Urintest: Untersuchung vom Urin mittels Teststreifen

Autofahrer, die sich noch hinters Steuer setzen, obwohl sie im Vorfeld Alkohol oder Drogen konsumiert haben, geraten aufgrund ihrer auffälligen Fahrweise nicht selten in eine Verkehrskontrolle. Ist das Misstrauen der Polizeibeamten erst einmal geweckt, können Sie in diesem Zuge einen Urintest durchführen, der schlimmstenfalls die Entziehung der Fahrerlaubnis zur Folge hat.

Achtung Urinkontrolle: Was der Urin über seinen Besitzer verrät

Drogentest: Der Urin gibt Aufschluss über im Vorfeld konsumierte Substanzen.

Drogentest: Der Urin gibt Aufschluss über im Vorfeld konsumierte Substanzen.

Um den menschlichen Körper zu entgiften, filtern die Nieren Fremdstoffe aus dem Blut, die wiederum über den Urin ausgeschieden werden. Da auch die Abbauprodukte von Drogen und Alkohol zu diesen Fremdstoffen zählen, bietet sich die Durchführung von einem Urintest an, um genau diese Abbauprodukte nachzuweisen.

Dabei spielen jedoch einige Faktoren eine Rolle:

  • Wie oft fand der Konsum statt?
  • Welche Menge hat die betroffene Person konsumiert?
  • Wie viel Zeit lag zwischen dem Konsum und dem Urintest?
  • Wie viel Zeit ist seit dem letzten Konsum verstrichen?
  • Wie schnell war der Körper der betroffenen Person in der Lage, die jeweilige Substanz abzubauen?
  • Wie gestaltet sich die allgemeine körperliche Verfassung der Person?
Wichtig: Selbst wenn die exakt gleiche Menge konsumiert wurde, kann bei unterschiedlichen Personen ein anderer Wert an Drogen bzw. Alkohol im Urin nachweisbar sein. Denn je nachdem, in welcher körperlichen Verfassung sich ein Mensch befindet, ob er nur gelegentlich Drogen zu sich nimmt oder regelmäßig Alkohol trinkt, können die Ergebnisse aus dem Urintest unterschiedlich ausfallen.

Urintest: Auch auf die Nachweiszeiten der Substanzen kommt es an

Ob THC bei einem Urintest nachgewiesen werden kann, ist u. a. abhängig von den sogenannten Cut-off-Werten.

Ob THC bei einem Urintest nachgewiesen werden kann, ist u. a. abhängig von den sogenannten Cut-off-Werten.

Doch nicht nur die gerade genannten individuellen Umstände einer Person können das Unter­suchungsergebnis der Urinprobe beeinflussen. Es kommt außerdem darauf an, welche Drogen diese zu sich genommen hat, denn für jeden Stoff existieren andere Grenzwerte, was die Nach­weisbarkeit anbelangt. Diese werden Cut-off-Werte genannt.

Im Folgenden haben wir Ihnen einige Substanzen inklusive ihrer jeweiligen Nachweisbarkeit aufgelistet:

SubstanzNachweisbarkeit im Urin
Cannabis (THC)2 - 3 Tage (einmaliger Konsum)

6 - 8 Wochen (regelmäßiger Konsum)

bis zu 12 Wochen (chronischer Konsum)
LSDbis zu 3 Tage
Speed (Amphetamin)1 - 4 Tage
Ecstasy (MDMA, MDE, MDA)1 - 4 Tage
Kokainbis zu 4 Tage (einmaliger Konsum)

bis zu 22 Tage (häufiger Konsum)
Crystal Meth (Methamphetamin)1 - 2 Tage

(bei Dauerkonsum bis zu 1 Woche)
Heroin2 - 3 Tage

Vor allem von Cannabis bzw. seinem psychoaktiven Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (kurz: THC) ist in Bezug auf das Autofahren immer wieder die Rede. Bis zum Jahr 2004 wurde jedem Fahrer, bei dem THC in einem Schnelltest nachgewiesen werden konnte, die Fahrerlaubnis entzogen. Die Höhe der nachgewiesenen Menge war unerheblich. Heutzutage ist ein Grenzwert von einem Nanogramm THC pro Milliliter Blut maßgeblich.

Zwar wird der Stoff in etwa innerhalb von acht Stunden abgebaut, in einem Urintest kann THC allerdings auch danach noch nachgewiesen werden. Dies ist darin begründet, dass sich THC leicht in fettstoffreichem Gewebe – wie z. B. dem Gehirn – ablagert, was dort zu einem langsameren Abbauprozess führt.

Grundsätzlich lassen Urinstreifen nach der Auswertung auch Rückschlüsse auf den Konsum von Alkohol zu.

Grundsätzlich lassen Urinstreifen nach der Auswertung auch Rückschlüsse auf den Konsum von Alkohol zu.

Daher kann THC trotzdem mittels Teststreifen im Urin nachgewiesen werden, obwohl der Betroffene längst nichts mehr von der Wirkung spürt. Wird der Urin einem Test unterzogen, können jedoch nicht nur Drogen nachgewiesen werden. Ebenfalls kann ein Alkoholnachweis durch den Urin per Teststreifen erbracht werden.

Dazu bedarf es des Stoffwechselproduktes Ethylglucuronid (EtG). Nachdem Sie Alkohol getrunken haben, bildet es sich in der Leber und verlässt mit der Zeit den Körper über den Urin.

Je nachdem, in welcher Menge sich der Alkohol im Körper befindet, ist es möglich, das EtG durch einen Urintest noch zwischen 12 und 48 Stunden nach dem Konsum nachzuweisen. Doch auch hier gilt: Jede Person baut Alkohol unterschiedlich schnell ab, was unter anderem abhängig von der körperlichen Verfassung und dem gewöhnlichen Trinkverhalten ist.

Methoden der Urinanalyse

Eine Urinuntersuchung kann grundsätzlich auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen:

  1. Überprüfung vom Urin per Teststreifen (Schnelltest)
  2. Urintest durch ein Screening im Labor

Zu einem Urinschnelltest kommt es normalerweise im Zuge einer polizeilichen Verkehrskontrolle, wenn die Beamten einen vorherigen Konsum von Drogen oder Alkohol vermuten. Dazu müssen die Teststreifen in den Urin getaucht werden und verfärben sich im Anschluss an einer oder mehreren Stellen, wodurch das Vorhandensein bestimmter Substanzen nachgewiesen werden kann.

Betroffene haben die Möglichkeit, einen solchen Urintest zu verweigern. Zu empfehlen ist ein solches Verhalten jedoch nicht, da die Polizei das Recht hat, in diesem Fall eine Blutentnahme mit anschließender Untersuchung anzuordnen. Haben Sie also weder Alkohol noch Drogen konsumiert, sollten Sie die Untersuchung mittels Urinsticks einem Bluttest vorziehen.

Übrigens: Die Aussagekraft einer Urinuntersuchung mittels Teststreifen ist relativ gering, weshalb das Ergebnis normalerweise vor Gericht nicht als Beweis anerkannt wird. Deutet der Schnelltest auf einen vorherigen Konsum verbotener Substanzen hin, kann daher ein im Labor durchgeführtes Drogenscreening von Urin, Haaren oder Blut verlangt werden, um die Auswertung der Harnteststreifen zu bestätigen.

Urintest im Zusammenhang mit der MPU

Soll ein Urintest im Zuge der MPU stattfinden, müssen strenge Vorschriften beachtet werden.

Soll ein Urintest im Zuge der MPU stattfinden, müssen strenge Vorschriften beachtet werden.

Auch im Zuge einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) kann ein Urintest im Labor verlangt werden, um so einen Abstinenznachweis zu erbringen. Meist zieht sich dieser über einen Zeitraum von sechs oder zwölf Monaten.

In dieser Zeit werden Sie entweder vier oder sechs Mal darum gebeten, für einen entsprechenden Test Ihren Urin abzugeben. Dabei müssen jedoch gewisse Bedingungen in jedem Fall eingehalten werden:

  • Sie erfahren immer erst kurzfristig, wann der nächste Termin stattfindet. Die Abstände zwischen den unterschiedlichen Terminen dürfen zudem keinem festen Schema folgen, um zu verhindern, dass Sie den Urintest manipulieren, indem Sie nur in diesem Zeitraum abstinent leben.
  • Erst nachdem Ihre Identität im entsprechenden Labor kontrolliert wurde, dürfen Sie die Probe abgeben. Dies muss außerdem unter ärztlicher Aufsicht geschehen.
  • Der Urin, der einem Drogentest unterzogen werden soll, wird im Anschluss in drei Proben aufgeteilt. Die erste wird untersucht, die zweite bleibt verschlossen und die dritte wird eingefroren.
Sollte die erste Probe nach dem Urintest Alkohol- oder Drogenrückstände aufweisen, wird die zweite ebenfalls analysiert, um das Anfangsergebnis bestätigen zu können. Weist die zweite Probe keine Unterschiede zur ersten auf, gilt der Drogen- bzw. Alkoholkonsum offiziell als nachgewiesen. Wenn dies bei einem Urintest geschieht, gilt die MPU normalerweise direkt als nicht bestanden, da kein Abstinenznachweis erbracht wurde.
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