Polizist weist Gaffer zurecht: „Was glaubst du, wer du bist?“

News veröffentlicht am 23. Mai 2019

Gerade bei schweren Verkehrsunfällen kommt es immer wieder vor, dass Schaulustige es nicht bei einem neugierigen Blick im Vorbeifahren belassen. Stattdessen verharren sie am Unfallort, behindern Helfer und Rettungskräfte und filmen und fotografieren den entstandenen Schaden – auch den an Personen. Bei einem tödlichen Unfall auf der A 6 wurde es einem Beamten am Dienstag zu viel: Der Polizist stellte die Gaffer zur Rede – und das auf ungewöhnliche Weise.

Polizist schockt Gaffer mit drastischem Angebot

Unfälle ziehen oft Schaulustige an. Ein Polizist hat Gaffer nun harsch zurechtgewiesen.

Unfälle ziehen oft Schaulustige an. Ein Polizist hat Gaffer nun harsch zurechtgewiesen.

Auf der A 6 zwischen der Ausfahrt Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd ereignete sich am Dienstagvormittag ein schwerer Unfall: Ein 47-jähriger Lkw-Fahrer übersah ein Stauende und fuhr auf einen Sattelzug auf. Er wurde in seiner Fahrerkabine eingeklemmt und verstarb noch am Unfallort.

Dieses Unglück allein ist schon tragisch genug. Wirklich aus der Fassung brachte den Einsatzleiter der Polizei aber das Verhalten der anderen Fahrzeugführer. Auf der Gegenfahrbahn bremsten zahlreiche Fahrer ab, um das Geschehen zu filmen und zu fotografieren. In Folge dessen kam es – völlig unnötig – zu rund acht Kilometern Stau. Einige Gaffer nahmen dabei sogar beide Hände vom Lenkrad.

Doch auch auf dem freigegebenen Fahrstreifen der Unfallrichtung legten die Fahrer kein besseres Verhalten an den Tag. Stefan Pfeiffer, Leiter der Verkehrspolizei-Inspektion in Feucht, wurde es schließlich zu bunt. Der Polizist zog einige Gaffer aus dem Verkehr und machte ihnen ein sarkastisches Angebot: Er wollte sie direkt zur Leiche des verunglückten Fernfahrers führen, damit sie Fotos machen könnten. Pfeiffer ließ sich dabei vom Team eines Nachrichtenportals filmen.

Möchten Sie den Toten sehen? Nein? Wieso machen Sie dann Fotos? Wenn Sie möchten, können Sie „Hallo“ zu ihm sagen!

Angesichts solch harscher Worte steckten die Schaulustigen kleinlaut ihre Smartphones weg und murmelten Entschuldigungen. Keiner von ihnen ging auf das vermeintliche Angebot ein. Das Bußgeld von 128,50 Euro müssen sie dennoch zahlen.

Gaffer müssen aufgerüttelt werden

Der Polizist schockt Gaffer mit dem Angebot, den Unfalltoten fotografieren zu dürfen.

Der Polizist schockt Gaffer mit dem Angebot, den Unfalltoten fotografieren zu dürfen.

Natürlich wollte der Polizist die Gaffer nicht wirklich mit dem Toten konfrontieren. Doch wenn Predigten, Flyer und Bußgelder nichts bewirken, sind offensichtlich auch einmal unkonventionelle Methoden gefragt, um den Schaulustigen ihr Verhalten vor Augen zu führen.

Der bayerische Innenminister lobte das Vorgehen des Einsatzleiters und der Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes zeigte sich beim Sichten des Videomaterials vom Einsatz sehr beeindruckt. Die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken wiederum verkündete, dass Pfeiffers harsches Verhalten keine dienstrechtlichen Konsequenzen habe.

Den Reportern vor Ort erklärte der Polizist, dass Gaffer aus Bußgeldern allein seiner Meinung nach keinen Lerneffekt ziehen würden. Er habe den Schaulustigen klarmachen wollen, dass es sich hierbei nicht um ein Spiel handle, sondern um „bittere Realität“.

Im Video sehen Sie die emotionale Reaktion des Polizisten:

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