Bald Lärm-Blitzer in der Schweiz – Ähnliches auch in Deutschland zu erwarten?

News veröffentlicht am 29. April 2019

Ein blubbernder Motor, ein laut röhrender Auspuff: Das ist Musik in den Ohren vieler PS-Fans. Sogenannte Autoposer, die mit protzigen Sportwagen am liebsten durch die belebten Straßen der Innenstädte fahren, lieben es, ein wenig mit dem Gas zu spielen. Sehr viele andere Verkehrsteilnehmer und Anwohner fühlen sich jedoch von dem unnötigen Lärm gestört. Unser Nachbarland die Schweiz möchte nun dagegen vorgehen. Schon bald könnten dort Lärm-Blitzer eingesetzt werden.

Die Schweiz will stärker gegen Autoposer vorgehen

Ein Lärm-Blitzer soll für den Einsatz in der Schweiz entwickelt werden.

Ein Lärm-Blitzer soll für den Einsatz in der Schweiz entwickelt werden.

In Deutschland drohen immer mehr Diesel-Fahrverbote, um die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr einzudämmen. Eine weitere Form der Umweltbelästung, nämlich die Lärmverschmutzung, wird hingegen bislang vielerorts vernachlässigt. Dabei ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass andauernder Verkehrslärm dazu führen kann, dass eine Person psychisch oder physisch erkrankt. Das schweizerische Kanton Genf hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, gegen dieses Problem vorzugehen.

Das Parlament hat die Regierung aufgefordert, einen sogenannten Lärm-Blitzer entwickeln zu lassen. Dieser soll die Geräuschentwicklung vorbeifahrender Fahrzeuge messen. Wird ein bestimmter Grenzwert überschritten, soll der Lärm-Blitzer auslösen und der Fahrer anschließend sanktioniert werden. Momentan wird ein Grenzwert von 80 Dezibel sowohl für Autos als auch für Motorräder diskutiert.

Nach Aussagen der Grünen-Abgeordneten Delphine Klopfenstein Broggini sei die Entwicklung eines solchen Gerätes technisch durchaus möglich. Allerdings bestehe ein großes Problem darin, dass der Lärm-Blitzer genau erkennen müsse, von welchem Fahrzeug der Lärm ausgehe. Auf den Straßen, wo viele unterschiedliche Geräuschquellen aufeinandertreffen, ist das kein leichtes Unterfangen.

Wie sieht die Lage in Deutschland aus?

In Deutschland sind Lärm-Blitzer momentan noch kein Thema. Trotzdem müssen Fahrzeuge bezüglich ihrer Lautstärke gewisse Vorschriften einhalten. Laut § 49 Abs. 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gilt unter anderem Folgendes:

Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt.

Verstöße werden in der Regel im Zuge einer Verkehrskontrolle aufgedeckt. Es können die folgenden Sanktionen drohen:

VerstoßBußgeld
Verursachen unnötigen Lärms bei der Benutzung des Kfz10 €
Inbetriebnahme eines Fahrzeugs trotz übermäßiger Geräuschentwicklung20 €
Führen eines Kfz mit defekter Schalldämpferanlage20 €
... mit Belästigung anderer Verkehrsteilnehmer30 €

Bildnachweis: istockphoto.com/ imre74

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