden.

Welche Strafe droht bei Handy am Steuer?

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Ordnungswidrigkeit „Handy am Steuer“ in Deutschland überhaupt nicht verfolgt bzw. sanktioniert wird. Denn gemäß § 23 Absatz 1a Straßenverkehrsordnung (StVO) ist die Nutzung elektronischer Geräte am Steuer untersagt:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, nur benutzen, wenn

1. hierfür das Gerät weder aufgenommen noch gehalten wird und

2. entweder

a) nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird oder

b) zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist.

[…]

Verstoßen Sie gegen diese Vorgabe, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit. Die Nutzung vom Handy am Steuer wird mit einer Geldbuße in Höhe von 100 Euro sowie einem Punkt in Flensburg sanktioniert.

Wichtig: Werden Sie am Steuer mit dem Handy durch einen Blitzer überführt und befinden sich in der Probezeit, stellt diese Ordnungswidrigkeit einen A-Verstoß dar und setzt dementsprechend Probezeitmaßnahmen in Gang. Das bedeutet, dass sich Ihre Probezeit um zwei Jahre verlängert und Sie an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar teilnehmen müssen. Leisten sich Fahranfänger in der Probezeit insgesamt drei A-Verstöße, wird die Fahrerlaubnis wieder entzogen.

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