Kommen bald Alkohol-Wegfahrsperren für mehr Verkehrssicherheit?

News veröffentlicht am 29. Januar 2019

Am Sonntagabend hat die Polizei in Hessen bei einer Verkehrskontrolle 79 Lkw-Fahrer an der Weiterfahrt gehindert, weil diese unter Alkoholeinfluss standen. Nicht nur dieser Vorfall rückt die Diskussion um die Einführung von Alkohol-Wegfahrsperren in den Fokus. Von einer Einführung des Alkolock-Systems, wie sie in Österreich zum ersten September 2017 erfolgte, ist Deutschland nach aktuellem Stand allerdings noch weit entfernt.

Wozu dienen Alkohol-Wegfahrsperren?

Alkohol-Wegfahrsperren können Fahrten unter Alkoholeinfluss verhindern.

Alkohol-Wegfahrsperren können Fahrten unter Alkoholeinfluss verhindern.

Alkohol am Steuer ist eine häufige Unfallursache in Deutschland. Unter Alkoholeinfluss steigt die Risikobereitschaft, Abstände werden falsch eingeschätzt – kurz: das Unfallrisiko steigt erheblich. Obwohl das Verkehrsrecht harte Sanktionen bei Trunkenheit am Steuer vorsieht, setzen sich einige Kfz-Fahrer nach dem Genuss alkoholischer Getränke hinters Steuer.

In diesem Zusammenhang kommt immer häufiger der Vorschlag auf, sogenannte Alkohol-Wegfahrsperren in Autos zu integrieren. Diese haben ein eingebautes Alkoholmessgerät und eine integrierte Wegfahrsperre. Setzt sich der Fahrer hinters Steuer, muss er zunächst in das Gerät pusten. Ist die Person alkoholisiert, kann der Motor nicht gestartet werden.

Im Rahmen vom 57. Deutschen Verkehrsgerichtstag vergangene Woche in Goslar wurde auch über die Alkohol-Wegfahrsperren diskutiert. Diese könnten verpflichtend für Verkehrsteilnehmer werden, welche bereits in der Vergangenheit durch Trunkenheit am Steuer aufgefallen sind. Eine verbindliche Einführung ist bis dato allerdings nicht terminiert.

Gut zu wissen: Union und SPD haben im Rahmen des Koalitionsvertrags bereits beschlossen, eine gesetzliche Regelung für Alkohol-Wegfahrsperren zu schaffen.

Welche Promillegrenze gilt in Deutschland?

Auch ohne den Einbau von Alkohol-Wegfahrsperren gelten verbindliche Regelungen, wann es Kfz-Fahrern nach dem Alkoholkonsum gestattet ist, sich hinters Steuer zu setzen. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Allerdings können alkoholisierte Verkehrsteilnehmer auch schon bei einem Wert von 0,3 Promille sanktioniert werden, sofern sie durch ihre Fahrweise auffallen. Der nachfolgenden Tabelle können Sie entnehmen, welche Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog ausgesprochen werden, wenn Sie gegen die Promillegrenze verstoßen.

Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog bei Alkohol am Steuer

Alko­hol am Steuer: Promille­wert Bußgeld / StrafeFahrverbotPunkte Lohnt ein Einspruch?
In Probe­zeit gegen 0-‰-Grenze verstoßen250 €kein Fahrverbot1Hier prüfen
Blut­alkohol­konzen­tration ab 0,5 ‰ 500 €1 Monat 2Hier prüfen
- zuvor bereits Eintrag wegen eines Alko­holver­stoßes1.000 € 3 Monate2Hier prüfen
- zuvor bereits zwei Einträge wegen Alkohol am Steuer1.500 € 3 Monate2Hier prüfen
Blut­alkohol­konzen­tration ab 1,1 ‰ Freiheits- oder Geldstrafe variiert3Hier prüfen
Geringere Blut­alkohol­konzen­tration als 1,1 ‰, jedoch Aus­faller­scheinungen erkennbar Freiheits- oder Geldstrafe variiert3Hier prüfen

Bußgeldrechner für Alkohol am Steuer

Wichtig: In der Probezeit und für Fahrer unter 21 Jahren gilt die 0-Promillegrenze. Ein halbes Bier oder ein kleiner Schnaps nach dem Essen sind hier also tabu – zumindest wenn Sie danach noch selbst fahren wollen.

Bildnachweise: istockphoto.com/ © dehooks

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