Bußgeldkatalog der Schweiz: Welche Verkehrsvorschriften sollten Sie kennen?

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In der kalten Jahreszeit locken insbesondere die schneebedeckten Alpen viele Urlauber in die Schweiz. Schließlich sind unsere Nachbarn unter anderem für ihre Wintersportgebiete bekannt. Reisen Sie mit Ihren Ski im Auto an, sollten Sie sich allerdings im Voraus über die geltenden Verkehrsregeln informieren, denn anderenfalls drohen hohe Sanktionen gemäß dem Bußgeldkatalog der Schweiz.

Auszug aus dem Bußgeldkatalog der Schweiz

TatbestandSanktionen in Euro
Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h Ab 165
Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 50 km/h Ab 60 Tagessätzen
Rotlichtverstoß230
Handy am Steuer 90
Verstoß gegen die Gurtpflicht 55
Parkverstoß Ab 35
Alkohol am Steuer Ab 550

(Stand 03/2017)

Wichtige Informationen zum Bußgeldkatalog der Schweiz

Grundlagen zu Bußgeldkatalog und Verkehrsvorschriften in der Schweiz

Welche Sanktionen drohen bei Verstößen gegen den Bußgeldkatalog der Schweiz?

Welche Sanktionen drohen bei Verstößen gegen den Bußgeldkatalog der Schweiz?

Wichtig! In der aus 26 Kantonen bestehenden Eidgenossenschaft werden Geldsanktionen nicht als Bußgelder bezeichnet. Stattdessen findet der Begriff „Bussen“ in der Schweiz Anwendung. Dies liegt vor allem daran, dass das Schriftzeichen „ß“ – manchmal auch als Eszett bezeichnet – in der Schweiz nicht existiert.

Daher thematisiert dieser Ratgeber eigentlich auch den Bussenkatalog der Schweiz. Da allerdings im restlichen deutschsprachigen Raum eher der Begriff des Bußgeldkataloges genutzt wird, übernehmen wir die allgemeine Bezeichnung „Bußgeldkatalog der Schweiz“ auch für diesen Ratgeber.

Die Schweiz nimmt in Europa eine Sonderstellung ein, denn der Staat ist weder Mitglied des Europäischen Währungsraumes noch der Europäischen Union. Aus diesem Grund ist der Euro in der Schweiz auch kein offizielles Zahlungsmittel, sondern die Zahlung erfolgt in Schweizer Franken. Daher handelt es sich bei den in diesem Ratgeber aufgeführten Tatbeständen und dem jeweils zu zahlenden Bussgeld aus der Schweiz um gerundete Beträge, welche je nach Wechselkurs variieren können.

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Seit 2013 treten im Zuge der „Via Sicura“ regelmäßig neue Maßnahmen in Kraft, welche dazu beitragen sollen, dass es zu weniger Todesopfern und Verletzten auf den schweizerischen Straßen kommt. Dazu zählen unter anderem auch Freiheitsstrafen für Raser. Informieren Sie sich daher regelmäßig, ob es zu Veränderungen beim Bußgeldkatalog der Schweiz kam.

Wie schnell darf man in der Schweiz fahren?

Zu schnell gefahren in der Schweiz und geblitzt: Welche Kosten fallen an?

Zu schnell gefahren in der Schweiz und geblitzt: Welche Kosten fallen an?

Möchten Sie die hohen Geschwindgkeitsbussen in der Schweiz vermeiden, sollten Sie sich bereits im Voraus über die geltenden Vorschriften informieren und den entsprechenden Tempolimits genauestens Folge leisten, da bereits eine geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz geahndet wird.

So sieht der Bußgeldkatalog der Schweiz bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 1 – 5 km/h innerorts eine Busse in Höhe von 40 Schweizer Franken vor, was je nach Wechselkurs einer Summe von rund 34 Euro entspricht.

Innerhalb geschlossener Ortschaften schreiben die Schweizer Verkehrsregeln eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h vor. Dies entspricht den Vorgaben zum Tempolimit in Deutschland. Sind Sie außerhalb von geschlossenen Ortschaften unterwegs, ist das Tempo in der Schweiz auf 80 km/h begrenzt, solange Verkehrszeichen keine anderen Regelungen anzeigen.

Nutzen Sie die Schnellstraßen der Schweiz, schreiben die Verkehrsvorschriften dort eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h vor. Schneller fahren Sie nur noch auf der Autobahn durch die Schweiz. Für die Autobahn liegt die Geschwindigkeit bei 120 km/h.

Verstoßen Sie in der Schweiz auf der Autobahn gegen die Höchstgeschwindigkeit, können Sie in der Regel mit geringeren Bussen rechnen als auf anderen Straßen außerorts. Denn der Bußgeldkatalog der Schweiz differenziert bei der Bemessung der Geldsanktionen für einen Tempoverstoß zwischen innerorts, außerorts und Autobahn.

Bußgelder in der Schweiz vermeiden: Welche Verkehrsregeln sind wichtig?

Missachten Sie eine rote Ampel in der Schweiz, droht ein Bußgeld in Höhe von rund 230 Euro.

Missachten Sie eine rote Ampel in der Schweiz, droht ein Bußgeld in Höhe von rund 230 Euro.

Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,25 mg/l bzw. 0,5 Promille drohen in der Schweiz Sanktionen wegen Alkohol im Straßenverkehr. Bei einem Verstoß gegen die Promillegrenze sieht der Bußgeldkatalog der Schweiz weitreichende Sanktionen vor.

So kann ein Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften im alkoholisierten Zustand unter Umständen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen. Für Fahranfänger mit einer Fahrpraxis von weniger als drei Jahren gilt laut dem Verkehrsrecht in der Schweiz eine Promillegrenze von 0,1 Promille.

Beim Parken in der Schweiz sollten Sie auf die farbigen Markierungen achten. So kennzeichnen gelbe Kreuze am Fahrbahnrand, welche mit einer gelben Linie verbunden sind, ein Parkverbot, wohingegen nur gelbe Linien auf ein bestehendes Halteverbot hinweisen. Offizielle Parkplätze sind zudem in verschiedene Zonen unterteilt:

  • Weiß: Kostenpflichtige Parkplätze, welche mit Parkuhren ausgestattet sind.
  • Blau: Parken ist zeitlich begrenzt und mit Verwendung einer Parkscheibe erlaubt.
  • Gelb: Diese Stellplätze bedürfen einer entsprechenden Erlaubnis, denn dabei handelt es sich um Privat-, Kunden oder Firmenparkplätze.
  • Rot: Kostenlose Parkplätze, welche mit einer Parkscheibe für bis zu 15 Stunden genutzt werden können, weisen rote Markierungen auf.

Der Bußgeldkatalog der Schweiz sieht zudem Sanktionen vor, wenn Sie gegen die Lichtpflicht verstoßen. Denn bei den Eidgenossen sind Sie dazu verpflichtet, tagsüber und ganzjährig mit eingeschaltetem Abblendlicht zu fahren. Alternativ ist auch die Verwendung von Tagfahrleuchten zulässig. Von dieser Regelung sind einzig Oldtimer mit einer Erstzulassung von dem 01. Januar 1970 ausgenommen.

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Für die Nutzung des öffentlichen Straßennetzes müssen einige inländische und ausländische Autofahrer Gebühren entrichten. Je nach Fahrzeug wird entweder die pauschale oder die leistungsabhängige Schwerlastabgabe in der Schweiz fällig. Bei schweren Personenwagen sowie Wohnmobilen oder Caravans ist bei der Einreise die pauschale Schwerverkehrsabgabe in der Schweiz zu entrichten. Wohingegen beim Gütertransport mit dem Lkw in der Schweiz die Abgabe unter anderem von gefahrenen Kilometern abhängt.

Sind Sie dazu verpflichtet, Verkehrsbussen aus der Schweiz zu bezahlen?

Sanktionen gemäß dem Bußgeldkatalog der Schweiz sind in Deutschland nicht vollstreckbar.

Sanktionen gemäß dem Bußgeldkatalog der Schweiz sind in Deutschland nicht vollstreckbar.

Wurden Sie bei einer Geschwindigkeitsüber­schreitung geblitzt, drohen in der Schweiz meist deutlich höhere Geldsanktionen als in Deutschland. Doch sind Sie überhaupt dazu verpflichtet, die Geldbuße nach einer Geschwindigkeitsübertretung in der Schweiz zu bezahlen bzw. ist eine Vollstreckung in Deutschland möglich?

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas ist die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union, weshalb der EU-Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung (RBGeld) keine Anwendung findet. Alternativ dazu soll der deutsch-schweizerische Polizeivertrag, welcher seit dem 01. März 2002 existiert, eine Vollstreckung der Geldsanktionen gemäß dem Bußgeldkatalog der Schweiz ermöglich. Allerdings sind diese Vorschriften bislang noch nicht in Kraft getreten.

Kommen Sie der Zahlungsaufforderung des Bußgeldbescheides aus dem Ausland nicht nach, kann dies bei einer erneuten Einreise in die Schweiz zu Problemen führen. So ist es grundsätzlich möglich, dass Sie an der Weiterfahrt gehindert werden, bis Sie die säumigen Bussen zahlen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit eine Geldsanktion in eine Ersatzhaftstrafe umzuwandeln.

Weiterführende Infos: Bussen aus der Schweiz bezahlen

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