Maut in Island: Ist die Straßennutzung gebührenpflichtig?

Island bietet alles, was Outdoor-Fetischisten, Naturliebhaber und Reisefans suchen: atemberaubende Landschaften aus schroffen Bergen, grünen Hochebenen, heißen Quellen und einer rauen Küste. Island ist einzigartig – und daher sehr beliebt bei Reisenden. Der Mietwagen ist die üblichste Möglichkeit, die Insel zu erkunden. Doch die meisten Bewohner europäischer Staaten kennen eine Maut – auch in Island?

Kostet es generell Maut, in Island die Straßen zu benutzen?

Die Vulkaninsel hat faszinierende Landschaften zu bieten. Eine Maut hat Island nicht eingeführt.

Die Vulkaninsel hat faszinierende Landschaften zu bieten. Eine Maut hat Island nicht eingeführt.

Island ist das Sehnsuchtsziel vieler Reisender, die vor allem Wert auf eine nordische Natur subarktischen Klimas legen. Die größte Vulkaninsel der Welt ist gleichzeitig auch das am dünnsten besiedelte Land Europas – nur knapp 353.000 Einwohner verteilen sich auf eine Fläche von 103.125 Quadratkilometern . Damit teilen sich im Vergleich zu Deutschland, wo auf einem Quadratkilometer etwa 232 Einwohner leben, in Island die gleiche Fläche im Durchschnitt lediglich 3,4 Einwohner.

Nur das Meer zu unterqueren, kostet auf einer Strecke Maut in Island.

Nur das Meer zu unterqueren, kostet auf einer Strecke Maut in Island.

Hinzu kommt: Etwa 60 Prozent der Bevölkerung leben in der Region der Hauptstadt Reykjavík. Viele Menschen der restlichen 40 Prozent leben zudem in den Küstenregionen. Da verwundert es nicht, dass sich durch das Inselinnere nur wenige Straßen ziehen. Insbesondere der Vatnajökull-Nationalpark (benannt nach dem gleichnamigen eisreichsten Gletscher Europas) ist nur mit wenigen Straßen ausgestattet.

Eine umfassende Pkw-Maut für Island gibt es nicht – was auch daran liegen mag, dass es keine Autobahnen gibt. Von den rund 13.000 Kilometern offizieller Straßen ist nicht einmal die Hälfte asphaltiert. Vor allem die Ringstraße (isl. „Hringvegur“) an der Küste entlang und die meisten Hauptstraßen sind geteert. Bei Nebenstraßen und Hochlandpisten handelt es sich dagegen meist um Schotterpisten.

Hvalfjarðargöng: Einzige Maut in Island

Lediglich ein Teil der Ringstraße, der Tunnel Hvalfjörður, der unter dem gleichnamigen Fjord hindurchführt, ist mautpflichtig. Mit seiner Inbetriebnahme wurde die Fahrtzeit von Reykjavík in die Westfjorde und die nördlichen Regionen Islands inklusive der großen Halbinseln um fast eine Stunde verringert.

Der Straßenteil, den die Maut in Island betrifft, liegt nördlich der Hauptstadt in einer Tiefe von bis zu 165 m unter dem Meeresspiegel und ist rund 5,8 km lang. Fahrzeuge dürfen eine maximale Höhe von 4,2 m haben, wenn sie den Hvalfjarðargöng nutzen wollen.

Im Vergleich zu anderen Meeresquerungen, beispielsweise der dänisch-schwedischen Öresundbrücke, gestaltet sich die einzige Maut in Island recht günstig. Sie berechnet sich in Abhängigkeit der Fahrzeuglänge:

Fahr­zeug­kate­gorieMaut in ISK (ein­fache Fahrt)Maut in EUR*Maut mit Anhän­gerMaut mit Anhän­ger in EUR*Buß­geld bei nicht ord­nungs­gemäß ent­richt­eter Maut in ISK/EUR*
Kate­gorie I: Fahr­zeuge von weni­ger als 6 m 100007,24Ge­spann­länge unter 8 m: 1100
Ge­spann­länge über 8 m: Kate­gorie II
Gespann­länge unter 8 m: 07,963800 / 27,50
Kate­gorie II: Fahr­zeuge von 6 bis 8 m 130009,41Ge­spann­länge über 8 m: Kate­gorie III
Ge­spann­länge über 12 m: Kate­gorie IV
4100 / 29,67
Kate­gorie III: Fahr­zeuge von 8 bis 12 m250018,10--5300 / 38,35
Kate­gorie IV: Fahr­zeuge län­ger als 12 m340024,60--6200 / 44,86
Kate­gorie V: Motor­räder20001,45--3000 / 21,71
*Anga­ben in Euro sind ledig­lich Ver­gleichs­werte (Stand: Jan. 2019). Die tatsächlichen Kos­ten sind abhän­gig vom jeweil­igen Wech­sel­kurs.

Tipps für den Islandurlaub: Mietwagen und Co.

Viele Menschen, die die Insel bereisen wollen, entscheiden sich für einen Mietwagen, auch weil es überwiegend keine Maut in Island gibt. Da die Straßen und die Witterungsbedingungen für deutsche Autofahrer eine Herausforderung sein können, gibt es einige Aspekte zu beachten:

Bußgeld statt Maut - In Island werden Offroad-Fahrer hart bestraft!

Bußgeld statt Maut – In Island werden Offroad-Fahrer hart bestraft!

  • Viele, für isländische Verhältnisse normale, Straßen sind lediglich Pisten. Wer nicht nur in Reykjavík unterwegs ist, sollte unbedingt ein geländegängiges Fahrzeug mieten. Fragen Sie sich, ob Sie sich das Fahren auf Schotterpisten und durchs Hochland zutrauen – das kann auch bedeuten, dass Sie geröllige, schlammige und unwegsame Stellen überwinden oder beurteilen müssen, ob ein Fluss an dieser Stelle furtbar ist oder nicht. Das Fahren durch Flüsse ist auf einigen Straßen regelmäßig notwendig.
  • Achten Sie auf eine gute Haftpflichtversicherung ohne Selbstbeteiligung und inkl. der Abdeckung von Reifen-, Unterboden- und Glasschäden (z. B. Vollkasko).
  • Beachten Sie unbedingt lokale Hinweisschilder wie Sperrungen und die Wetterprognosen. Insbesondere im Hochland kann sich das Wetter innerhalb kürzester Zeit derart verschlechtern, dass die Weiterfahrt einem Himmelfahrtskommando gleicht.
Achtung! Zwar gibt es keine Maut in Island und die Straßen sind oft unbefestigt: Das Offroad-Fahren ist aufgrund der Bodenbeschaffenheit und des empfindlichen Ökosystems aber strengstens untersagt und wird hart bestraft! So führen illegale Fahrspuren zu verstärkter Erosion und der Boden benötigt mehrere Jahre, ehe er wieder intakt ist. Als Offroad-Fahren gilt in aller Regel jedes Verlassen der Fahrbahn.
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