Autokennzeichen: So funktioniert das Nummernschilder-System in Deutschland

Das Autokennzeichen – offiziell Kraftfahrzeugkennzeichen – wird jedem zugelassenen Kraftfahrzeug von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde zugeteilt und dient der eindeutigen Identifizierung des Fahrzeughalters. Um diesem ein Auto klar zuordnen zu können, besteht das Autokennzeichen aus einer individuellen Abfolge von Buchstaben und Ziffern.

Bußgeldtabelle Autokennzeichen

VerstoßBußgeldPunkte
Autokennzeichen schlecht lesbar5 €
Prüfplakette/Prüfmarke verdeckt oder verschmutzt5 €
Vorderes amtliches Kennzeichen entspricht nicht den Vorschriften10 €
Hinteres amtliches Kennzeichen entspricht nicht den Vorschriften10 €
Autokennzeichen befinden sich nicht im ordnungsgemäßen Zustand10 €
Kennzeichenbeleuchtung entspricht nicht den Vorschriften10 €
Autoschild fehlt60 €
Autokennzeichen ist mit Folie, Glas oder ähnlichen Abdeckungen versehen65 €
Zulassungsfreies Fahrzeug ist ohne erforderliche Bescheinigung auf öffentlicher Straße gefahren10 €
Zulassungsfreies Fahrzeug ist ohne vorgeschriebenes Kennzeichen auf öffentlicher Straße gefahren40 €
Zulassungsfreies Fahrzeug ist ohne gültiges Versicherungskennzeichen auf öffentlicher Straße gefahren40 €
Zulassungsfreier Anhänger besitzt kein zulässiges Kennzeichen an der Rückseite60 €
Kennzeichen vom zulassungsfreien Anhänger ist mit Folie, Glas oder ähnlichen Abdeckungen versehen65 €
Zulassungsfreies Fahrzeug ohne dafür erforderliche EG-Typgenehmigung/Einzelgenehmigung ist in Betrieb gesetzt worden70 €1
Keine Bescheinigung über das Versicherungszeichen mitgeführt10 €
Keine Bescheinigung über das Versicherungszeichen auf Verlangen einer zuständigen Person ausgehändigt10 €
Fahrzeug in Betrieb genommen, obwohl das Versicherungskennzeichen nicht den Vorschriften entsprach10 €

Weitere Informationen zu Autokennzeichen

KFZ-Kennzeichen in Deutschland – Standard- und Sonderkennzeichen

Der Aufbau von Autokennzeichen in Deutschland erfolgt nach DIN-Norm.

Der Aufbau von Autokennzeichen in Deutschland erfolgt nach DIN-Norm.

Autoschilder, Kfz-Schilder, Autonummern: Für die Kennzeichen an Fahrzeugen existieren viele Begrifflichkeiten. Während in anderen europäischen Ländern kein gesonderter Begriff für das Autokennzeichen existiert, wird im deutschen Sprachgebrauch zwischen Kennzeichen und Kennzeichenschild unterschieden. Das Kennzeichen selbst, das heute auch offiziell genau so heißt, wurde früher als Amtliches Kennzeichen oder Polizeiliches Kennzeichen bezeichnet. Das Kennzeichenschild am Auto wird gemeinhin schlicht als Nummernschild bezeichnet.

Man unterscheidet zwischen Standard- und Sonderkennzeichen. Letztere können nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgestellt werden. Welche verschiedenen Arten von Autokennzeichen es in Deutschland gibt, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

Kennzeichen-ArtFunktion
SaisonkennzeichenFür bestimmte Zeitspannen im Jahr
ÜberführungskennzeichenFür Überführungsfahrten innerhalb und außerhalb Deutschlands
...KurzzeitkennzeichenFür Überführungen innerhalb Deutschlands und in das EU-Ausland, einmalige Probe- und Prüffahrten, gewerbliche Fahrzeuge
...AusfuhrkennzeichenFür Überführungen aus Deutschland in das EU- und Nicht-EU-Ausland
Rotes KennzeichenFür Probe- und Zulassungsfahrten durch Händler und Werkstätten
Grünes KennzeichenFür steuerbefreite Fahrzeuge, die an staatlich geförderte Zwecke gebunden sind
H-KennzeichenFür Oldtimer
WechselkennzeichenFür zwei Fahrzeuge der gleichen EG-Fahrzeugklasse, darf jeweils nur an einem Fahrzeug geführt werden
E-KennzeichenFür Elektrofahrzeuge
DiplomatenkennzeichenFür Vertreter von Staaten und internationalen Organisationen

Kombinationen einzelner Typen von Autokennzeichen sind durchaus möglich: So kann beispielsweise das E-Kennzeichen mit dem grünen Kennzeichen oder das H-Kennzeichen mit dem Wechselkennzeichen kombiniert werden. Dementsprechend sind auch bestimmte Kombinationen ausgeschlossen: Ein Tageskennzeichen kann etwa nicht mit einem Wechselkennzeichen kombiniert werden.

An einem Fahrzeug dürfen keine weiteren Zeichen oder Schilder angebracht werden, die mit dem Nummernschild verwechselt werden könnten. Das Auto muss ein Kennzeichen an den dafür vorgesehenen Stellen – an Vorder- und Rückseite des Fahrzeugs – führen, wenn es von der Straßenverkehrsbehörde zugelassen werden soll.

Aufbau der deutschen Kennzeichen

Das Kfz-Kennzeichen wird in Deutschland im Rahmen der Zulassung erteilt und erlaubt den Betrieb des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen.

Das Kfz-Kennzeichen wird in Deutschland im Rahmen der Zulassung erteilt und erlaubt den Betrieb des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen.

Welche Kennzeichen-Richtlinien gelten, ist für deutsche Autokennzeichen in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) geregelt. Jedes Kennzeichen enthält zwei Bestandteile:

  • Das Unterscheidungszeichen steht für den Verwaltungsbezirk, in dem das Fahrzeug zugelassen ist, und besteht aus ein bis drei Buchstaben
  • Die Erkennungsnummer bezieht sich auf das einzelne Fahrzeug und besteht aus ein bis zwei Buchstaben und bis zu vier Ziffern

Möglich sind bei einem Autokennzeichen gemäß § 8 FZV nur Buchstaben- und Ziffernkombinationen, die keinen Anstoß erregen:

Die Zeichenkombination der Erkennungsnummer sowie die Kombination aus Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummer dürfen nicht gegen die guten Sitten verstoßen.

Das Verbot einzelner Kombinationen ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt, jedoch gibt es auch Autokennzeichen, die in ganz Deutschland verboten sind. Hauptsächlich beziehen sich diese Verbote auf Abkürzungen, die aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen oder diesen glorifizieren: So stehen etwa SS und HJ ebenso wenig für automatisch generierte Kennzeichen oder Wunschkennzeichen zur Verfügung wie 88 oder HH als Abkürzung für „Heil Hitler“. In Köln beispielsweise darf die Erkennungsnummer bei einem Auto nicht mit dem alleinigen Buchstaben „Z“ beginnen – in Kombination mit dem Unterscheidungszeichen ergäbe sich die Abkürzung „KZ“.

Wunschkennzeichen unterscheiden sich durch eine eigens gewählte Erkennungsnummer von den automatisch generierten Autokennzeichen. Die Verfügbarkeit der gewünschten Kombination von Buchstaben und Ziffern können Sie in der zuständigen Zulassungsstelle oder über den von ihr angebotenen Online-Service prüfen. Hier können Sie das gewünschte Kennzeichen auch reservieren.

Für Fahrzeuge, die beispielsweise in Betrieb der Bundesministerien, der Bundespolizei, der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks stehen, gibt es besondere Nummernschilder. Diese unterscheiden sich von den normalen Kennzeichen darin, dass ihr Unterscheidungszeichen nicht einer Stadt oder einem Landkreis zugeordnet ist und ihre Erkennungsnummer nur aus Zahlen besteht. Ein Kennzeichen für ein Auto der Bundeswehr ist dementsprechend etwa nach dem Schema Y – 345678 aufgebaut.

Unterschiede zwischen vorderem und hinterem Kennzeichen

Seit 2010 gibt es nur noch eine HU-Plakette für Kfz-Kennzeichen - ihre Grundfarbe wechselt jährlich.

Seit 2010 gibt es nur noch eine HU-Plakette für Kfz-Kennzeichen – ihre Grundfarbe wechselt jährlich.

Der Unterschied zwischen dem vorderen und dem hinteren Autokennzeichen liegt in den auf ihnen angebrachten Plaketten. Diese befinden sich stets zwischen Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummer.

Beide Kennzeichen weisen die Zulassungsplakette auf, die das Bundesland und die Zulassungsstelle zeigt. Auf dem hinteren Kennzeichen ist zudem die HU-Plakette angebracht, die das Datum der nächsten Hauptuntersuchung anzeigt.

Bis zum Jahr 2010 war die Abgasuntersuchung kein Teil der Hauptuntersuchung, weswegen separate Plaketten ausgegeben wurden. Seit der Zusammenlegung der beiden Untersuchungen gibt es die sechseckige AU-Plakette, die auf dem vorderen Kennzeichen angebracht war, nicht mehr.

Um das Fahrzeug eindeutig identifizieren zu können und um die Sichtbarkeit der Plaketten zu gewährleisten, darf das hintere Autokennzeichen zu keiner Zeit verdeckt sein. Weiterhin ist eine Beleuchtung vorgeschrieben.

Ein selbstleuchtendes Kennzeichen, das nicht von einer externen Lichtquelle angeleuchtet werden muss, ist zwar verhältnismäßig teuer, sorgt aber auch bei schlechter Witterung und Dunkelheit für gutes Erkennen.

Äußere Form der Autokennzeichen

Anders als die Beschriftung selbst bieten Form und Material des Kennzeichenschildes keinen Gestaltungsspielraum. So muss das Autokennzeichen eine schwarze Beschriftung auf weißem, schwarz gerandetem Grund aufweisen.

Das Maß des einzeiligen Pkw-Kennzeichens darf höchstens 520 mm x 110 mm betragen – für Lkw-oder Kraftrad-Kennzeichen gelten entsprechend andere Vorgaben. Maßgeblich ist hier die von der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vorgegebene DIN-Norm.

Auch Schriftart und -größe und Abstände sind in Anlage 4 zur FZV geregelt und sind in der folgenden Grafik, durch ein EU-Kennzeichen verdeutlicht, dargestellt:

Infografik zu EU-Kennzeichen

Infografik zu EU-Kennzeichen

Kennzeichenschilder dürfen weiterhin nicht spiegeln, verdeckt oder verschmutzt sein. Sie dürfen nicht mit Glas, Folien oder anderen nicht genehmigten Abdeckungen versehen werden. Kennzeichenschilder müssen reflektierend sein. Ausnahmeregelungen gelten auch hier nur für besondere Kennzeichen – so dürfen die Kennzeichen von Bundeswehrfahrzeugen etwa nicht reflektieren.

Das Euro-Kennzeichen ist das internationale Kennzeichen in der Europäischen Union. Es zeichnet sich durch ein blaues Band am linken Rand des Nummernschildes aus, auf dem die zwölf Sterne der europäischen Flagge und der Code für das entsprechende Land abgebildet sind. Dieses Autokennzeichen wird in Europa mittlerweile standardisiert benutzt, das Europa-Symbol ist in einigen Ländern jedoch optional. In Deutschland wurde es ab 1994 schrittweise eingeführt.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (50 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.