Lkw-Führerschein C1: Für leichte bis mittelschwere Lastwagen

Wer überlegt, einen Lkw-Führerschein zu machen, der wird unweigerlich vor die Frage gestellt, welche Klasse er benötigt. Die meisten Berufskraftfahrer haben wohl eine Fahrerlaubnis für die ganz großen Laster, doch gerade für den privaten Gebrauch bietet sich oftmals auch der Führerschein der Klasse C1 an.

Führerschein C1: Was darf ich fahren?

Mit dem Führerschein der Klasse C1 können nur leichte und mittelschwere, aber keine schweren Lkw gefahren werden.

Mit dem Führerschein der Klasse C1 können nur leichte und mittelschwere, aber keine schweren Lkw gefahren werden.

Der C1-Führerschein berechtigt seinen Inhaber zum Fahren von leichten bis mittelschweren Lkw. Dazu gehören alle Fahrzeuge, die eine zulässige Gesamtmasse von mindestens 3,5 Tonnen und höchstens 7,5 Tonnen haben.

Die Gesamtmasse bezeichnet dabei die Summe aus Leergewicht und Zuladung.

Ein Lkw darf in der C1-Klasse auch mit Anhänger geführt werden, wenn dieser nicht schwerer als 750 kg ist.

Ein Lkw darf in der C1-Klasse auch mit Anhänger geführt werden, wenn dieser nicht schwerer als 750 kg ist.

Auch zum Ankuppeln eines Anhängers berechtigt die Führerscheinklasse C1 – allerdings darf der Anhänger nicht schwerer als 750 kg sein. Ebenso darf die zulässige Gesamtmasse von 7,5 Tonnen nicht überschritten werden. Wer darüber hinaus einen Lkw mit Anhänger bewegen möchte, benötigt eine Erweiterung wie C1E oder sogar die Führerscheinklassen C bzw. CE.

Wer einen Lkw-Führerschein wie C1 besitzt, ist außerdem nicht automatisch berechtigt, einen Bus zu fahren, auch wenn dieser unterhalb der zulässigen Gesamtmasse liegt. Hierfür benötigen Fahrer einen Führerschein der D-Klassen. Sobald ein Fahrzeug baubedingt mehr als neun Sitzplätze aufweist, ist deswegen ein Führerschein der Kategorie C1 nicht länger ausreichend.

Schlüsselzahl 171

Wer zusätzliche Berechtigungen erlangt hat, der findet diese durch Schlüsselzahlen auf der Rückseite des Fahrdokuments. Beim Führerschein C1 ist oftmals „171“ zu lesen. Es handelt sich dabei um die Erlaubnis, auch Fahrzeuge der Klasse D zu fahren, solang diese die 7,5-Tonnen-Grenze nicht überschreiten und keine Personen befördert werden. Allerdings ist diese Berechtigung nur innerhalb Deutschlands gültig.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Für den Erwerb der Führerscheinklasse C1 bestehen einige Voraussetzungen, die Anwärter erfüllen müssen:

  • Vorhandensein eines Pkw-Führerscheins: Es ist nicht möglich, ohne jede Vorerfahrung direkt den Führerschein C1 zu erlangen. Der Besitz der Fahrerlaubnis Klasse B ist obligatorisch.
  • Mindestalter von 18 Jahren: Wer noch nicht volljährig ist, kann keinen Führerschein der Klasse C1 erwerben. Begleitetes Fahren ab 17 Jahren ist nicht möglich.
  • Ärztliches und augenärztliches Gutachten: Der allgemeine Gesundheitszustand, Vorerkrankungen sowie Suchtproblematiken und vor allem die Sehleistung sind dabei von Belang.
  • Bei gewerblicher Nutzung: Grundqualifikation. Wer den C1-Führerschein beruflich nutzen möchte, benötigt eine Grundqualifikation und muss sich alle fünf Jahre weiterbilden.

Wie lang ist der Lkw-Führerschein gültig?

Der C1-Führerschein ist erst nach Vorlage eines ärztlichen Attests zu verlängern.

Der C1-Führerschein ist erst nach Vorlage eines ärztlichen Attests zu verlängern.

Anders als die Fahrerlaubnis anderer Klassen ist der Lkw-Führerschein der Klasse C1 nicht unbegrenzt gültig. Das gilt auch für die Klasse C1. Je nach Erwerbsjahr gelten außerdem unterschiedliche Regelungen:

  • 01. Januar 1999 bis 18. Januar 2013: Gültigkeit bis zum 50. Lebensjahr. Danach muss in Abständen von fünf Jahren eine erneute ärztliche Untersuchung vorgelegt werden, um eine Verlängerung erwirken zu können.
  • Nach dem 18. Januar 2013: Es gilt automatisch eine Befristung von fünf Jahren. Zur Verlängerung wird ein aktuelles ärztliches Gutachten benötigt.

Für einen Lkw-Führerschein der alten Klassen 2 und 3 gelten wiederum gesonderte Bestimmungen.

Führerscheine der alten Klassen 2 und 3


Wer noch eine alte Fahrerlaubnis der Führerscheinklassen 2 bzw. 3 besitzt, muss diese bis zum Jahr 2033 umtauschen. Bis dahin können Inhaber allerdings nicht davon ausgehen, uneingeschränkt ihre alten Berechtigungen nutzen zu dürfen.

Wer Führerscheinklasse 3 besitzt, darf

  • unbefristet Fahrzeuge der Klassen C1 und C1E führen.

Wer Führerscheinklasse 2 besitzt, darf

  • unbefristet Fahrzeuge der Klassen C1 und C1E führen.
  • Fahrzeuge der Klassen C und CE nur bis zum 50. Lebensjahr führen.

Wer danach weiterhin schwere Lkw bewegen möchte, muss seinen Führerschein zwangsläufig gegen einen neuen EU-Führerschein eintauschen! Es werden die Klassen B, BE, C, CE, C1, C1E, AM, L und T gewährt (einige nur auf speziellen Antrag hin). Die Klassen C und CE sind dann auf fünf Jahre befristet, und eine Verlängerung ist nur gegen Vorlage einer ärztlichen Untersuchung möglich.

Wer seinen alten Führerschein nicht umschreiben lässt, darf ab dem 50. Geburtstag keine Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkombinationen der Klassen C und CE mehr führen! Andernfalls gilt dies als Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Besondere Regelungen gelten für die gewerbliche Nutzung. In der Regel müssen alte Führerscheine eingetauscht werden, um beispielsweise eine Fahrerkarte beantragen zu können.

Ist die C1-Fahrerlaubnis in ganz Europa gültig?

Auch in den Ländern der EU wie beispielsweise Schweden ist die Fahrerlaubnis C1 gültig.

Auch in den Ländern der EU wie beispielsweise Schweden ist die Fahrerlaubnis C1 gültig.

Der Vorteil der Vereinheitlichung der Führerscheinklassen in der Europäischen Union liegt darin, dass alle Führerscheine der Mitgliedsstaaten auch in den anderen europäischen Ländern ihre Gültigkeit behalten.

Mit einem Führerschein der Klasse C1 können Inhaber dementsprechend auch beispielsweise in Frankreich, Spanien oder Griechenland Lkw der Klasse C1 fahren.

Abweichende Regelungen ergeben sich aber möglicherweise in außereuropäischen bzw. Nicht-EU-Ländern – beispielsweise Norwegen, wo unter gewissen Umständen ein Gesundheitsattest mitgeführt werden muss, wenn Lkw gefahren werden wollen.

Befristung des Führerscheindokuments

Die Befristung der Fahrerlaubnis Klasse C1 ist zu unterscheiden von der befristeten Gültigkeit des Führerscheindokuments. Dieses ist automatisch auf 15 Jahre befristet, wenn es nach dem 18. Januar 2013 ausgestellt wurde. Führerscheindokumente älteren Datums müssen bis zum 19. Januar 2033 umgetauscht werden.

Beachten Sie: Auch wenn Ihr Führerscheindokument an sich noch einige Jahre gültig ist, können bestimmte Fahrerlaubnisklassen wie C1 oder C früher enden! Das Datum der Gewährung findet sich auf der Rückseite des Führerscheins in der Zeile der jeweiligen Fahrzeugklasse.

Wie kann ich den Führerschein C1 erlangen?


Entsprechende Fahrschulen bieten die Kurse für den Führerschein der Klasse C1 an, die sich aus Theorie- sowie Praxiseinheiten zusammensetzen.

Der Theorieunterricht

Um C1-Lkw fahren zu dürfen, muss einiges an Theorie gebüffelt werden.

Um C1-Lkw fahren zu dürfen, muss einiges an Theorie gebüffelt werden.

Die theoretischen Unterweisungen setzen sich aus zwölf Doppelstunden zusammen. Davon wird in sechs Doppelstunden à 90 Minuten der Grundstoff und in weiteren sechs Doppelstunden der Zusatzstoff behandelt.

Die eigentliche Theorieprüfung setzt sich aus einem Fragebogen mit 30 Fragen zusammen. Maximal zehn Fehlerpunkte können Anwärter sich leisten, um noch zu bestehen.

Wer allerdings zwei Fragen falsch beantwortet, die jeweils fünf Fehlerpunkte einbringen, der fällt bereits mit zehn Fehlerpunkten durch die Prüfung für den Führerschein C1.

Der Praxisunterricht

Daneben sind selbstverständlich auch Fahrstunden für den Führerschein der Klasse C1 zu absolvieren. Deren Anzahl lässt sich jedoch schwer voraussagen – je nach Fähigkeiten und Lernfortschritten des Schülers wird ein variabler Umfang an Stunden benötigt.

Einige Fahrten sind jedoch Pflicht:

  • Überlandfahrten: drei Stunden
  • Autobahnfahrt: eine Stunde
  • Nachtfahrt: eine Stunde

Eine Fahrstunde beträgt 45 Minuten, in der Prüfung sind jedoch mindestens 75 Minuten Dauer vorgeschrieben. Das fahrerische Können des Kandidaten wird unter anderem innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften, auf der Autobahn und beim Abfahren von dieser getestet. Außerdem können zum Beispiel Sicherheitskontrollen oder die korrekte Ladungssicherung vorkommen.

Der C1-Führerschein verursacht Kosten

In welcher Höhe der Führerschein der Klasse C1 Kosten verursacht, lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Es kann sich jedoch lohnen, die Angebote der Fahrschulen zu vergleichen, denn der Grundpreis kann sich sehr unterscheiden. Meist liegt er zwischen 300 und 400 Euro.

Dazu kommen die Anmeldegebühren der Prüfungen, die Sonderfahrten ebenso wie die restlichen Übungsfahrten, Lehrmittel sowie weitere Kosten. Den Führerschein Klasse C1 zu erwerben, ist in keinem Fall eine günstige Angelegenheit.

Andere Ausgaben für die C1-Klasse

Ein Führerschein der Klasse C1 verursacht einige Kosten.

Ein Führerschein der Klasse C1 verursacht einige Kosten.

Außerdem fallen beim Führerschein für C1-Lkw auch noch Kosten an, die nur indirekt mit den Ausgaben für die Fahrschule zusammenhängen, aber nichtsdestotrotz für die Beantragung benötigt werden. Der ärztliche Sehtest, ein Erste-Hilfe-Kurs, ein Gesundheitszeugnis sowie die Auslagen und Gebühren der Führerscheinbehörde sind nur einige weitere Punkte, die beachtet werden sollten.

Auf diese Weise kommt schnell ein vierstelliger Betrag zusammen, sodass beim Führerschein der Klasse C1 mit Kosten von rund 2000 Euro zu rechnen ist. Deswegen kann es sich lohnen, gleichzeitig mehrere Führerscheinklassen zu absolvieren – C1 und C1E beispielsweise – oder direkt eine höhere Fahrerlaubnis wie C oder CE zu erlangen.

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