Führerschein-Änderung zum Motorrad: Für Autofahrer bald ohne Prüfung?

News veröffentlicht am 20. Juni 2019

Bundesverkehrsminister Scheuer will Angaben des Online-Magazins „Spiegel Online“ zufolge die Regeln für die Fahrerlaubnis in Deutschland ändern. Geplant ist, dass Autofahrern künftig der Umstieg auf Motorräder erleichtert wird – und dies ohne gesonderte Ausbildung und Prüfung. Erforderlich sollen nur wenige Übungsstunden für die Berechtigung zum Motorradfahren sein. Die Kritik an der geplanten Führerschein-Änderung zum Motorrad ist groß.

Wie sieht der Entwurf zur geplanten Führerschein-Änderung beim Motorrad aus?

Möglicherweise kommt bald eine Führerschein-Änderung: Ein Motorrad dürfen dann auch Pkw-Fahrer fahren.

Möglicherweise kommt bald eine Führerschein-Änderung: Ein Motorrad dürfen dann auch Pkw-Fahrer fahren.

Zu dem Plan gibt es bereits erste konkrete Überlegungen. So soll die bisherige gesonderte Ausbildung durch eine Theorieeinheit von 90 Minuten und sechs praktischen Übungsstunden ersetzt werden.

Diese müssen auch nicht notwendigerweise im Verkehr absolviert werden, sondern können auf einem Übungsplatz stattfinden.

Anschließend ist kein erneuter Führerschein zu beantragen. Stattdessen wird nur eine Anmerkung im normalen Führerschein (der Klasse B) erforderlich (Schlüsselzahl 195).

Nach der geplanten Führerschein-Änderung zum Motorrad berechtigt diese Anmerkung den Führerscheininhaber anschließend, Leichtkrafträder mit einer Leistung bis zu 110 km/h zu führen (15 PS).

Einige Einschränkungen soll es dennoch geben:

  • Der Anwärter beseitzt seinen Führerschein bereits wenigstens fünf Jahre und
  • ist mindestens 25 Jahre alt.

Bisher müssen Motorrad-Führerscheinanwärter eine gesonderte Theorieeinheit von zehn Stunden à 90 Minuten (vier davon sind Motorradtheorie) und eine weit umfangreichere praktische Ausbildung (abhängig von den Fähigkeiten des Schülers, vorgeschrieben sind aber in jeden Fall zwölf Sonderfahrten à 45 Minuten) absolvieren.

Experten sehen Verkehrssicherheit in Gefahr

Experten befürchten nach der Führerschein-Änderung beim Motorrad einen Anstieg von Verkehrsunfällen.

Experten befürchten nach der Führerschein-Änderung beim Motorrad einen Anstieg von Verkehrsunfällen.

Eine solche Führerschein-Änderung zum Motorrad birgt dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zufolge hohe Risiken.

Bereits in Österreich wurde eine ähnliche Regelung eingeführt, welche nachweislich zu einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit führte. Erwartungsgemäß könnte die Umsetzung eines solchen Vorhabens zu einem Anstieg der Verkehrsverletzten und -toten führen.

Der Verkehrssicherheitsrat stuft Motorräder dieser Art als zweitgefährlichste Kfz-Klasse auf deutschen Straßen ein, gefährlicher seien nur Motorräder mit einer höheren Hubraumklasse. Daher sehe er keinen triftigen Grund für eine Führerschein-Änderung zum Motorrad.

Bildnachweise: fotolia.com/mitifoto, fotolia.com/oneinchpunch

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (31 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.