Reifenalter – wie alt dürfen Ihre Reifen eigentlich sein?

Der Autoreifen ist ein sehr wichtiger und häufig vergessener Bestandteil Ihres fahrbaren Untersatzes. Dabei sind die Ringe aus Gummi die Verbindung zwischen Felge und Asphalt und sorgen dafür, dass Sie sich kontrolliert, sicher und bequem im Straßenverkehr bewegen können. Doch wie überprüfen Sie beim Reifen das Alter und wie alt dürfen Autoreifen sein? Dieser Beitrag beantwortet wichtige Fragen zum Thema.

FAQ: Reifenalter

Gibt es eine feste Regelung, ab welchem Alter Reifen nicht mehr benutzt werden dürfen?

Nein, die StVO verlangt lediglich, dass das Fahrzeug verkehrssicher sein muss. Und es gibt die Empfehlung, die Reifen alle sechs Jahre auszutauschen.

Warum sollten Sommerreifen und Winterreifen ab einem bestimmten Alter gewechselt werden?

Im Laufe der Zeit nutzt sich das Profil ab, sodass die Reifen nicht mehr gut auf der Fahrbahn haften und das Unfallrisiko steigt.

Muss ich ein Bußgeld bezahlen, wenn ich mit zu alten Reifen erwischt werde?

Wenn die Reifen aufgrund von Abnutzung und Alter eine Profiltiefe von 1,6 mm unterschreiten, kann das mindestens 60 Euro kosten.

Wie alt darf ein Reifen in Deutschland sein?

Wie alt dürfen Reifen in Deutschland überhaupt sein?
Wie alt dürfen Reifen in Deutschland überhaupt sein?

Das Alter von Reifen zeugt nicht zwangsläufig von deren Abnutzung, kann jedoch oft als verlässlicher Indikator dafür herangezogen werden. Je länger Sie Ihr Fahrzeug und Ihre Reifen benutzen, desto mehr sind diese Temperaturschwankungen, der Sonneneinstrahlung und dem Straßenbelag ausgesetzt.

Im Alter und mit steigender Abnutzung steigt das Risiko, dass es aufgrund der Reifen zu einem Unfall kommt, etwa durch niedriges Profil und schlechte Haftung. Deshalb sollten Sie die Reifen regelmäßig wechseln.

Feste Regelungen gibt es nicht, nur Empfehlungen

Wann ist das maximale Alter von Autoreifen erreicht?
Wann ist das maximale Alter von Autoreifen erreicht?

Das deutsche Verkehrsrecht sieht keine festen Regelungen zum maximalen Reifenalter vor. Indirekt gibt aber die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) zu verstehen, dass es in der Verantwortung des Fahrzeugführers liegt, das Fahrzeug verkehrssicher zu halten.

Dementsprechend ist es am Fahrer, vor der Fahrt zu überprüfen, ob die Reifen noch fahrtauglich sind oder ein gewisses Reifenalter überschritten haben. Kommt es aufgrund der Reifen im hohen Alter zu einem Unfall oder einer Gefährdung, kann der Fahrer nämlich dafür sanktioniert werden.

Um sicherzugehen, dass das Alter von Ihren Reifen noch nicht zu hoch ist, können Sie sich an bestehende Empfehlungen halten.

Autoreifen: Empfohlene Altersgrenze laut TÜV

Das Alter, welches Autoreifen maximal haben sollten, wird von Kfz-Versicherungen, TÜV und ADAC relativ einstimmig benannt. In der Regel wird empfohlen, Ihre Reifen alle sechs Jahre zu wechseln. Vereinzelt wird eingeräumt, dass Sommerreifen erst nach acht Jahren ausgewechselt werden sollten, da hier der Verschleiß oft geringer sei.

Besonders hochwertige Reifen können auch bis zu zehn Jahre lang verwendet werden. Danach ist aber für so gut wie alle Autoreifen Schluss.

Dasselbe gilt für Winterreifen

Wie alt dürfen Winterreifen sein? Auch sie unterliegen keinen Speziellen Auflagen. Allerdings sollten Sie hier neben dem Reifenalter besonders auf die Profiltiefe achten, für die das Winterreifen-Alter ein Indikator sein kann. Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe für Winter- und Sommerreifen in Deutschland beträgt 1,6 Millimeter. Allerdings empfehlen bekannte Begutachtungsstellen eine Tiefe von mindestens 4 Millimetern für Winterreifen, da durch Glatteis und Schnee der Halt der Reifen besonders auf die Probe gestellt wird.

Beim Autoreifen ist das Alter zu hoch – welches Bußgeld erwartet Sie?

Ultimatives Reifenalter: Maximal sollte die Bereifung sechs bis zehn Jahre alt sein.
Ultimatives Reifenalter: Maximal sollte die Bereifung sechs bis zehn Jahre alt sein.

Wenn Ihre Reifen ein kritisches Alter erreichen und ein gewisses Maß an Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist, sind Sie in der Verantwortung, die Reifen zu wechseln. Tun Sie dies nicht, kann Ihnen eventuell fahrlässiges Handeln unterstellt werden. Kommt es dann zu einem Unfall, könnten Sanktionen auf Sie zukommen.

Doch müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen, wenn das Reifenalter Ihrer Bereifung zu hoch ist? Da es bei Reifen kein Alter gibt, das maximal erreicht werden darf, kann hier auch keine pauschale Sanktionierung erfolgen. Allerdings können in zunehmendem Alter Mängel auftreten, die sehr wohl mit einem Bußgeld belegt sind, wenn sie nicht behoben werden.

Ein klassisches Beispiel dafür ist die Profiltiefe. Werden Sie bei einer Kontrolle mit einem Profil erwischt, das die Mindesttiefe von 1,6 mm unterschreitet, müssen Sie mit einem Bußgeld von 60 Euro rechnen. Je nachdem, ob eine Gefährdung vorlag oder es zu einem Unfall kam, kann das Bußgeld auch bis zu 90 Euro betragen.

Wie können Sie mit der DOT-Nummer das Reifenalter bestimmen?

DOT-Nummer: Das Reifenalter können Sie auf der Reifenflanke ablesen.
DOT-Nummer: Das Reifenalter können Sie auf der Reifenflanke ablesen.

Nicht immer haben Sie den Kaufbeleg Ihres Reifensatzes noch zur Hand. Auch ist es Laien anhand des Gummis oft nur schwer möglich, bei ihren Reifen das Alter festzustellen. Wie also können Sie sicher gehen, dass Ihre Reifen noch nicht zu alt sind und sie keine Gefährdung für den Straßenverkehr darstellen?

Die Antwort lautet: Mithilfe der DOT-Nummer. DOT steht für „Department of Transportation“. Dabei handelt es sich um das amerikanische Verkehrsministerium, welches die Nummer in den 70er Jahren entwickelte. Mittlerweile ist sie weltweit in Verwendung.

Die Nummer, anhand derer Autoreifen ihr Alter preisgeben, besteht aus vier Bestandteilen. Der erste ist immer das Präfix „DOT“, woran die Nummer zu erkennen ist. Die anderen drei Teile sind:

  1. Das Werkskürzel: Es gibt an, wo ein Reifen hergestellt wurde.
  2. Die Reifengröße und gegebenenfalls die Herstellercodierung.
  3. Der Produktionszeitraum bestehend aus Kalenderwoche und –jahr der Herstellung.

Ein Beispiel für eine solche DOT-Nummer lautet:

DOT H2UV YC3B 5015

Um das Reifenalter gemäß DOT feststellen zu können, benötigen Sie also nur die letzten vier Ziffern des Codes. Die ersten beiden, in diesem Fall „50“, geben die Kalenderwoche an, in der ein Autoreifen hergestellt wurde. Die letzten beiden, also „15“, stehen für das Produktionsjahr, in diesem Fall also 2015. Dementsprechend wurde der Beispielreifen im Dezember 2015 hergestellt.

Gemäß der Empfehlung zum Reifenalter des TÜV und anderer Organisationen sollte der Reifen also im Dezember 2021 gewechselt werden.

Was passiert eigentlich im Reifen bei zunehmendem Alter?

Winterreifen: Mit zunehmendem Alter werden sie porös und unsicher.
Winterreifen: Mit zunehmendem Alter werden sie porös und unsicher.

Die Alterungsprozesse von Reifen sind sehr komplex. Dabei verändert sich durch physikalische und chemische Prozesse deren Beschaffenheit, wodurch sie zunehmend weniger Sicherheit bieten können.

Auf der einen Seite sorgen chemische Einflüsse für Veränderung. Dazu gehören unter anderem die UV-Strahlung, Ozon und Sauerstoff in der Atmosphäre, aber auch Temperaturschwankungen, die chemische Konsequenzen haben können. Temperaturen, Strahlung und Gase provozieren Reaktionen, die die Reifen mit der Zeit porös werden lassen oder das Gummi zum Verhärten bringen.

Daneben wirken auch physikalische Prozesse wie Temperatur und Reibung durch ständige Benutzung auf unterschiedlichen Belägen. Auch diese haben einen starken Einfluss auf die Beschaffenheit von Reifen im Alter.

Um Reifen vor übermäßiger Abnutzung zu schützen, empfiehlt sich eine sachgerechte Reifenlagerung. Reifen sind in der Regel trocken und kühl, bei Temperaturen unter 35 Grad, idealerweise unter 25 Grad, zu lagern. Dabei sollten sie auch vor Licht bestmöglich geschützt werden.
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