THC und seine Nachweisbarkeit im Verkehrsrecht

Der Konsum von THC kann durch seine Rauschwirkung im Straßenverkehr zu gefährlichen Unfällen führen. Aus diesem Grund können Kontrollen hohe Bußgelder, Fahrverbote und Punkte in Flensburg nach sich ziehen. Ein Nachweis erfolgt dabei anhand verschiedener Drogentests.

Wie kann Cannabis im Blut nachgewiesen werden?

Bei THC kann Nachweisbarkeit über viele Wochen vorliegen.

Bei THC kann Nachweisbarkeit über viele Wochen vorliegen.


Ein Drogentest kann THC oft auch nach vielen Tagen noch nachweisen.

Ein Drogentest kann THC oft auch nach vielen Tagen noch nachweisen.

Das Akronym THC steht für Tetrahydrocannabinol und bezeichnet eine chemische Verbindung, die aus den Blüten der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. Der lateinische Name „Cannabis“ sowie die Begriffe „Marihuana“ und „Gras“ haben sich ebenfalls als Begriffe für die Erzeugnisse dieser Pflanze etabliert. Da der Konsum von THC eine stark berauschende Wirkung haben kann, besteht im Straßenverkehr ein Konsumverbot.

Im Folgenden erhalten Sie alle wichtigen Informationen zu THC und seiner Nachweisbarkeit in Bezug auf verkehrsrechtliche Ermittlungen. Hier erfahren Sie, wie der eigentliche THC-Abbau im Körper funktioniert und wie lange durch Überprüfung der Haare, des Blutes und des Urins der Konsum nachgewiesen werden kann. Nicht zuletzt werden Sie dazu informiert, welche verkehrsrechtlichen Risiken bei Drogen am Steuer bestehen.

THC: Wirkung und Nachweis

Tetrahydrocannabinol wirkt direkt auf die Nervenzellen der Person, die es konsumiert. Mitunter können das Gedächtnis, die Koordination und die Zeitwahrnehmung stark beeinflusst werden. Selbst eine schmerzlindernde Wirkung kann dem Konsum von Cannabis folgen.

Gesundheitsinstitute gehen jedoch davon aus, dass die Einnahme von THC zu Schizophrenie führen kann. Darüber hinaus reagieren einige Menschen sehr aggressiv oder halluzinieren. Generell kann die Wirkung bei keinem Menschen präzise vorhergesagt werden.

Die Nachweisbarkeit von THC und der damit verbundenen Abbauprodukte erfolgt in der Regel über spezielle Drogentests. So können zuständige Beamte einen THC-Schnelltest verwenden, der oft über einen Teststreifen und eine Urinprobe erfolgt.

Der THC-Abbau im Körper kann sich hinziehen. Verkehrsteilnehmer sollten aufpassen, um nicht mit einem Ermittlungsverfahren konfrontiert zu werden.

Der THC-Abbau im Körper kann sich hinziehen. Verkehrsteilnehmer sollten aufpassen, um nicht mit einem Ermittlungsverfahren konfrontiert zu werden.

Ein solcher Test wird als positiv gewertet, wenn der Messwert eine festgelegte Grenze überschreitet. Dann wird nämlich von einem andauernden Drogenkonsum ausgegangen.

Oft kommen jedoch komplexe Labormethoden zum Einsatz, wie beispielsweise die Gaschromatografie-Massenspektrometrie. Diese ist sogar in der Lage, die Art des Konsums zu bestimmen und ermöglicht bei THC eine Nachweisbarkeit, die besonders präzise ist.

THC mit einem Urintest ermitteln

Wie bereits erwähnt, kann ein Drogentest THC im Urin nachweisbar machen. Dabei wird grundsätzlich überprüft, ob THC-Carbonsäure im Harn zu finden ist. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es schnell und einfach durchgeführt werden kann. Weitere Vorteile dabei sind:

  • Ein Urintest kann THC auch noch mehrere Tage und Wochen nach dem eigentlichen Konsum aufspüren.
  • Selbst das einmalige Rauchen von Cannabis ermöglicht nach etwa 24 bis 36 Stunden ein positives Testergebnis.
  • Bei THC korreliert die Nachweisbarkeit mit der Dauer des Konsums, was die Antwort auf die Frage: „Wie lange ist THC im Urin nachweisbar?“, beeinflusst. Wer also länger Cannabis konsumiert, kann auch über einen größeren Zeitraum überführt werden.

Mehrmalige Einnahmen können die Nachweisdauer auf bis zu sieben Tage erhöhen. Chronischer Drogenmissbrauch führt schließlich dazu, dass auch noch nach einigen Wochen der THC-Urintest positiv ausfallen kann.

THC-Spuren in den Haaren und im Blut ermitteln

Der Konsum von Cannabis ist auch im Blut nachweisbar.

Der Konsum von Cannabis ist auch im Blut nachweisbar.

Im Fall von Cannabis ist die Nachweisbarkeit, durch Abbauprodukte, die beim Haarwachstum in die Kopfhaare gelangen, auch über Haarproben möglich. Bei einer Wachstumsgeschwindigkeit von einem Zentimeter pro Monat lässt sich in der Theorie eine Drogennutzung von vor über einem Jahr nachweisen, wenn ein zwölf Zentimeter langes Haar geprüft wird. Haaranalysen basieren jedoch auf sehr fehleranfälligen Verfahren, bei denen selbst wöchentlicher Marihuanakonsum schon einmal unerkannt bleiben kann.

Harmlose Substanzen, wie sie in einem Hanf-Kopfshampoo zu finden sind, besitzen jedoch ebenfalls das Potential, einen solchen Drogentest positiv ausfallen zu lassen.

Es zeigt sich, dass Cannabis im Urin verlässlicher nachgewiesen werden kann, als es bei Haartests der Fall ist. Doch es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Bluttests können den psychoaktiven Wirkstoff zwar nur bis zu sechs Stunden nach dem Cannabiskonsum nachweisen. Suchen Beamte jedoch im Blut nach THC-Carbonsäure, gelten die gleichen Nachweiszeiten wie bei Urintests.

Individuelle Verarbeitung im Körper

Bei THC ist die Nachweisbarkeit stark von der jeweiligen Testperson abhängig. Denn viele Faktoren bestimmen die Wirkung und die „Haltbarkeit“ der chemischen Verbindung im menschlichen Körper. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten, dass die Verstoffwechslung sowohl von der Häufigkeit als auch von der Menge an aufgenommenen THC beeinflusst wird.

Teststreifen, mit deren Hilfe Schnelltests vor allem bei Verkehrskontrollen durchgeführt werden, können auch unerwartet schwere Folgen nach sich ziehen. Denn diese machen bei THC die Nachweisbarkeit nur insofern möglich, dass Sie die Tatsache des Konsums belegen, aber nicht die eingenommene Menge. Hohe Bußgelder können so verlangt werden, obwohl zum eigentlichen Fahrzeitpunkt gar kein Rauschzustand mehr vorhanden war. Mehr verkehrsrechtliche Aspekte betrachtet der folgende Abschnitt des Ratgebers.

Verkehrsrechtliche Aspekte in Bezug auf THC und seine Nachweisbarkeit

Gefahr durch Drogen im Verkehr: Ein THC-Nachweis kann zum Fahrerlaubnisentzug führen.

Gefahr durch Drogen im Verkehr: Ein THC-Nachweis kann zum Fahrerlaubnisentzug führen.

Im Verkehrsrecht gilt allgemeinhin, dass niemand ein Fahrzeug führen darf, der durch Alkohol oder andere Rauschmittel zu stark beeinträchtigt ist. Trotzdem kommt es immer wieder zu Verstößen.

Einer der Schlüsselparagraphen, der sowohl in Bezug auf Alkohol am Steuer als auch THC und seine Nachweisbarkeit im Straßenverkehr eine Rolle spielt, ist § 316 Strafgesetzbuch (StGB). In Absatz 1 steht geschrieben:

Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315 d) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c mit Strafe bedroht ist.“

Wer sich am Steuer mit THC im Körper erwischen lässt, dem droht ein Ermittlungsverfahren auf Basis dieses Paragraphen. Bei auffälligen Ausfallerscheinungen ist das auch dann der Fall, wenn der Betroffene mit dem Fahrrad unterwegs war. Im schlimmsten Fall droht dann die Entziehung der Fahrerlaubnis und eine Geld- oder alternativ eine Freiheitsstrafe.

Wer nicht im Sinne von § 316 StGB bestraft wird, ist jedoch nicht aus dem Schneider. Derjenige muss beim ersten Drogenvergehen im Verkehr immer noch ein Bußgeld über 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot hinnehmen.

Jeder Verkehrsteilnehmer, sollte sich über die Risiken von THC und dessen Nachweisbarkeit bewusst sein, die sich durch anhaltendes Konsumverhalten zeitlich verlängert. Andernfalls können sich auch Fahrer, die seit Wochen „clean“ sind, mit Ermittlungen konfrontiert sehen. In einem solchen Fall ist es stets ratsam, einen Anwalt für Verkehrsrecht zu konsultieren. Dieser kann seine Klienten zu allen möglichen Handlungsoptionen beraten.
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