Bußgeldkatalog: In Serbien per Auto und Motorrad unterwegs

Serbien ist nicht das klassische Urlaubsziel, dennoch zieht es immer mehr Neugierige in das Land im Zentrum des Balkans. Neben Belgrad erfreut sich besonders das Tara-Gebirge wachsender Beliebtheit. Ziele abseits der Hauptstadt lassen sich am besten mit dem Auto erreichen. Das bedeutet auch, dass Urlauber die Verkehrsregeln in Serbien kennen müssen. Verstöße werden gemäß dem Bußgeldkatalog von  Serbien geahndet.

Auszug aus dem Bußgeldkatalog von Serbien

VerstoßSanktion
Promillegrenze nicht beachtetab 40 EUR
ab 20 km/h zu vielab 25 EUR
Rote Ampel missachtetab 130 EUR
Falsch geparktab 50 EUR
Anschnallpflicht missachtet40 EUR
Handyverstoßab 40 EUR
Müll während der Fahrt aus dem Fenster geworfen50 EUR

Stand: 03/2019

FAQ: Verkehrsregeln in Serbien

Sind Tempolimits in Serbien zu beachten?

Ja, auf allen Straßen gelten allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkungen. Wie diese aussehen, erfahren Sie hier.

Welche Alkoholgrenze gilt in Serbien?

In Serbien ist eine allgemeine Promillegrenze von 0,3 einzuhalten. Für Fahranfänger gilt ein Alkoholverbot.

Welche Sanktionen drohen in Serbien bei einem Verstoß?

Pauschale Aussagen dazu sind nicht möglich. Der Auszug aus dem Bußgeldkatalog von Serbien, welchen Sie hier finden, ermöglicht einen ersten Überblick,

Wichtige Informationen zu den Verkehrsregeln in Serbien

Mit dem Auto nach bzw. durch Serbien: Diese Regeln gelten

Bußgeldkatalog: In Serbien werden Verkehrsverstöße gemäß den gesetzlichen Vorgaben geahndet.
Bußgeldkatalog: In Serbien werden Verkehrsverstöße gemäß den gesetzlichen Vorgaben geahndet.

Egal ob Sie mit dem eigenen Auto reisen oder vor Ort einen Mietwagen nutzen, die Verkehrsvorschriften wie Geschwindigkeiten oder die Promillegrenze sind in Serbien immer zu beachten. Da eine Fahrt nach Serbien auch die Durchquerung anderer Staaten beinhaltet, müssen auch die dort gültigen Verkehrsregeln bekannt sein.

Ein internationaler Führerschein wird in Serbien nicht verlangt.
Ein internationaler Führerschein wird in Serbien nicht verlangt.

Wichtig sind auch die Bestimmungen zur Einreise, wenn Sie selbst mit dem Auto nach Serbien fahren. Neben dem Personalausweis oder dem Reisepass müssen Nachweise über eine bestehende Krankenversicherung sowie über eine Kfz-Versicherung vorliegen. Üblicherweise reicht das amtliche Autokennzeichen für Letzteres aus, allerdings wird empfohlen, die Grüne Versicherungskarte in Serbien dabei zu haben.

Um keine Sanktion gemäß dem Bußgeldkatalog von Serbien zu riskieren, sollten Sie immer darauf achten, dass alle notwendigen Fahrzeugpapiere vorhanden sind sowie ein gültiger Führerschein in Serbien vorgezeigt werden kann. Ein deutscher Führerschein wird anerkannt. Sie müssen also keinen zusätzlichen internationalen Führerschein mitführen.

In Serbien schreiben die Verkehrsregeln zudem auch vor, was zur Ausrüstung im Fahrzeug gehören muss. So sind neben der Warnweste und dem Verbandskasten auch Ersatzglühbirnen, Abschleppseil, Ersatzrad und ein Warndreieck vorgeschrieben. Eine Sanktion gemäß dem Bußgeldkatalog von Serbien riskieren Sie, wenn die Ausrüstung bei einer Kontrolle nicht vollständig ist oder Sie beim Verlassen des Fahrzeugs keine Warnweste tragen. Die Warnwestenpflicht gilt für alle Insassen im Fahrzeug, daher müssen ausreichend vorhanden sein.

Autofahren in Serbien: Weitere wichtige Vorschriften

Um einen Bußgeldbescheid oder einen Strafzettel in Serbien zu  vermeiden, sollten sich Urlauber vorher über die wichtigsten Regelungen informieren. So gilt in Serbien selbstverständlich auch eine Gurtpflicht und Kinder dürfen nur in passenden Kindersitzen bzw. Sitzerhöhungen mitfahren. Das Telefonieren während der Fahrt ist per Freisprechanlage gestattet, die Nutzung des Handys per Hand jedoch nicht.

In Serbien gilt ein Tempolimit - und das auf allen Straßen.
In Serbien gilt ein Tempolimit – und das auf allen Straßen.

Der Bußgeldkatalog von Serbien sieht auch Sanktionen vor, wenn die Lichtpflicht nicht beachtet wird. Das ganze Jahr über gilt, dass am Tag das Abblendlicht eingeschaltet sein muss. Erlauben es die Sichtverhältnisse, kann auch das Tagfahrlicht verwendet werden.

Das Licht ist auch von Bedeutung, wenn Sie in Serbien überholen, denn das Blinklicht muss während des gesamten Vorgangs angeschaltet sein. Ein Überholverbot gilt bei Schulbussen, die anhalten, um Passagiere ein- oder aussteigen zu lassen. Während der Fahrt ist zudem auch wichtig, dass Sie nichts aus den offenen Fenstern werfen, denn auch hier kann der Bußgeldkatalog in Serbien zur Anwendung kommen.

Kommt es  zu einem Autounfall in Serbien, ist es wichtig, dass Sie die Polizei verständigen. Denn zur Ausreise ist eine polizeiliche Schadensbestätigung notwendig. Ohne diese könnte es zu Schwierigkeiten kommen. Die Polizei kann in Serbien über die 192 oder 112 verständigt werden. Die Feuerwehr ist unter 193 erreichbar.

Eine Meldung bei der Polizei ist auch nach der Einreise notwendig und zwar 24 Stunden nach Ankunft. In der Regel wird dies vom Hotel übernommen. Sind Sie jedoch privat untergebracht, sollten Sie mit dem Vermieter klären, wie und wann diese Meldung erfolgt.

Tempolimit in Serbien: Wie schnell ist erlaubt?

Bußgelder nach dem Bußgeldkatalog in Serbien müssen Sie auch in Betracht ziehen, wenn Sie die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht beachten. Wenn keine Verkehrsschilder das Tempo vorgeben, gelten die allgemeinen Bestimmungen. Ein Tempolimit ist in Serbien auf allen Straßen zu beachten.

Nachfolgend sind die allgemeinen zulässigen Höchstgeschwindigkeiten in Serbien aufgeführt:

  • Innerorts: 50 km/h
  • Außerorts: 80 km/h
  • Schnellstraßen: PKW/Motorräder 100 km/h, Gespanne 80 km/h
  • Autobahn: PKW/Motorräder 120 km/h, Gespanne 80 km/h

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung kann in Serbien neben einem Bußgeld auch zu einem Fahrverbot führen. In diesem Fall wäre ein Urlaub schnell zu ende, wenn kein anderer das Fahrzeug fahren kann oder darf.

Wichtig: Bußgelder nach dem Bußgeldkatalog drohen in Serbien auch, wenn Sie die Maut nicht richtig oder gar nicht bezahlen. Auf einer Schnellstraße oder einer Autobahn fallen in Serbien Gebühren an, die in der Regel an den Mautstellen zu bezahlen sind. Beim Auffahren auf die Autobahn wird ein Ticket ausgehändigt, welches beim Abfahren beglichen werden muss.

Achtung: Auf den Mautstrecken wird meist die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Überschreiten Sie die Tempovorgaben, ist die Fahrzeit also zu kurz, werden Autofahrer mit ausländischem Kennzeichen bei der Abfahrt an der Mautstelle angehalten.

Das Auswärtige Amt rät davon ab, die Mautstrecken durch die Nutzung von Landstraßen zu umgehen. Denn oftmals sind diese in keinen guten Zustand, auch Markierungen und Beschilderung sowie Beleuchtung sind mangelhaft bzw. fehlen gänzlich. Von Nachtfahrten auf Landstraßen wird aus den genannten Gründen ebenfalls abgeraten.

Infos zur gültigen Promillegrenze in Serbien

Serbien: Auf der Autobahn ist eine Maut zu bezahlen.
Serbien: Auf der Autobahn ist eine Maut zu bezahlen.

Serbien ist für den Obstschnaps „Rakija“ oder den Obstbrand „šljivovica“ bekannt, aber auch serbisches Bier und Weine finden bei Touristen Anklang. Wollen Sie mit dem Bußgeldkatalog von Serbien keine Bekanntschaft machen, sollten Sie sich der geltenden Promillegrenze bewusst sein.

In Serbien sind maximal 0,3 Promille erlaubt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass dies von Fahrer und Beifahrer beachtet werden muss. Fahranfänger müssen ein absolutes Alkoholverbot einhalten, wenn sie den Führerschein noch kein Jahr besitzen. Auch wenn die Bußgelder ab 40 Euro vergleichsweise gering erscheinen, sollten Urlauber die Konsequenzen nicht außer Acht lassen. Ab höheren Promillewerten kann durchaus eine Haftstrafe möglich sein. Fahrverbote sind bei Trunkenheitsfahrten ebenfalls wahrscheinlich.

Vollstreckung serbischer Bußgelder in Deutschland?

Haben Sie trotz aller Aufmerksamkeit doch gegen die Verkehrsregeln verstoßen und den Bußgeldkatalog von Serbien kennengelernt, stellt sich nun die Frage, ob das Bußgeld bezahlt werden muss. Wird die Sanktion vor Ort bei einer Kontrolle verhängt, sollten Sie wissen, dass eine Barzahlung nicht zulässig ist. Das Bußgeld muss per Banküberweisung beglichen werden.

Erhalten Sie jedoch einen Bußgeldbescheid aus dem Ausland, sieht das anders aus. Da Serbien kein Mitglied in der EU ist und somit kein Vollstreckungsabkommen besteht, können Bußgelder in Deutschland nicht eingefordert werden. Allerdings können offene Beträge bei einer erneuten Einreise innerhalb der Verjährungsfrist zu Problemen führen. Das Bußgeld zu ignorieren, ist also dann keine gute Idee.

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Über den Autor

Dörte
Dörte L.

Dörte studierte Anglistik und Germanistik an der Universität Potsdam. Sie gehört seit 2016 zum Redaktionsteam von bussgeldkataloge.de. Ihr thematischer Schwerpunkt liegt unter anderem bei ausländischen Verkehrsregeln sowie besonderen Vorschriften für Fahrer von Lastwagen.

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