Wissenswertes zur MPU: Vorbereitung, Fragen, Kosten und Verjährung

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Kaum eine verkehrsrechtliche Maßnahme ist wohl so verschrien wie die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Umgangssprachlich auch als „Idiotentest“ bezeichnet, handelt es sich hierbei doch um eine Maßnahme zur Überprüfung der Fahreignung.

Wichtige weiterführende Informationen zur MPU

Wann wird ein MPU-Gutachten angeordnet?

Wie kann man sich auf die MPU vorbereiten?

Wie kann man sich auf die MPU vorbereiten?


Wie bereits erwähnt, wird eine MPU in aller Regel immer dann angeordnet, wenn der betreffenden Fahrer durch sein Verhalten begründete Zweifel an der Fahreignung aufkommen lässt. Mögliche Gründe für die Anordnung vom Idiotentest für den Führerschein sind beispielsweise:

  • Drogenkonsum bzw. -besitz
  • Mehrfach alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen
  • Medikamentenmissbrauch
  • Straftaten im Straßenverkehr, die begründete Zweifel an der Fahreignung aufkommen lassen
  • 8 Punkte in Flensburg

Der MPU gegenüber steht die sogenannte Fahrtauglichkeitsuntersuchung. Auch hier geht es vorrangig darum, die Fahreignung des Betroffenen zu überprüfen. Allerdings wird diese nicht aufgrund grober Regelverstöße durchgeführt.

Es handelt sich vielmehr um eine Überprüfung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten zum Führen von Kraftfahrzeugen. Die Untersuchung kann bei der Antragsstellung zum Erwerb einer Fahrerlaubnis angeordnet werden, wenn beispielsweise eine Behinderung vorliegt.

Die Fahrtauglichkeitsuntersuchung kann durch die Führerscheinbehörde auch angeordnet werden, wenn der Betroffene längst in Besitz einer Fahrerlaubnis ist. Sie kann infolge von Krankheiten wie beispielsweise Epilepsie notwendig werden, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu garantieren.

Ab wie viel Promille kommt die MPU-Anordnung?

Möchten Sie Ihr Führerschein zurück ohne MPU bekommen? Dann müssen Sie mit einer Verjährungsfrist rechnen.

Möchten Sie Ihr Führerschein zurück ohne MPU bekommen? Dann müssen Sie mit einer Verjährungsfrist rechnen.

Wie ersichtlich wird, können die Gründe für eine MPU also sehr verschieden sein. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Als Hauptgrund für die Anordnung vom Idiotentest gelten Verstöße rund um die Promillegrenze im Straßenverkehr.

Diese liegt für Führerscheinbesitzer über 21 Jahren, welche sich nicht mehr in der Probezeit befinden, bei 0,5 Promille. Allerdings kann es schon ab 0,3 Promille zu einer Sanktionierung kommen, wenn eine auffällige Fahrweise den Schluss nahelegt, dass ein gefahrloses Führen des Kfz nicht mehr möglich ist.

Alkohol führt zur MPU, wenn ein Promillewert von 1,6 erreicht wurde. In einigen Bundesländern reichen bereits 1,1 Promille aus, um den Idiotentest zu rechtfertigen. Auch eine wiederholte Teilnahme unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr kann die medizinisch-psychologische-Untersuchung begründen.

Übrigens: Die rechtliche Grundlage zur Anordnung einer MPU bildet § 11 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).

Vorbereitung zur MPU: Beratung

Oft wird die Anordnung zur MPU erst dann ausgesprochen, wenn der Betroffene die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis beantragt. Anders als beim Fahrverbot wird beim Fahrerlaubnisentzug der Führerschein nicht nach einer Maximaldauer von drei Monaten zurückgesendet.

Ist die Fahrerlaubnis entzogen, wird in aller Regel die sogenannte Sperrfrist verhängt. Diese dauert mindestens sechs Monate und maximal fünf Jahre. Erst nach deren Ablauf kann die Fahrerlaubnis wiedererlangt werden.

Um eine MPU zu bestehen, braucht man in der Regel eine Beratung.

Um eine MPU zu bestehen, braucht man in der Regel eine Beratung.


Drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist kann der Antrag auf Neuerteilung bei der zuständigen Führerscheinstelle eingereicht werden. Im Rahmen dessen folgt meist die Anordnung der MPU. Um diese bestehen zu können, ist eine gute Vorbereitung anzuraten.

Der Idiotentest hat zum Ziel, dass sich der Verkehrssünder intensiv mit seiner Tat bzw. seinen Taten auseinandersetzt und im Optimalfall das eigene Fehlverhalten erkennt und an den Gründen dafür arbeitet. Daher wird im Zusammenhang mit Alkohol bei einer MPU meist ein Abstinenznachweis gefordert.

Zur Vorbereitung auf eine MPU werden unterschiedliche Kurse und Beratungen angeboten. Diese Angebote sind teilweise sogar kostenlos und sollten daher unbedingt in Anspruch genommen werden. Denn eine gute Vorbereitung ist der erste Schritt zu einem positiven MPU-Gutachten.

Um die MPU-Testfragen beantworten zu können, empfiehlt es sich, einen Vorbereitungskurs zu besuchen. Die DEKRA und der TÜV bieten hier einige Programme an, die Betroffene gut auf die Untersuchung vorbereiten. Doch Obacht: Die meisten Angebote sind kostenpflichtig.

Wann wird die verkehrspsychologische Beratung angeordnet?

Im Zusammenhang mit der MPU taucht oft der Begriff „verkehrspsychologische Beratung“ auf. Allerdings haben diese beiden verkehrsrechtlichen Maßnahmen nicht unbedingt etwas miteinander zu tun.
Die Beratung kommt in Bezug auf die Probezeit ins Spiel. Dort wird nämlich zwischen sogenannten A- und B-Verstößen unterschieden, welche Probezeitmaßnahmen begründen. Beim ersten A-Verstoß wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert und ein Aufbauseminar angeordnet.

Erfolgt ein weiterer A-Verstoß in der verlängerten Probezeit wird die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung angeraten. Diese hat also in aller Regel nichts mit der MPU zu tun.

MPU: Ablauf vom Test

Die MPU-Dauer beträgt in der Regel von 2 bis 3 Stunden.

Die MPU-Dauer beträgt in der Regel von 2 bis 3 Stunden.


Ist der große Tag gekommen und die MPU wird bei einer unabhängigen Begutachtungsstelle (beispielsweise TÜV oder DEKRA) absolviert, fragen sich viele Betroffene, wie sich der Ablauf vom Idiotentest gestaltet.

Im Wesentlichen besteht die Untersuchung aus drei Blöcken: Reaktionstest, medizinische Untersuchung und psychologisches Gespräch. Die MPU-Dauer kann im Einzelfall unterschiedlich ausfallen.

In der Regel ist die Frage: „Wie lange dauert eine MPU?“ allerdings mit circa zwei ein halb Stunden zu beantworten. Dabei nimmt die psychologische Untersuchung in aller Regel die meiste Zeit in Anspruch.

MPU-Reaktionstest

Der Reaktionstest bei der MPU dient dazu, die physische Eignung des Betroffenen zu überprüfen. Dabei geht es vor allem um die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Die Teilnehmer werden dazu an bestimmte Testgeräte gesetzt und müssen vorab definierte Aufgaben erfüllen.

Ein Beispiel ist der Linienverfolgungstest. Dabei werden der Testperson auf einem Bildschirm verschiedene Linien gezeigt, welche durcheinander verlaufen. Am Ende einer Linie befindet sich ein Zielpunkt, welcher durch einen Buchstaben gekennzeichnet ist.

Durch die Augen soll der Verlauf der Linie verfolgt und die entsprechende Lösung in ein dafür vorgesehenes Kästchen eingetragen werden. Natürlich gibt es ein zeitliches Limit, da es bei dieser Aufgabe neben der Konzentrationsfähigkeit auch um Schnelligkeit geht.

Es sind fünf Minuten für den Linienverfolgungstest angedacht. Lassen Sie sich durch dieses Limit nicht aus der Ruhe bringen, die Zeit ist ausreichend bemessen.

Gut zu wissen: Bevor Sie den Reaktionstest bestreiten müssen, erhalten Sie eine genaue Einweisung in die zu verwendenden Geräte. Zusätzlich wird eine kleine Übungsphase gewährt, in der Sie sich mit der Technik vertraut machen können.

Medizinische Untersuchung

Vor einer Medizinisch-Psychologische-Untersuchung müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen.

Vor einer Medizinisch-Psychologische-Untersuchung müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen.

Der Ablauf der medizinischen Untersuchung bei einer MPU hängt maßgeblich vom Grund der Anordnung für diese Maßnahme ab. Vor der MPU muss ein Fragenkatalog bzw. Fragebogen beantwortet werden.
Dabei geht es vorrangig um Vorerkrankungen (Anamnese) und das momentane medizinische Befinden. So können Sie beispielsweise angeben, ob Krankheiten bekannt sind bzw. welche Medikamente Sie momentan einnehmen.

Wird die MPU wegen Drogen oder Alkohol angeordnet, so ist nicht selten im Rahmen der Untersuchung zu klären inwiefern eine Abhängigkeit der berauschenden Mittel vorliegt. Dazu ist dann ein Abstinenznachweis bei der MPU zu erbringen.

Es muss also für einen bestimmten Zeitraum auf den Genuss berauschender Mittel verzichtet werden. In der Regel beläuft sich dieser auf sechs bis zwölf Monate. Um zu ermitteln, ob sich der Teilnehmer an diese Vorgabe gehalten hat, werden bei der MPU die Urintests oder Haaranalysen durchgeführt.

Durch eine Haaranalyse bei der MPU kann nachgewiesen werden, ob der Betroffene im fraglichen Zeitraum Drogen konsumiert hat. Auch ein Bluttest kommt infrage, allerdings ist die Nachweisbarkeit bei dieser Methode nicht so hoch wie bei einer Haaranalyse.

Übrigens: Kontrolliertes Trinken bei der MPU wird nur in seltenen Ausnahmefällen genehmigt. Dabei handelt es sich um eine Form des Alkoholentzugs die einen unregelmäßigen Konsum zulässt, der an vorgegebene Regeln geknüpft ist.

Psychologisches Gespräch

Den Abschluss der MPU bildet in aller Regel das psychologische Gespräch, welches mit etwa einer Stunde auch die meiste Zeit bei der Untersuchung einnimmt. Gesprächsgrundlage bildet auch hier der Verstoß, welcher zur Anordnung vom Idiotentest geführt hat.

Je nachdem wird das Gespräch strukturiert und der Psychologe stellt unterschiedliche Fragen. Bei einer Drogen- oder Alkoholproblematik geht es vor allem darum, die Gründe für diese herauszufinden bzw. zu überprüfen, inwieweit das Fehlverhalten erkannt wurde.

Hat diese Erkenntnis zu einer nachweislichen Verhaltensänderung geführt, ist in aller Regel von einem positiven MPU-Ergebnis auszugehen. Die Gespräche werden übrigens protokolliert, sodass Ungereimtheiten oder Missverständnisse im Nachhinein ausgeräumt werden können.

Durch die Einzelfallabhängigkeit des Gesprächsverlaufs gibt es keinen einheitlichen Fragenkatalog zur MPU. Diese Fragen müssen immer auf den jeweils Betroffenen abgestimmt sein. Daher lässt sich vorab nicht prognostizieren, welche Fragen während der MPU auf Sie zukommen werden. Allerdings können in Vorbereitungskursen mehrere Fälle erörtert werden, sodass Sie mit gutem Gefühl in die Untersuchung starten können.

Was kostet eine MPU?

Die MPU-Kosten belaufen sich in der Regel auf 338 Euro.

Die MPU-Kosten belaufen sich in der Regel auf 338 Euro.

Eine MPU ist nicht nur lästig, weil der Betroffene die eben beschriebenen Untersuchungen und Tests durchlaufen muss, Sie schlägt sich auch auf dem Kontostand nieder. Dabei ist die Summe, welche eine MPU kosten darf, Anlage 1 Abschnitt 3 der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) festgeschrieben.

Es handelt sich also nicht um eine variable Summe, die von der Begutachtungsstelle individuell festgelegt werden darf. Allerdings gibt es auch hierbei Unterschiede: So ist eine MPU wegen Drogen beispielsweise höher als bei körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung.

Die Kosten belaufen sich auf 338 Euro. Wird ein Drogenscreening durchgeführt, kommen noch einmal 128 Euro hinzu. Wird vorab ein Vorbereitungskurs besucht, können sich die Kosten schnell in den vierstelligen Bereich summieren. Eine MPU kann also auch finanziell zu einer echten Belastung werden.

MPU nicht bestanden: Die Folgen

Mit einer Durchfallquote von etwa einem Drittel kommt es nicht selten vor, dass Teilnehmer beim ersten Versuch bei der MPU durchgefallen. Die Gründe dafür können vielfältig sein und von einer nicht eingehaltenen Abstinenz bis zur Uneinsichtigkeit über das eigene Fehlverhalten reichen.

Es bringt auch nichts, das Gutachten im Nachgang anzuzweifeln. Ist das negative Ergebnis erst einmal zu Stande gekommen, sollte sich der Betroffene vielmehr Gedanken über die Gründe machen und sein Verhalten entsprechend anpassen. Denn: Eine MPU kann beliebig oft wiederholt werden.

Weiterhin ist keine Sperrfrist oder ähnliches gegeben, wenn eine MPU nicht bestanden wurde. Allerdings empfiehlt es sich, zwischen beiden Versuchen eine gewisse Zeit vergehen zu lassen, in der die bestehenden Probleme angegangen werden.

In dem negativen Gutachten wird nämlich auch vermerkt, warum das Ergebnis eben nicht positiv ausgefallen ist. Wer eine MPU mehrmals absolvieren muss, sieht sich mit hohen Kosten konfrontiert. Daher sollten Sie vorab besser in eine gute Vorbereitung investieren.

Übrigens müssen Sie das negative MPU-Ergebnis nicht bei der Behörde vorlegen. Wenden Sie sich also erst mit dem Gutachten an die Führerscheinstelle, wenn dieses positiv ausfällt, um unnötigen Ärger bei der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zu vermeiden.

In seltenen Fällen kommt es auch vor, dass im Rahmen der Untersuchung weder ein positives noch ein negatives Urteil gefällt wird. Dann ist eine Nachprüfung gemäß § 70 FeV vonnöten, um eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zu erwirken.

Können Sie ein positives MPU-Gutachten kaufen?

Aufgrund der hohen Durchfallquote mag manch ein Betroffener auf die Idee kommen, sich einfach ein positives MPU-Gutachten zu kaufen. Davon ist allerdings dringend abzuraten! Solche Angebote finden sich meist auf dubiosen Webseiten.

Legen Sie ein entsprechendes Dokument bei der Behörde vor, können Sie sich der Urkundenfälschung schuldig machen. Zudem kommt ein Betrug in Betracht. Daher sollte das Geld lieber in einen Vorbereitungskurs investiert werden.

MPU umgehen? Verjährung setzt erst spät ein

Bei der MPU beträgt die Tilgungsfrist 10 Jahre.

Bei der MPU beträgt die Tilgungsfrist 10 Jahre.

Den Führerschein zurück ohne MPU, davon träumen nicht wenige Betroffene. Allerdings gestaltet sich dieses Unterfangen äußerst schwierig und fordert eine Menge Geduld. Tatsächlich ist die Möglichkeit einer Verjährung der MPU gegeben.

Nach Ablauf von zehn Jahren ist die sogenannte Tilgungsfrist erreicht. Dann werden Verstöße bzw. Vergehen, welche zum Führerscheinentzug geführt haben, gelöscht. Doch diese zehn Jahre reichen meist nicht aus, um die MPU zu umgehen.

In aller Regel ist nach 15 Jahren die MPU-Verjährung eingetreten, sodass diese bei einem Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nicht mehr gefordert werden kann.

Wichtig: Damit die MPU tatsächlich innerhalb von 15 Jahren verjährt, darf in diesem Zeitraum kein Verwaltungsakt in Bezug auf den Betroffenen stattfinden und auch kein Antrag auf Neuerteilung gestellt werden. Dies würde die Verjährungsfrist unterbrechen und somit zu einer erneuten Anordnung der MPU führen.
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