Strengere Regeln für Fahranfänger: Verkehrsexperten fordern mehr Kontrolle

News veröffentlicht am 29. Januar 2020

Experten planen, auf dem 58. Deutschen Verkehrsgerichtstag, der vom 29. bis zum 31. Januar in Goslar stattfindet, strengere Regeln für Fahranfänger vorzuschlagen. Nachdem sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gebracht haben, sollen Führerscheinneulinge auch zukünftig noch kontrolliert werden. Unter anderem geht es den Verkehrsexperten um eine längere Probezeit, eine beschränkte Motorleistung sowie diverse „Feedback-Fahrten“.

Fahranfänger sind immer noch überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt

Strengere Regeln für Fahranfänger: Unter anderem werden „Feedback-Fahrten“ gefordert, die ein Fahrlehrer überwacht.
Strengere Regeln für Fahranfänger: Unter anderem werden „Feedback-Fahrten“ gefordert, die ein Fahrlehrer überwacht.

Unter anderem sollen den Verkehrsexperten zufolge strengere Regeln für Fahranfänger her, weil frischgebackene Fahrer bereits seit Jahren überdurchschnittlich oft an Unfällen im Straßenverkehr beteiligt sind. Aufgrund ihrer Unerfahrenheit bringen sie sich selbst oft in brenzlige Situationen und schätzen mögliche Risiken nicht als solche ein.

Weiterhin gibt die Quote an nicht bestandenen Führerscheinprüfungen zu denken:

  • Bei der praktischen Prüfung lag die Durchfallquote zuletzt bei 35 Prozent.
  • Die theoretische Prüfung bestanden sogar 39 Prozent der Fahrschüler nicht.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sieht einen Grund dafür darin, dass die Anforderungen schlichtweg gestiegen seien. Es reiche längst nicht mehr aus, einfach alle Fragen inklusive der passenden Antworten einfach auswendig zu lernen. Daher plant der DVR, sogenannte „Feedback-Fahrten“ vorzuschlagen, die unter der Aufsicht von Fahrlehrern nach der bestandenen Prüfung in regelmäßigen Abständen stattfinden sollen.

Um einen Anreiz für die Teilnahme an diesen Feedback-Fahrten zu schaffen, soll es Führerscheinneulingen dadurch möglich sein, die Probezeit zu verkürzen. Dieser Vorschlag für strengere Regeln für Fahranfänger stieß bereits beim ADAC auf Sympathie; der Automobilclub sprach sich dafür aus.

Probezeit verlängern, Motorleistung beschränken

Strengere Regeln für Fahranfänger: Auch eine längere Probezeit steht im Raum.
Strengere Regeln für Fahranfänger: Auch eine längere Probezeit steht im Raum.

Eine Projektgruppe bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums eingerichtet wurde, spricht sich ebenfalls für strengere Regeln für Fahranfänger aus.

Wenn es nach ihr ginge, würde die Probezeit längst nicht mehr zwei, sondern drei Jahre lang andauern. Der Unfallforscher Siegfried Brockmann hält diese Maßnahme durchaus für gerechtfertigt, da

Pkw-Fahrer ab 21 bis 24 Jahren immer noch ein statistisch höheres Unfallrisiko aufweisen als erwachsene Fahrer ab 25 Jahren. Deshalb wäre auch eine Ausweitung der Null-Promille-Grenze auf diese Altersgruppe sinnvoll.“

Brockmann wünscht sich weiterhin strengere Regeln für Fahranfänger zwischen 18 und 21 Jahren. Er schlägt vor, die Motorleistung der Fahrzeuge dieser Fahrer auf höchstens 90 PS zu beschränken, um so vor allem junge Männer davon abzuhalten, es mit der Geschwindigkeit zu übertreiben und so nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr zu bringen.

Wie diese Leistungsbeschränkung der Motoren vonstattengehen sollte, erwähnte Brockmann bei seinen Ausführungen allerdings nicht. Vom 29. bis zum 31. Januar können die Experten ihre Vorschläge auf dem Verkehrs­gerichtstag in Goslar vortragen. Es bleibt abzuwarten, welche davon Anklang finden und welche nicht.

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