Mehr Verkehrstote im Jahr 2018: Eine traurige Bilanz

News veröffentlicht am 8. Januar 2019

Der Jahreswechsel gibt Anlass, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und dessen Ereignisse und Entwicklungen zu beurteilen. Leider sind nicht alle davon positiv zu bewerten. So waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Verkehrstote im Jahr 2018 auf den deutschen Straßen zu verzeichnen. Grund dafür war unter anderem das Wetter.

Verkehrstote 2018: Anstieg im Vergleich zum Vorjahr

Laut Statistischem Bundesamt waren schätzungsweise 3.220 Verkehrstote im Jahr 2018 zu beklagen.

Laut Statistischem Bundesamt waren schätzungsweise 3.220 Verkehrstote im Jahr 2018 zu beklagen.

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 3.180 Menschen bei Verkehrsunfällen in Deutschland getötet. Dies waren rund 1,1 Prozent weniger als im Jahr davor und das, obwohl gleichzeitig etwa eine Million mehr Kraftfahrzeuge auf den Straßen unterwegs waren als 2016. Diese positive Entwicklung konnte sich im Jahr 2018 leider nicht fortsetzen: Für das vergangene Jahr wird mit rund 3.220 Verkehrstoten gerechnet, was einem erneuten Anstieg von knapp 1 Prozent im Vergleich zu 2017 entspricht. Diese Zahlen basieren auf einer aktuellen Prognose des Statistischen Bundesamtes, welche am 12. Dezember 2018 veröffentlicht wurde.

Obwohl insgesamt mehr Verkehrstote im Jahr 2018 zu verzeichnen waren, ging die Zahl der getöteten Pkw-Insassen und der Fußgänger leicht zurück. Der Anstieg der Todesopfer insgesamt begründet sich vor allem durch die hohe Anzahl der ums Leben gekommenen Radfahrer im vergangenen Jahr.

Es gab nicht nur mehr Verkehrstote 2018, auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen Verletzten stieg im Vergleich zu 2017 an. Das Statistische Bundesamt rechnet mit rund 393.000 Betroffenen, einem Anstieg von ebenfalls 1 Prozent.

Langer Sommer Schuld an erhöhter Unfallbilanz?

Verkehrstote 2018: Vor allem im Fahrradverkehr war ein Anstieg an Unfallopfern zu verzeichnen.

Verkehrstote 2018: Vor allem im Fahrradverkehr war ein Anstieg an Unfallopfern zu verzeichnen.

Einer der Zwecke solcher Erhebungen ist in der Regel auch die Ursachenforschung, um vergleichbaren Unfällen in Zukunft besser vorbeugen zu können. Warum aber gab es wieder mehr Verkehrstote im Jahr 2018, nachdem die Zahlen in den beiden vorigen Jahren rückläufig gewesen waren?

Ein Grund könnte der ungewöhnlich lange Sommer sein. Das lang anhaltende trockene Wetter schaffte ideale Bedingungen für Reisen und Ausflüge und das nicht nur mit dem Pkw, sondern auch für Fahrrad- und Motorradfahrer. Mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen ging dann auch eine erhöhte Unfallbilanz einher.

Besonders in Städten waren über viele Monate hinweg verstärkt Fahrradfahrer unterwegs, unter denen sich gleichzeitig auch der größte Anstieg von Todesopfern verzeichnen ließ. Fachleute nehmen diese Entwicklung zum Anlass und diskutieren Möglichkeiten, den Fahrradverkehr im städtischen Raum sicherer zu machen – ein Anliegen, das sich vielerorts zum Politikum entwickelt.
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